
Daniela Maier dominiert im Ski Cross
Foto: picture alliance / dpa | Oliver Weiken
Die Olympischen Winterspiele 2026 von Milano Cortina hielten in den zurückliegenden Wochen für die 24 Sportlerinnen und Sportler aus Baden-Württemberg die gesamte Palette an Emotionen bereit. Ganz besondere Geschichten schrieben die drei Medaillengewinner.
„Das war ein absoluter Lebenstraum“, sagt Johannes Lochner (Bob-Club Stuttgart Solitude) über den Moment, in dem er am 17. Februar 2026 seine lange, erfolgreiche Karriere krönte. Im Zweierbob dominierte der 35-Jährige mit Anschieber Georg Fleischhauer im Eiskanal von Cortina d’Ampezzo die Konkurrenz – und holte nach 16 WM-Medaillen sowie zweimal Olympia-Silber die ersehnte Olympia-Goldmedaille. Das i-Tüpfelchen folgte fünf Tage später, als er im letzten Rennen seiner Laufbahn mit Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer im Viererbob den zweiten Olympiasieg perfekt machte.
Es war ein goldener Abschluss für das deutsche Team am letzten Tag der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026. Aber wahrlich nicht das einzige Highlight aus Sicht des Sports in Baden-Württemberg. Nur zwei Tage zuvor hatte Daniela Maier im Ski Freestyle Geschichte geschrieben – als erste deutsche Olympiasiegerin in der noch jungen Disziplin Ski Cross. Die 29-Jährige vom SC Urach dominierte im Snowpark von Livigno jedes ihrer fünf Rennen und fuhr vier Jahre nach Olympiabronze auch im Finale als Erste über die Ziellinie. Ein Auftritt, der angesichts einer Erkältung im Vorfeld und verspäteter Anreise nach Italien umso bemerkenswerter daherkommt.
Mit Emma Aicher vom SC Mahlstetten schaffte es eine dritte Sportlerin eines baden-württembergischen Vereins auf das Olympiapodest. Die 22-Jährige machte ihrem Ruf als Shooting Star im deutschen Ski Alpin Team alle Ehre: Mit Silber in der Abfahrt holte sie am ersten Wettkampf- Wochenende die erste deutsche Medaille der Spiele. Kurz darauf konnte sie an der Seite der in Stuttgart geborenen Kira Weidle- Winkelmann auch über Silber in der Team-Kombination jubeln.

Emma Aicher im Medaillenglück
Foto: TeamD / Philipp Reinhard
Geschichten „made in BW“
Die Geschichten der drei herausragenden Sportlerinnen und Sportler aus Baden-Württemberg könnten unterschiedlicher kaum sein. Stellvertretend stehen sie dafür, wie individuell die Wege sind, die am Ende Medaillenträume wahr werden lassen.
Der Karriere von Daniela Maier haftet schon seit den ersten Schritten im Schnee das Label „made in BW“ an: Die gebürtige Furtwangerin und ehemalige Schülerin des örtlichen Skiinternats wurde schon früh in ihrer Karriere am Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald gefördert. Ihre Siegerehrung von Livigno war begleitet vom lautstarken Jubel ihrer Wegbegleiter vom Skiclub Urach. „Ich glaube, ich brauche noch ein paar Tage, um das zu realisieren“, sagte sie anschließend am TV-Mikrofon. „Ich habe ein starkes Umfeld und ich bin unglaublich glücklich, dass wir alle zusammen hier die Goldmedaille gewonnen haben.“

Goldjubel im Zweierbob: Johannes Lochner mit Georg Fleischhauer
Foto: TeamD / Philipp Reinhard
Bei der in Schweden geborenen Emma Aicher waren es die deutschen Wurzeln des Vaters, die sie als Jugendliche zu dessen Heimatverein SC Mahlstetten führten – begleitet von einem Wechsel zum Deutschen Skiverband und an die alpine Internatsschule in Berchtesgaden. Es ist der Wintersport-Stützpunkt, an dem auch der Bayer Johannes Lochner zuhause ist. Der Bobpilot hatte sich jedoch früh dazu entschieden, seinen Weg mit einem starken Partner aus Baden- Württemberg zu bestreiten: 2014 schloss er sich dem Bob-Club Stuttgart Solitude an. Der Verein unterstützte die ebenso kostspielige wie aufwändige Mission Olympia-Gold von Johannes Lochner in den vergangenen zwölf Jahren maßgeblich. Und so sagte er vor seinen letzten Rennen im Interview mit dem SWR: „Ohne den Bob-Club Stuttgart wäre es bei mir schon aus gewesen, bevor meine Karriere überhaupt gestartet ist.“
Nun könnte eben dieser Verein dafür sorgen, dass der Doppel-Olympiasieger der Sportfamilie Baden-Württemberg auch nach dem Karriereende erhalten bleibt – womöglich als derjenige, der dort in Zukunft die Geschicke in die Hand nimmt: „Da werden wir uns dann irgendwann einen jungen Nachwuchspiloten aussuchen und dem hoffentlich die gleiche Karriere ermöglichen, wie sie mir damals ermöglicht wurde.“
Eine Übersicht über das Abschneiden aller 24 Sportlerinnen und Sportler aus Baden-Württemberg bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 finden Sie hier…









