
Von links nach rechts: Davide Verrone, Janis Hohl und Benjamin Detzel
Wie prägt ein Freiwilligendienst im Sport junge Menschen – und was nehmen sie aus dieser Zeit mit? Im Gespräch erzählen Janis Hohl, Benjamin Detzel und Davide Verrone von ihren Erfahrungen als Freiwillige.
Für ihr Zwischenseminar trafen sich im Februar rund 70 Freiwillige im Sport mehrere Tage in Tuttlingen. Neben Workshops zur persönlichen Weiterentwicklung stand dort vor allem der Austausch über ihre bisherigen Erfahrungen im Mittelpunkt. Im Selbstversorgerhaus organisierten die Freiwilligen ihren Alltag, kochten gemeinsam und reflektierten ihre Einsätze im Sport.
Zu den Teilnehmenden gehörten auch die beiden 19-jährigen Janis Hohl (Einsatzort: Basketball Ulm ’01 e. V. Sektion Baden-Württemberg) und Benjamin Detzel (SV Leonberg/Eltingen e. V.) sowie der 16-jährige Davide Verrone (Sportvereinigung Feuerbach 1883 e. V.). Im Gespräch erzählen die drei von ihren Herausforderungen bei der Arbeit und ihren ganz persönlichen Weiterentwicklungen.
Sozialkompetenzen im Umgang mit Kindern gestärkt
Die drei jungen Engagierten finden in ihrem Freiwilligendienst vor allem die Arbeit mit den Kindern prägend. „Ich war überrascht, wie intensiv der Kontakt zu den Kindern ist“, erklärt Janis. Zu Weihnachten bekam er sogar ein selbstgebasteltes Geschenk. Das habe ihm gezeigt, wie viel seine Arbeit für den Verein bewirke. Diese Erkenntnis motiviert auch Davide. Besonders beeindruckt hat ihn, wie sich das Vertrauen und die Beziehungen mit den Kindern im Laufe der Zeit positiv verändern. „Es ist schön zu sehen, welche Fortschritte Kinder machen“, freut er sich.
Benjamin macht während seines Freiwilligendienstes beim SV Leonberg/Eltingen auch Erfahrungen im inklusiven Sport. Dabei haben die Begegnungen mit Kindern mit Behinderung seinen Blick auf Sport nachhaltig verändert: „Mir ist klar geworden, wie wichtig die Teilhabe am Sport für die Kinder ist.“ Die inklusive Arbeit hat aus seiner Sicht auch seine sozialen Kompetenzen gestärkt. So habe er gelernt, Verantwortung zu übernehmen und mit unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten.
Für Davide war die Arbeit mit Kindern im Autismus-Spektrum sehr fordernd – zugleich aber auch sehr lehrreich. „Jedes Kind braucht andere Unterstützung, um ans gleiche Ziel zu kommen“, stellt er fest. Die pädagogische Praxis hat ihn daher besonders geprägt. Gleichzeitig konnte er aber auch seinen Umgang mit Stress und schwierigen Situationen verbessern.
FSJ fördert persönliche Entwicklung
Denn der Alltag im Freiwilligendienst bringt auch anspruchsvolle Situationen mit sich. Unruhige Gruppen, organisatorische Aufgaben oder umfangreiche Projekte gehören für viele Freiwillige dazu. Doch das habe Janis ein wachsendes Selbstvertrauen und mehr Offenheit für spontane Veränderungen eingebracht. Für Benjamin war insbesondere sein Jahresprojekt eine große Herausforderung, da die Planung und Umsetzung parallel zum Arbeitsalltag liefen.
Diese Erfahrungen brachten den drei Freiwilligen auch einen veränderten Blick auf Sport und ehrenamtliches Engagement. Janis zeigt sich beeindruckt vom organisatorischen Aufwand hinter den vielen Trainings- und Vereinsangeboten. Benjamin hat hingegen erkannt, welche gesellschaftliche Bedeutung Bewegungsangebote für Kinder haben und wie wichtig es ist, Chancengleichheit zu ermöglichen. Dass der Kinder- und Jugendsport ein wichtiges Handlungsfeld ist, hat sich daher auch für Davide bestätigt.
Fazit: Ein Jahr mit nachhaltiger Wirkung
Die Gespräche beim Seminar in Tuttlingen zeigen: Der Freiwilligendienst im Sport ist für viele junge Menschen mehr als ein Orientierungsjahr. Er vermittelt praktische Erfahrungen, stärkt persönliche Kompetenzen und ermöglicht Einblicke in den organisierten Sport. Oder, wie Janis es formuliert: „Das Jahr geht schnell vorbei – man sollte es unbedingt nutzen.“
Hintergrund
Der Freiwilligendienst im Sport richtet sich an junge Menschen, die sich nach der Schule orientieren und gleichzeitig gesellschaftlich engagieren möchten. Die Freiwilligen sind in der Regel bei Sportvereinen, Schulen oder Sportorganisationen eingesetzt. Dort unterstützen sie Trainings- und Bewegungsangebote, begleiten Kinder- und Jugendgruppen, helfen bei Veranstaltungen oder übernehmen organisatorische Aufgaben im Verein. Begleitend finden Bildungsseminare statt, die Raum für Reflexion, Austausch und persönliche Entwicklung bieten.
Aktuell läuft in vielen Vereinen die Bewerbungsphase für einen Freiwilligendienst. Alle anerkannten FSJ-Einsatzstellen in Baden-Württemberg sind in der Übersichtskarte gelistet. In der Jobbörse finden Sie zudem aktuelle Stellenausschreibungen.









