Foto: LSVBW / Fabian Schumacher

Stuttgart, 17. August 2026 | Zwölf Wochen nach der Bildung der neuen Landesregierung von Baden-Württemberg herrscht in der Zusammenarbeit zwischen organisiertem Sport und den Spitzen der Koalitionäre sowie der Landesverwaltung an vielen Punkten Funkstille. Der Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) fordert Ministerpräsident Cem Özdemir auf, umgehend zu der geplanten Neuressortierung des Sports in der Landesregierung im Sinne des vom Sport längst eingebrachten Lösungsvorschlags Stellung zu beziehen.

Mitte Mai erreichte den LSVBW erstmals offiziell die Information, dass Sport und Sportförderung durch die neue Landesregierung Baden-Württembergs künftig im Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen angesiedelt werden sollen und dies zudem noch ohne Nennung des Sports im Ministeriumsnamen. Schnell wurde jedoch deutlich, dass dies mit einer kompletten Herauslösung des Sportreferats aus dem bisher zuständigen Ministerium für Kultus, Jugend und Sport aufgrund der Themenkomplexität und der Förderlogiken so nicht möglich sei. Zudem sei zu befürchten, dass hierdurch die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Politik und Sport nicht ohne zusätzliche Belastungen für das Ehrenamt fortgesetzt werden könne.

Dem LSVBW und seinen drei angeschlossenen Sportbünden, Badischer Sportbund Freiburg, Badischer Sportbund Nord und Württembergischer Landessportbund, liegen nach wie vor keinerlei Lösungsvorschläge bzw. verbindliche Informationen vor. In mehreren Schreiben und auch persönlich haben sich die LSVBW-Verantwortlichen mehrfach an Ministerpräsident Cem Özdemir gewandt und darin auch Lösungsvorschläge unterbreitet. Die Antworten auf die Schreiben machen jedoch deutlich, dass bisher inhaltlich keine Auseinandersetzung mit den Vorschlägen erfolgt ist.

„Wir haben von Beginn an Offenheit gegenüber den neuen politischen Verantwortlichen signalisiert. Dass wir hierzu von Cem Özdemir noch keine Antwort erhalten haben, entspricht nicht der Stellung der größten zivilgesellschaftlichen Personenvereinigung des Landes und wird auch dem Engagement im Ehrenamt im Sport nicht gerecht“, stellt LSVBW-Präsident Jürgen Scholz fest. „Offensichtlich gibt es hinsichtlich der Politik des Gehörtwerdens sowie der Pläne zum Bürokratieabbau eine Diskrepanz zwischen Worten und Taten.“

Der Sport in Baden-Württemberg erwartet umgehend Lösungsvorschläge, die Mehraufwand in der Kommunikation und in den Abstimmungen ebenso vermeiden wie zusätzliche Bürokratie und Kosten. Der Sport fordert, dass hierbei der von ihm fachlich und politisch orientierte Kompromissvorschlag angemessen berücksichtigt wird.