Wettbewerb „Sport und Nachhaltigkeit“ trifft N!-Charta Sport

Stuttgart, 28. Januar 2026 | Der Wettbewerb Sport und Nachhaltigkeit wurde im Jahr 2025 zum siebten Mal ausgeschrieben und stand ganz im Zeichen der N!-Charta Sport. Acht Projekte von baden-württembergischen Fachverbänden wurden ausgezeichnet. Der Nordbadische Volleyballverband, der Triathlonverband Baden-Württemberg und der Volleyball-Landesverband stehen auf dem obersten Podestplatz.

Die N!-Charta Sport ist eine freiwillige Selbstverpflichtung und ein unkomplizierter Einstieg in ein Nachhaltigkeitsmanagement für Sportvereine und -verbände in Baden-Württemberg. Mit ihren zwölf Leitsätzen aus den Bereichen soziale Belange, Umweltbelange und Vereins-/Verbandserfolg war sie die thematische Grundlage für die eingereichten Projekte der Sportfachverbände, die mit der Ausschreibung des Wettbewerbs Sport und Nachhaltigkeit angesprochen waren.

Der Wettbewerb prämiert innovative Ansätze, in diesem Jahr lag dabei ein besonderer Fokus auf der Einbindung von Kindern und Jugendlichen. Die Jury, bestehend aus Vertretern des Sports, des Landes und der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg konnte das Preisgeld in Höhe von 86.000 Euro an acht Verbände verteilen. Herausragend bewertet wurden das Bildungsprojekt im Peer-to-Peer-Format des Nordbadischen Volleyball-Verbandes, die Tauschzone 2.0 des Baden-Württembergischen Triathlonverbandes und das Leadher-Projekt des Volleyball-Landesverbandes Württemberg.

Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit Hand in Hand

LSVBW-Präsident Jürgen Scholz ist begeistert vom Engagement der Fachverbände: „Mit den Projekten zeigen unsere Verbände, wie Nachhaltigkeit im Sport umgesetzt werden kann, welch vielfältige Facetten Berücksichtigung finden und wie Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit in der Vereins- und Verbandslandschaft Hand in Hand gehen.“

Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, zeigt sich angetan: „Es ist toll zu sehen, wie viele Ansatzpunkte es gibt, um das Thema Nachhaltigkeit im Sport zu verankern. Mit jedem dieser Vorhaben zeigen die Verbände auch den Kindern und Jugendlichen: Nachhaltigkeit ist wichtig, Nachhaltigkeit hat viele Gesichter und jeder kann helfen, sie umzusetzen.“

Der Wettbewerb wird im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg aus Mitteln der Glücksspirale.

Die Preisträger im Kurzporträt

Nordbadischer Volleyballverband (15.000 Euro)
Green-Game-Changer – N!achhaltigkeit spielerisch lernen – Ein Bildungsprojekt im Peer-to-Peer-Format

Der Nordbadische Volleyball-Verband (NVV) startet mit der Hochschule Fresenius Heidelberg ein Kooperationsprojekt, das Wissenschaft und Vereinspraxis kreativ verbindet: Studierende entwickeln gemeinsam mit Volleyballvereinen einfache, wirkungsvolle Nachhaltigkeitsideen, die direkt im Vereinsalltag umgesetzt werden – von der Mülltrennung am Spieltag bis zur regionalen Verpflegung und klimafreundlichen Anreise. Kinder, Jugendliche und Erwachsene gestalten aktiv mit – durch eigene Kampagnen, kreative Medienbeiträge und konkrete Aktionen. Die Hochschule bringt ihr Know-how in Kommunikation und Mediengestaltung ein, begleitet die Umsetzung wissenschaftlich und erstellt einen praxisnahen Leitfaden für nachhaltiges Volleyballspielen.

Baden-Württembergischer Triathlonverband (13.000 Euro)
Tauschzone 2.0 – Nachhaltigkeit im Sport sichtbar machen

Das Konzept „Tauschzone*“ wurde als eine der Maßnahmen im Rahmen der N!-Charta Sport-Mitgliedschaft des Triathlonverbandes entwickelt. Ziel ist es, Vereine und Veranstalter bei der Umsetzung ressourcenschonender Maßnahmen zu unterstützen und die nachhaltige Nutzung von Sportartikeln zu fördern. Die Umsetzung der „Tauschzone“ auf einer digitalen Plattform ist Ziel des Antrags. Die Plattform soll umfassende Informationen zur Einrichtung und Organisation von Tauschzonen bieten. Mit einem Tauschzonen-Kit und einem Nachhaltigkeits-Kit für Wettkämpfe werden den Vereinen Materialien zur Umsetzung bereitgestellt.
Die „TauschZone“ ist ein wiedererkennbares Format bei Triathlon-Wettkämpfen, bei dem gebrauchte Artikel mit Bezug zu den Triathlon-Disziplinen weitergegeben, getauscht oder verschenkt werden – dies erfolgt auf der Basis einer Spende oder durch „normalen“ Verkauf, wie auf einem Flohmarkt.

