Acht Teilnehmende des Seminars stehen bzw. sitzen am Rand eines Boxrings und lachen.

Um Werte, Ich-Botschaften und interkulturelle Kommunikation ging es Ende April in Heidelberg bei einer Veranstaltung des Programms „Integration durch Sport“. Im Mittelpunkt des Trainerseminars standen die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden, um ihre Rolle als Trainerinnen und Trainer für die Vereinskultur zu definieren.

Von Mannheim bis aus Waldshut-Tiengen an der Schweizer Grenze kamen 14 Trainerinnen und Trainer am 25. und 26. April für ein Seminar an den Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar. Unter dem Motto „Mehr als Technik: Werte und Haltung im Boxsport“ luden das Programm Integration durch Sport des Landessportverbands Baden-Württemberg (LSVBW) und der Boxverband Baden-Württemberg zur Reflektion darüber ein, wie Trainer und Vereine Werte erkennen und vermitteln können.

Ich-Perspektive als Ausgangspunkt der Kommunikation

Das Ziel des Seminars war es, die Personen an der Vereinsbasis in ihrer täglichen Arbeit zu stärken. Dafür ging es am ersten Tag um die Ich-Perspektive: Wer bin ich als Trainer? Welche Werte sind mir wichtig? Was will ich vermitteln? Gemeinsam mit dem Gesundheits- und Kommunikationspsychologen Aaron B. Czycholl schärften die Teilnehmenden ihr eigenes Profil. Zudem wurde aus psychologischer Perspektive diskutiert, was die Begriffe Respekt, Fairness, Haltung und Co. für die jeweiligen Trainerinnen und Trainer bedeutet.

Am zweiten Tag entwickelte die Gruppe Strategien für wirkungsvolles Agieren im eigenen Training. Die Teilnehmenden erarbeiteten Ich-Botschaften, mit denen sie ihre Erwartungen an die Kinder formulieren können. Darüber hinaus spielte das Konzept des reflektierten Handelns, das dazu beiträgt Konflikten vorzubeugen, eine wichtige Rolle. Eine zentrale Erkenntnis für die Teilnehmenden war, dass jede Trainingsgruppe individuell ist und damit unterschiedliche Zugänge in der Kommunikation benötigt. Schließlich ist miteinander zu sprechen, statt einseitige Botschaften zu senden, ein elementarer Bestandteil der Wertevermittlung.

Handlungskatalog für Trainer geplant

„Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Meine Rolle als Trainerin kann ich für mich nun viel besser definieren, und ich werde ganz sicher auch die Kommunikation im meinen Gruppen entsprechend reflektieren, um Problemsituationen vorzubeugen“, zog Minou Ghané-Mencon, Boxtrainerin aus Pfullingen, ein zufriedenes Fazit.

In Zukunft möchte der LSVBW mit dem Boxverband Baden-Württemberg ein Regelwerk für reflektiertes Handeln im Training entwickeln, um interkulturelle Kompetenzen der handelnden Personen zu fördern. Dafür werden Erfahrungen und Informationen systematisiert und ein Handlungskatalog für Trainerinnen und Trainer erstellt.