
Jenga Bauklötze zur Sammlung zentraler Begriffe zum Thema mentale Gesundheit. Foto: BWSJ
Das JuniorTeam der Baden-Württembergischen Sportjugend (BWSJ) hat in den zurückliegenden Monaten das Thema mentale Gesundheit in den Fokus genommen und zeigt, dass es in vielerlei Hinsicht auch im Sport mitgedacht werden muss.
Laut dem aktuellen Deutschen Schulbarometer fühlt sich ein Viertel der Schülerinnen und Schüler überdurchschnittlich stark psychisch belastet. Auch die COPSY-Studie, eine Untersuchung der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche, zeichnet ein ernüchterndes Bild. Jeder vierte bis fünfte junge Mensch berichtet von geringer gesundheitsbezogener Lebensqualität, allgemeinen psychischen Problemen oder Einsamkeit. Angesichts solcher Zahlen wird deutlich, dass mentale Gesundheit kein Tabuthema sein darf. Das hat das BWSJ JuniorTeam zum Anlass genommen, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Dass Sport und Wohlbefinden eng zusammenhängen, zeigt das Forschungsprojekt Move for Health der Deutschen Sportjugend. Jugendliche, die regelmäßig aktiv sind, berichten häufiger von einer höheren Lebenszufriedenheit, weniger Stress und geringeren psychischen Belastungen. Gleichzeitig hat das JuniorTeam bewusst auch die Schattenseiten in den Blick genommen. Leistungsdruck, Verletzungen, Ausgrenzung im Team oder Mobbing im Verein können die mentale Gesundheit ebenso beeinträchtigen und dürfen nicht ausgeblendet werden.
Über mentale Gesundheit zu sprechen ist ein wichtiger Schritt. Doch sie zeigt sich vor allem im Alltag, in den kleinen Dingen, die uns guttun. Um das greifbarer zu machen, hat das JuniorTeam eine einfache Methode genutzt: ein Jenga Spiel. Die Holzklötze wurden mit Begriffen beschriftet, die für die eigene mentale Gesundheit eine Rolle spielen. So entstand nach und nach ein ganz persönliches Bild davon, was Halt gibt und stärkt. Die Ergebnisse machen deutlich, dass mentale Gesundheit nichts Abstraktes ist. Sie steckt in Beziehungen, in verlässlichen Strukturen und im Gefühl dazuzugehören. Gleichzeitig wird sichtbar, welche große Bedeutung Sportvereine haben können als Orte der Begegnung, des Miteinanders und der Unterstützung.
Parallel zur inhaltlichen Arbeit hat das JuniorTeam eine Umfrage entwickelt. Im Mittelpunkt standen Fragen danach, welche Rolle mentale Gesundheit bereits in den Sportvereinen Baden-Württembergs spielt, was sie für die Befragten persönlich bedeutet und welche Wünsche und Bedarfe es gibt, um das Thema stärker im Vereinsleben zu verankern. Die Rückmeldungen bestätigen viele der eigenen Eindrücke: Das Bewusstsein für mentale Gesundheit ist vorhanden. Was jedoch häufig fehlt, sind konkrete Ansprechmöglichkeiten, niederschwellige Angebote und eine offene Kultur des Austauschs. Das JuniorTeam hat mit dem Projekt einen kleinen Impuls gesetzt und zeigt, dass es sich lohnt, mentale Gesundheit offen anzusprechen und im Sportalltag mitzudenken.

Über das JuniorTeam
Das JuniorTeam ist ein Projekt der Baden-Württembergischen Sportjugend (BWSJ). Es bietet eine Partizipationsmöglichkeit für junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren, die eigene Ideen und Projekte im Sinne vom Bewegen und Verändern verwirklichen können. Ziel ist es, sich für mehr Jugend im Sport einzusetzen.









