Frau schlägt den Volleyball auf dem Schlossplatz Stuttgart

Alle Fotos: Lars Neumann

Menschen mit Volleyball eine Heimat geben: Das ist das Ziel des Volleyball-Landesverbands Württemberg. Schon seit einigen Jahren werden integrative Angebote selbstverständlich bei Veranstaltungen mitgedacht. Zwischen Spitzensport und Firmencup wurde das City Sport Event 2026 so zu einem Treffpunkt für alle.

510 Tonnen Sand schaufelte der Volleyball-Landesverband Württemberg (VLW) zwischen Kunstmuseum und Königsbaupassagen mitten in die Stuttgarter Innenstadt. Beim 2. City Sport Event verwandelte sich der Schlossplatz Anfang Juni in eine große Beachvolleyball-Party. Ziel der Kooperation des VLW mit der Stadt Stuttgart war es, den Sport dorthin zu bringen, wo die Menschen sind – und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ganz spielerisch zu integrieren.

Seit mittlerweile acht Jahren engagiert sich der VLW als kooperierender Fachverband im Rahmen des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ (IdS) im Landesssportverband Baden Württemberg. Torben Engelhardt begleitet die Integrationsarbeit von Anfang an: „Volleyball ist eine der größten Ballsportarten der Welt, daher kennen sie viele Geflüchtete. Mit unseren Angeboten wollen wir zeigen, dass Volleyball ihnen hier eine Heimat sein kann.“ Aus dem ursprünglichen Integrationsprojekt „Volleyball verbindet“ wurde daher einer der Leitsätze des VLW.

Angebote gut angenommen

Inzwischen ist es Usus, die soziale Arbeit in Events zu inkludieren. Nicht nur Integration, sondern auch Inklusion und die Einbindung von Menschen mit geringem Einkommen spielen dabei eine Rolle. „Das klingt im ersten Moment vielleicht nach viel Aufwand. Solche Angebote zu schaffen ist aber gar nicht so schwer“, meint Torben Engelhardt. Beim City Sport Event wurden die Plätze nach Ende des offiziellen Programms einfach noch bis Mitternacht für die Allgemeinheit geöffnet. Auf nur zwei Courts spielten dann bis zu 60 Kinder, Jugendliche und Erwachsene Beachvolleyball. „Auch ohne offizielle Anleitung haben die Menschen trotz verschiedener Kulturen und Sprachen gemeinsame Regeln für das Zusammenspiel gefunden“, freut sich der Sportwissenschaftler über die rege Teilnahme.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte der VLW diese Erfahrung gemacht. Am letzten Tag des City Sport Events gab es daher zum ersten Mal einen Jedermanncup. Mehr als 50 Teams registrierten sich im Verlauf des achttägigen Events, 20 ausgewählte Gruppen durften am Ende teilnehmen. Mehr Anmeldungen als Startplätze gab es auch beim Integrationscup. Hier spielten 12 Teams mit und ohne Migrationshintergrund um den Sieg. Der Cup war Teil der Quattro-Turnierserie, die im Rahmen des Bundesprogramms IdS gefördert wird. Ihr Ziel ist es, durch gemeinsamen Sport die Vielfalt und ein inklusives Miteinander zu fördern. Dafür tourt sie dieses Jahr bereits zum dritten Mal durch Württemberg.

Buntes Programm verbindet

Auch das City Sport Event vereinte Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Sprachen und Alter: An drei Vormittagen konnten Kindergärten und Schulen die Courts nutzen, bei einem Sitzvolleyballcup wurde Inklusion gelebt. Ein A-Turnier sowie ein U20-Qualifikationstunier für die Europameisterschaft brachten internationalen Spitzensport nach Stuttgart. Von Frauen für Frauen war zudem der „Leadher“-Cup. Sie spielten hier unabhängig von ihrer Erfahrung zusammen und profitierten von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm rund um das Projekt „Leadher“. Dieses setzt sich für mehr Frauen in Ehrenamt und Führungspositionen im Sport ein und hat dafür 2025 den Nachhaltigkeitspreis des LSVBW gewonnen.

Für Jeden und Jede war beim City Sport Event also etwas dabei. Das Fazit der Stadt fiel nach acht Tagen positiv aus. Trotz der langen Spielabende gab es kaum Probleme rund um den Schlossplatz. „Ich bin mir sicher, dass unsere offenen Türen im Sport den Austausch zwischen den Menschen verbessern“, zieht Torben Engelhardt ein Fazit. „Unsere niederschwelligen Beteiligungsformate haben gezeigt, dass die Menschen gerne offizielle Angebote annehmen. Sie wollen partizipieren – wir müssen ihnen als Verband nur diese Möglichkeit geben.“

„Integration durch Sport“ wird vom DOSB und seinen Mitgliedsorganisationen, den Landessportverbänden, durchgeführt. Gefördert wird es durch das Bundesministerium des Innern (BMI) sowie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).