
Foto: Picture Alliance / Sven Simon
Die Olympischen Winterspiele 2030 in den französischen Alpen werden ohne Wettbewerbe in der Nordischen Kombination stattfinden. Diese Entscheidung verkündete das IOC zu Wochenbeginn.
Die Kombination aus Skispringen und Skilanglauf zählte seit Beginn der Geschichte Olympischer Winterspiele zum Wettkampf-Programm: Erstmals wurde 1924 in Chamonix (Frankreich) eine Olympia-Goldmedaille in dieser Sportart vergeben – an den Norweger Thorleif Haug, der damals in beiden Teildisziplinen der Beste war. 106 Jahre später wird die Nordische Kombination erstmals bei Olympischen Winterspielen fehlen: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verkündete zu Wochenbeginn die Entscheidung, dass der Wettbewerb nicht zum Programm der Spiele 2030 in den französischen Alpen zählen wird.
Seine Entscheidung begründete das IOC in diesem Bericht mit geringer „Universalität“, das heißt mit vergleichsweise wenigen teilnehmenden Nationen sowie bisher ohne olympische Frauen-Wettbewerbe, der geringen Anzahl an Nationen in den Medaillenrängen und niedrigen Beliebtheitswerten. Die Nordische Kombination zählte 2026 in Milano Cortina zu den Entscheidungen, die hinsichtlich verschiedener Faktoren auf dem Prüfstand standen. In einer Studie landete sie bei elf von 14 untersuchten Beliebtheitsindikatoren im Sportarten-Vergleich auf dem letzten Rang.
Erfolgreiche Historie der Kombinierer aus BW
„Die Spatzen haben es in den letzten Tagen und Wochen eigentlich schon von den Dächern gepfiffen, dass diese Entscheidung droht“, stellte der Präsident des Skiverbands Schwarzwald Manfred Kuner, der als Vertreter der Fachverbände auch dem LSVBW-Präsidium angehört, in einem Interview mit dem SWR fest. „Sie ist für uns völlig inakzeptabel, auch nicht verständlich. Ich habe mir jetzt gerade noch die Pressekonferenz vom IOC angehört. Die Entscheidung ist eigentlich nicht nachvollziehbar. Es wurden drei Begründungen genannt, die in unseren Augen alle nicht mehr zutreffend sind.“
Baden-Württemberg kann insbesondere aufgrund der hervorragenden Arbeit und Infrastruktur im Schwarzwald auf eine erfolgreiche Historie in der Nordischen Kombination zurückblicken. Mit Georg Thoma (1960) und Georg Hettich (2006) stammen zwei deutsche Einzel-Olympiasieger aus dem Schwarzwald, zuletzt konnte 2022 in Peking (China) mit Manuel Faißt ein Kombinierer aus Baden-Württemberg eine Olympia-Medaille erringen: Silber mit der Mannschaft. Sein Vater Klaus Faißt wurde mit dem Trainerpreis Baden-Württemberg 2025 für seine Nachwuchsarbeit ausgezeichnet. Er begleitete in Baiersbronn die beste deutsche Kombiniererin Nathalie Armbruster auf ihrem Weg an die internationale Spitze.
Den weiteren Weg für Deutschlands Nordische Kombinierer gestaltet der Deutsche Skiverband (DSV). „Jetzt richtet sich unser Blick nach vorne. Gemeinsam werden wir bewerten, welche Konsequenzen sich daraus ergeben und wie wir die Nordische Kombination künftig bestmöglich weiterentwickeln können. Dazu gehört selbstverständlich auch der enge Austausch mit den anderen führenden Skinationen sowie insbesondere mit dem Weltverband FIS“, sagte der DSV-Sportdirektor Nordisch Horst Hüttel in diesem DOSB-Bericht.