Volleyball-Landesverband Württemberg (15.000 Euro)
Leadher – Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung im Sport

Das Projekt „Leadher“ setzt sich zum Ziel, die Rolle von Frauen im Ehrenamt und in Führungspositionen zu stärken, Vorbilder sichtbar zu machen, sie zu befähigen, ihre Kompetenzen einzubringen und Verantwortung zu übernehmen, um so Entscheidungsprozesse des Verbandes zu verbessern und die nachhaltige Verbands- und Vereinsentwicklung zu fördern. Durch eine Sensibilisierungskampagne, Netzwerkveranstaltungen, eine Vortragsreihe mit Mentoring sowie die Einbindung Jugendlicher stärkt der VLW die Sichtbarkeit und Teilhabe von Frauen im Ehrenamt und fördert frühzeitig den Nachwuchs. Das Projekt zeigt, dass Gleichstellung und Vielfalt nicht nur zentrale Werte, sondern auch wesentliche Treiber für eine zukunftsfähige und nachhaltige Gestaltung des Sports und der Gesellschaft sind.

Badischer Leichtathletikverband (12.500 Euro)
KILANA Feriencamps

Mit dem KILANA- (Kinderleichtathletik und Nachhaltigkeit) Projekt sollen Feriencamps entwickelt werden, um Kinderleichtathletik und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu verbinden – gerade auch im Hinblick auf das Recht auf Ganztag. KILANA bietet eine verlässliche und pädagogisch fundierte Ferienwoche mit sportlichem Schwerpunkt, eingebettet in eine alltagsnahe, werteorientierte Lernumgebung. Im Zentrum steht die Verbindung von Bewegung, Naturerfahrung, sozialem Lernen und nachhaltigem Denken. Ziel ist es Kinder zu ermutigen, sich selbst als wirksam zu erleben – im Umgang mit dem eigenen Körper wie auch mit ihrer Umwelt. Das Camp soll in Kooperationen mit Kommunen sowie idealerweise einer Grundschule und einem Leichtathletikverein vor Ort stattfinden.

Badischer Turner-Bund (11.500 Euro)
Nachhaltigkeit beim Landesturnfest 2026 – Ein ganzheitlicher Ansatz

Mit dem Landesturnfest 2026 in Konstanz mit mehr als 12.000 Teilnehmenden soll gezeigt werden, wie Großveranstaltungen als Motor für nachhaltige Entwicklung wirken können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einem Awareness-Konzept, das gezielt Strukturen für ein respektvolles, diskriminierungsfreies und inklusives Miteinander schafft. Es sensibilisiert für gesellschaftliche Verantwortung, fördert Beteiligung und vermittelt zentrale Werte wie Achtsamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme. Sichtbare Anlaufstellen, Schulungen und klare Kommunikationsmaßnahmen sorgen für ein sicheres Umfeld für alle Beteiligten – von Teilnehmenden über Ehrenamtliche bis hin zu Besucherinnen und Besuchern.

Baden-Württembergischer Golfverband (7.500 Euro)
Wildbienenhotels im Golfsport – Nachhaltigkeit erleben mit Kindern und Jugendlichen

Mit dem Projektantrag soll ein niederschwelliges, kreatives Mitmachangebot für Kinder und Jugendliche geschaffen werden, das Umweltbildung, Artenschutz und Teamarbeit verbindet – ganz im Sinne des grünen Klassenzimmers. Die Teilnehmenden bauen in moderierten Workshops zusammen mit lokalen Akteuren des NABU Wildbienenhotels sowohl für Zuhause als auch in größerer Variante für den Golfplatz. Sie lernen dabei spielerisch ökologische Zusammenhänge kennen. Die Workshops kombinieren handwerkliches Tun mit fachlichem Input – auf Augenhöhe und altersgerecht vermittelt. Die Umsetzung erfolgt flexibel: in Feriencamps, Jugendtagen, Projekttagen oder als offene Angebote im Club.

Württembergischer Radsportverband (7.500 Euro)
Fachgerechte Entsorgung von sportbezogenen Plastikmüll und Sondermüll bei Radrennsport-Großveranstaltungen

Bei mehrstündigen Radrennsportveranstaltungen ist eine gezielte Ernährung notwendig. Dabei kommen sogenannte Sport-Gels und Sport-Riegel zum Einsatz. Die Umverpackungen landen aufgrund der Geschwindigkeit der Radfahrer in der Regel entlang der Strecke und nicht in Müllbehältern. Ziele des Konzeptes der fachgerechten Entsorgung sind sowohl die Kommunikation im Rahmen von Radrennen und die Sensibilisierung der Teilnehmenden als auch die Kanalisierung des Mülls sowie die fachgerechte Entsorgung der chipversehenen Startnummern. Bestehende Müllkonzepte werden berücksichtigt und auf die entsprechenden Gegebenheiten (z.B. lange Strecken, Geschwindigkeit) angepasst.

Schachverband Württemberg (4.000 Euro)
C Trainer – Damen only

Der Schachsport ist in Baden-Württemberg (und deutschlandweit) durch einen äußerst niedrigen Frauenanteil gekennzeichnet, der sich in den Trainer- und Funktionärsebenen noch weiter verschärft. Das Projekt „C Trainer – Damen Only“ ist ein innovativer Lehrgang zur C Trainer-Lizenz im Schachsport, der sich exklusiv an junge Eltern richtet. Ziel ist die signifikante Steigerung des Frauenanteils in Trainer- und Ehrenämtern im Schach, um weibliche Vorbilder zu schaffen und den Mädchen- und Frauenschachbereich nachhaltig zu stärken. Kerninnovation ist eine kostenfreie, professionelle Kinderbetreuung während der gesamten Ausbildungsdauer, um eine der größten Barrieren für Mütter beim Erwerb einer Lizenz zu beseitigen.

N!-Charta Sport

Mehr zur N!-Charta Sport als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg lesen Sie hier auf nachhaltigkeitsstrategie.de.