
Foto: Picture Alliance / Mika Volkmann
Anna-Lena Forster, Spitzensportlerin im Para-Ski, ist zehnfache Weltmeisterin, vierfache Paralympics-Siegerin sowie aussichtsreiche Medaillenkandidatin bei den Winterspielen 2026. In einem ganz persönlichen Beitrag blickt sie zurück auf ihre bisherige Karriere und auf die Personen und Institutionen, die sie auf ihrem Weg unterstützt haben – darunter in den Jahren 2014 bis 2016 auch die Stiftung OlympiaNachwuchs Baden-Württemberg.
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn ich auf meine bisherige Karriere zurückblicke, bin ich vor allem dankbar – für meine Familie, meine Trainer und all die Menschen, die mich begleitet haben; besonders meinen Eltern, die mir von Anfang an Mut gemacht, mir Möglichkeiten eröffnet und unermüdlich alles organisiert haben. Ohne ihre Unterstützung bei Fahrten zu Trainingslagern, beim Material oder bei der Koordination von Schule und Sport wäre mein Weg so kaum möglich gewesen.
Meine Liebe zum Skisport begann früh. Inspiriert durch meinen älteren Bruder war ich schon als kleines Kind auf Skiern unterwegs. Anfangs war unklar, ob Skifahren mit meiner Behinderung möglich sein würde. Dann entdeckten wir das Mono-Skifahren: Mit sechs Jahren startete ich im Kaunertal meinen ersten Kurs – eisige Temperaturen, viel Polsterung, mühsame Bewegungen, aber vor allem riesiger Spaß. Ich erinnere mich noch an das Kribbeln, als ich zum ersten Mal die Piste hinunterfuhr, und an die kleinen Stolperer, die mich nicht entmutigten, sondern neugierig auf mehr machten.
In den folgenden Jahren folgten Trainingslager in den Ferien, lange Tage auf Gletschern und erste Wettkämpfe auf nationaler Ebene, die mir zeigten, wie aufregend und herausfordernd Leistungssport sein kann. Die Nachwuchsphase war spannend, aber auch fordernd. Sommertrainings, Trainingspläne für zu Hause, erste internationale Rennen – all das wäre ohne die Unterstützung engagierter Institutionen schwer möglich gewesen. Besonders die Stiftung OlympiaNachwuchs Baden-Württemberg hat mir geholfen, Trainingslager besuchen, Wettkämpfe bestreiten und notwendiges Material finanzieren zu können. Bevor große Erfolge sichtbar wurden, gab diese Förderung eine wichtige Sicherheit und auch tolle Wertschätzung für den Einsatz meiner Familie.
Mit 17 Jahren gewann ich meine erste Medaille bei einer Weltmeisterschaft – ein großer Schritt auf dem Weg zu den Paralympics. Ich erinnere mich noch an die Aufregung vor meinem ersten internationalen Rennen, die Mischung aus Nervosität und Vorfreude, und wie sehr mich diese Erfahrung motivierte, noch härter zu arbeiten. Die folgenden Jahre brachten Höhen und Tiefen, Siege und Niederlagen, begleitet von intensivem Training, Wettkampferfahrung und meinem Psychologiestudium in Freiburg. All das hat mir neue Perspektiven eröffnet und geholfen, mentale Stärke zu entwickeln – entscheidend im Leistungssport.
Für mich bedeutet Leistungssport nicht nur Medaillen, sondern auch Freiheit; kleine Fortschritte; das gemeinsame Lachen nach harten Trainings und die wertvollen Erfahrungen, die prägen. Rückblickend bin ich dankbar für all die Menschen, die mich unterstützt haben: meine Eltern, die mir den Weg geebnet haben, und Institutionen wie die Stiftung OlympiaNachwuchs, die frühe Förderung möglich gemacht und mir so geholfen haben, mein Potenzial entfalten zu können. Das ist Gold wert!
Ich hoffe, meine Geschichte zeigt, wie wichtig Unterstützung und Förderung im Nachwuchsbereich sind – und wie viel es bedeutet, wenn junge Athletinnen und Athleten die Chance bekommen, ihre Leidenschaft zu leben und Schritt für Schritt zu wachsen, als Athleten und Menschen.
Herzliche Grüße
Anna-Lena Forster
Dieser Beitrag ist zuerst im Magazin „Sport in BW“, Ausgabe 12/2025 erschienen.










