Foto: Jan Simon Schäfer

Auf ihrem Weg an die Spitze des Sports wird die nordische Kombiniererin Fabienne Klumpp von der Stiftung OlympiaNachwuchs unterstützt. Einen ersten Erfolg erreichte sie im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Meistertitel im Teamsprint, den sie gemeinsam mit Nathalie Armbruster erlang. 

Fabienne, was macht für dich deine Sportart oder Disziplin aus, was macht sie besonders?

Für mich ist die nordische Kombination so besonders, weil sie aus zwei völlig verschiedenen Sportarten besteht. Beim Skispringen fliegt man im besten Fall bis nach unten. Erst kommen schnelle Anfahrten in der Spur, dann folgt die Ruhe in der Luft. Alles ist auf Schnelligkeit ausgerichtet. Gleichzeitig sind die Kunst des Absprunges zum perfekten Zeitpunkt und das Körpergefühl in der Luft sehr wichtig. Danach folgt das Langlaufen, bei dem es vor allem auf die Ausdauer ankommt. Aber natürlich will man immer die Schnellste sein, daher ist auch der Kampfgeist dauerhaft gefragt.

Für das Ergebnis ist das Laufen genauso wichtig wie das Springen – denn sie sind gleichwertig. Das macht es zwar schwer, aber genau das zeichnet die Sportart aus. Die Läuferin perfektioniert ihren Laufstil und die Technik. Die Skispringerin konzentriert sich auf den besten Sprung. Wir, die nordischen Kombiniererinnen, machen beides in Balance – deshalb ist diese Sportart die Königsdisziplin.

Jeder fängt klein an. Wie und wo hast du deine ersten Schritte im Sport gemacht?

Mein Opa und sein Bruder waren Nordische Kombinierer durch und durch. Nach einer schweren Verletzung musste mein Opa zwar aufhören, aber die Liebe zu diesem Sport blieb – und sprang auch auf mich über. Meine Uroma Ruth fand mein Interesse daran so toll, dass sie immer samstags mit mir zum Kaffeetrinken an die kleine Schanze des SV Baiersbronn gelaufen ist.

Schon mit drei Jahren wollte ich nichts anderes, als zu Klaus Faißt ins Training zu gehen. Ich habe ihn immer wieder gefragt, ob ich kommen darf – bis er nur noch nachgeben konnte. Am Anfang ging ich zwei- bis dreimal die Woche ins Training. Klaus war immer da und hat mich vom ersten Tag an gefordert. Bei Regen fand ich es am besten: Alle mussten drinnen bleiben, nur wir vom SV Baiersbronn waren draußen. Es war nie langweilig.

Als der erste Schnee kam, durfte ich endlich springen. Das besondere an diesem Tag war für mich, dass die Älteren uns Kleinen geholfen haben – und da ich die Jüngste war, blieb das ziemlich lange so. Meine ersten Sprungski habe ich dann erst mit sieben Jahren bekommen. Ich habe an dem Abend im Bett gewartet, bis meine Mutter von der Skiausgabe kam. Die Ski mussten sie vor das Bett legen, damit ich sie gleich morgens bei mir hatte. Ich war so stolz.

Wer oder was hilft dir, dich sportlich weiterzuentwickeln?

Meine heutigen Trainer sind für mich bei jeder sportlichen Frage da und stehen mir im Training zur Seite. Mein Haupttrainer ist Marius Kappes. Er begleitet mich im Skiinternat in Furtwangen und ist zusammen mit Björn Kircheisen auch als DSV-Kadertrainer immer bei mir. Für das Lauftraining ist Oli Dorer zuständig. Er holt läuferisch alles aus mir heraus: Wenn ich sage, dass ich nicht mehr kann, erkennt er, was noch in mir steckt. Am Stützpunkt Skiinternat bin ich jetzt seit zwei Jahren. Es war sportlich und schulisch gesehen die beste Entscheidung, auch wenn mir manchmal mein Zuhause fehlt. Wenn ich dann mal daheim bin, ist Tino Uhlig immer für mich da.

Was war bislang dein sportliches Highlight?

Mein sportliches Highlight war die Deutsche Meisterschaft 2025. Schon 2023 bin ich mit Nathalie Armbruster Vizemeisterin im Teamsprint geworden. Das war toll – aber Vize ist nicht das Ziel. 2024 war ich krank und konnte nicht in das Geschehen eingreifen. Doch 2025 haben wir dann endlich zusammen den Meistertitel gewonnen. Ich trainiere seit meiner Kindheit im gleichen Verein wie Nathalie. Aufgrund des Altersunterschiedes waren wir aber nie im gleichen Wettkampfbereich, zumal Nathalie im Weltcup startet. Deshalb macht es mich sehr stolz, mit ihr den Titel erreicht zu haben. Und das, obwohl ein Konkurrenzteam aus zwei Weltcupathletinnen bestand. Das war schon ein besonderer Moment. Auch im Einzel konnte ich mich direkt hinter den Weltcup-Starterinnen platzieren. In solchen Momenten merkt man, dass sich das tägliche Training lohnt.

Ein Blick in die Zukunft: Was sind deine nächsten, was die größten sportlichen Ziele?

Jetzt geht es darum, mich mit einer erfolgreichen Saison für die Junioren-Weltmeisterschaft  (2. bis 8. März 2026 in Lillehammer) zu qualifizieren. Ich möchte mein Bestes zeigen und hoffe, dass mir das gelingt. Bis dahin freue ich mich auf den Alpencup und mit viel Glück auch mal einen Continental Cup.

Hintergrund

Fabienne Klumpp gehört zu den derzeit fast 70 Athletinnen und Athleten aus 21 Sportarten, die im Jahr 2026 aufgrund ihres Talents und anderer Kriterien eine finanzielle Förderung durch die Stiftung OlympiaNachwuchs erhalten. Die Stiftung unterstützt damit junge Kaderathletinnen und -athleten bei der Verwirklichung ihrer leistungssportlichen und schulischen Ziele. Damit ist sie ein zentraler Baustein im Leistungssportkonzept des Lands Baden-Württemberg.