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Auf der außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung im Kurhaus von Baden-Baden ist am Samstag die Entscheidung über den deutschen Olympiakandidaten gefallen: Der deutsche Sport wird sich mit der Olympiastadt von 1972 München um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele bewerben.
Um 14.43 Uhr war die Entscheidung offiziell: Deutschland geht mit München in das internationale Rennen um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiner verkündete gemeinsam mit DOSB-Präsident Thomas Weikert das Ergebnis in einer Sportschau-Sendung aus dem Kurhaus Baden-Baden live im Ersten.
Nach dem Rückzug Berlins standen nur noch zwei Bewerbungskonzepte zur Wahl. Daher war bereits nach einem Wahlgang am Vormittag entschieden, dass die stimmberechtigten Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) München mit 64,91 Prozent der Stimmen zum nationalen Bewerber gewählt haben. 91 Stimmen entfielen auf München, 50 Stimmen auf KölnRheinRuhr. Abstimmungsberechtigt waren die 42 olympischen Fachverbände mit je drei Stimmen sowie mit je einer Stimme die zehn Mitglieder des DOSB-Präsidiums und acht Persönliche Mitglieder, von denen Elena Gilles, Leon Goretzka und Anna Schaffelhuber aus persönlichen Gründen nicht teilnehmen konnten. So waren insgesamt 141 Stimmen zu vergeben.
Attraktiver Standort mit großer olympischer Historie
„Wir freuen uns sehr, dass Deutschland mit einem starken Kandidaten in das internationale Rennen um die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele gehen wird. Mit der Olympiastadt von 1972 München fiel die Wahl auf einen attraktiven Standort mit großer olympischer Historie und Erfahrung in der Ausrichtung sportlicher Großveranstaltungen“, sagte der Präsident des Landessportverbands Baden-Württemberg (LSVBW) Jürgen Scholz. „Jetzt gilt es, die deutsche Olympiabewerbung international zum Erfolg zu bringen. Denn wir sind davon überzeugt, dass der gesamte deutsche Sport von Olympischen Spielen in Deutschland profitieren kann. Auch wir wollen dann gute Gastgeber sein. Für Fans aus aller Welt, und für Nationalteams, die an den Olympiastützpunkten Baden-Württembergs für Vorbereitungstrainingslager beste Bedingungen vorfinden.“
Baden-Württembergs Sportministerin und Vorsitzende der Sportministerkonferenz Theresa Schopper sagt: „Herzlichen Glückwunsch an München zur Nominierung! Jetzt kommt es darauf an, dass wir alle gemeinsam hinter dieser Bewerbung stehen: Politik, Sport, Kommunen und Gesellschaft. Denn Olympische und Paralympische Spiele sind immer eine Mannschaftsleistung. Der heutige Tag ist nicht das Ende eines Wettbewerbs, sondern der Startschuss für die nächste Etappe. Jetzt gilt es, aus einem überzeugenden Konzept eine starke deutsche Bewerbung zu entwickeln. Wir wollen zeigen, welches Potenzial für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland steckt und welches Potenzial die Spiele auch für Deutschland bieten. Ich freue mich sehr auf diesen gemeinsamen Weg.“
Mit dem Ende des nationalen Auswahlverfahrens startet nun der internationale Bewerbungsprozess. Der DOSB befindet sich seit November 2025 im Continuous Dialogue mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und gilt seitdem auch international offiziell als Interessent für die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele. Auf den „Continuous Dialogue“ folgt der „Strategic Dialogue“. Diese neu eingeführte strategische Dialogphase soll im Rahmen der Vergabe der Spiele 2036 erstmals im März 2027 beginnen und den Austausch zwischen dem IOC und interessierten Bewerbern weiter vertiefen, auch um eine möglichst hohe Passfähigkeit mit den IOC-Zielen zu schaffen. Ende 2028 soll dann der „Targeted Dialogue“ mit einem oder mehreren Bewerbern eröffnet werden. Die Vergabe der Spiele 2036 soll auf der IOC-Session Mitte 2029 erfolgen.









