Foto: LSVBW / Fabian Schumacher

LSVBW-Vizepräsident Gert Rudolph sitzt seit Herbst 2025 im SWR-Rundfunkrat, ab September wird er nach einer Reduktion der Mitgliederzahl alleiniger Vertreter der Sportverbände von Baden-Württemberg und Rheinland- Pfalz sein. Im Interview blickt er auf seine ersten Erfahrungen als Rundfunkratsmitglied zurück und voraus auf das, was er in dieser Rolle bewegen will. 

Der Rundfunkrat ist das oberste Kontrollgremium des Südwestrundfunks (SWR). Zu seinen 74 Mitgliedern – 51 aus Baden-Württemberg und 23 aus Rheinland-Pfalz – zählt neben Gert Rudolph derzeit auch Margarethe Lehmann, ehemaliges LSVBW-Präsidiumsmitglied. Sie vertreten die Interessen des organisierten Sports in Baden-Württemberg. Gert Rudolph übernahm im September 2025 das Amt von LSVBW-Vizepräsident Gundolf Fleischer, der sich seit 2015 im Rundfunkrat engagiert hatte.

Im September 2026 beginnt die neue Amtsperiode des SWR-Rundfunkrats, die mit einer Zäsur verbunden ist: Die Anzahl der Mitglieder wird gemäß dem geänderten Rundfunk-Staatsvertrag von 74 auf 52 reduziert. Der Sport in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erhält nur noch einen Sitz. Dieser wird – auf Basis einer gemeinsamen Vereinbarung und in gegenseitiger Abstimmung – in der kommenden Amtsperiode von Baden-Württemberg und Gert Rudolph wahrgenommen.

Gert Rudolph, wie haben Sie Ihre ersten Sitzungen als Mitglied des SWR-Rundfunkrats erlebt?

Ich wurde von Beginn an sehr freundlich und kollegial aufgenommen. Besonders hilfreich war, dass mit Margarete Lehmann bereits eine erfahrene Vertreterin des Sports im Rundfunkrat tätig war und mir den Einstieg erleichtert hat. Die Arbeit des Gremiums ist durch die SWR-Gremiengeschäftsstelle professionell organisiert. Beeindruckend ist die Vielfalt der vertretenen gesellschaftlichen Gruppen – von Bildung, Kultur und Naturschutz über Kommunen, Kirchen, IHK und Gewerkschaften bis hin zum Sport. Dadurch entstehen wertvolle Netzwerke und ein direkter Austausch mit Intendanz und Direktorium.

Was hat Sie dazu motiviert, sich in dieser Rolle einzubringen?

Ich möchte die Interessen des Sports im Südwesten auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vertreten. Gleichzeitig bietet die Mitarbeit im Rundfunkrat die Möglichkeit, mein Netzwerk für das Engagement im Sport weiter auszubauen. Mein Eindruck ist, dass der Sport im SWR bislang nicht die Aufmerksamkeit und Anerkennung erhält, die seiner gesellschaftlichen Bedeutung entspricht. Wie bewerten Sie die Abbildung des Sports in den Angeboten des Südwestrundfunks? Meine Erfahrungen im ersten Jahr zeigen, dass die Berichterstattung stark vom Fußball geprägt ist. Andere Sportarten und insbesondere der Breitensport kommen häufig zu kurz. Die Fußball-WM 2026 war dabei natürlich ein besonderes Ereignis, dennoch wünsche ich mir insgesamt mehr Vielfalt in der Sportberichterstattung.

Welche Herausforderungen beschäftigen den Rundfunkrat gerade insgesamt?

Mit der Neukonstituierung im September 2026 verkleinert sich das Gremium von 74 auf 52 Mitglieder. Viele erfahrene Mitglieder scheiden aus, gleichzeitig kommen zahlreiche neue hinzu. Diese Phase des Zusammenfindens und der Aufbau einer guten Zusammenarbeit innerhalb des Gremiums sowie mit Intendanz und Direktorium werden zentrale Herausforderungen sein.

Welche Themen und Impulse möchten Sie als Vertreter des Sports setzen?

Große Sportereignisse wie die Finals 2027 in Stuttgart oder die World Games 2029 in Karlsruhe bieten hervorragende Chancen, die Vielfalt des Sports im Südwesten sichtbar zu machen. Mir ist wichtig, dass der Sport im Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks den Stellenwert erhält, der seiner gesellschaftlichen Bedeutung entspricht. Dass der organisierte Sport künftig nur noch einen statt bislang drei Sitze im Rundfunkrat hat, macht diese Aufgabe allerdings nicht einfacher.

Welchen Einfluss wird das auf Ihre Arbeit und die Stimme des Sports haben?

Mit nur noch einem Sitz wird es deutlich schwieriger, die Anliegen des Sports gegenüber den anderen gesellschaftlichen Gruppen im Rundfunkrat einzubringen. Umso wichtiger ist es, Allianzen zu bilden und die Perspektive des Sports überzeugend zu vertreten. Der mir von Gundolf Fleischer ermöglichte frühzeitige Einstieg in der jetzigen Amtsperiode verschafft mir dabei einen wertvollen Erfahrungsvorsprung.

DANKE!

Der LSVBW bedankt sich bei Margarethe Lehmann und Gundolf Fleischer herzlich für ihr langjähriges Engagement im SWR-Rundfunkrat und für ihren Einsatz für eine angemessene mediale Darstellung des organisierten Sports in Baden-Württemberg.