Gruppenbild mit Mitglieder der Spitzensportförderung der Polizei in Polizeiuniform

Foto: Landespolizei BW

Jubiläum eines Erfolgsmodells: Vor genau zehn Jahren haben Innenministerium Baden-Württemberg und Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) eine Kooperation zur Spitzensportförderung der Landespolizei geschlossen. Es ist eine Win-Win-Situation für beide Partner, die Früchte trägt.

Mit vier geförderten Sportlerinnen und Sportlern fiel in Baden-Württemberg der Startschuss für das Modell der Spitzensport-Laufbahn in den Reihen der Landespolizei. Das Ziel: Ausbildungsmodelle und Karrieremöglichkeiten zu schaffen, die individuell auf die Bedürfnisse im Leistungssport angepasst sind. Vor genau zehn Jahren, am 25. September 2025, unterzeichneten Baden-Württembergs damaliger Innenminister Reinhold Gall und der ehemalige LSVBW-Präsident Dieter Schmidt-Volkmar dafür eine Kooperationsvereinbarung. Längst kann man von einem Erfolgsmodell sprechen.

„Der Sport und die Polizei haben sehr viele Gemeinsamkeiten, gefordert sind Leistungsfähigkeit, Disziplin und physische Fitness“, stellt Jürgen Augst, Ansprechpartner für die Spitzensportförderung der Polizei Baden-Württemberg, fest. „Wir suchen und bieten den Sportlerinnen und Sportlern eine strukturierte Förderung und geben ihnen eine berufliche Perspektive. Eine gewinnbringende Zusammenarbeit für den Sport und für die Landespolizei Baden-Württemberg.“

Foto: Jan Papenfuß

Jüngstes Beispiel: Sandrina Sprengel

Zu den Athletinnen und Athleten, die von diesem Modell profitieren, zählt auch Siebenkämpferin Sandrina Sprengel. Als Dritte der U20-WM 2022 und U20-Europameisterin 2023 stellte sie schon früh ihr Talent unter Beweis. Ihr Schritt in die Erwachsenenklasse war begleitet von der Aufnahme eines Bachelor-Studiums für den gehobenen Dienst an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen.

Dass dieser Weg optimale Rahmenbedingungen für die sportliche Entwicklung bietet, unterstreicht ihr Auftritt bei der Leichtathletik-WM im September in Tokio: Mit neuer Bestleistung von 6.434 Punkten belegte die 21-Jährige als jüngste Teilnehmerin im Feld Platz fünf. Das SWR-Fernsehen hat Sandrina Sprengel bei ihrer Ausbildung besucht und zeigt im Beitrag „Spitzensportlerin in Uniform“, wie sie ihr Training mit ihrem Traumberuf vereint.

„Die Abwechslung mit dem Alltag, die Verbindung mit dem Sport, es ist kein langweiliger Job. Man riskiert etwas, aber es macht einfach Spaß, in so einem Team zu arbeiten“ – so die Beweggründe der jungen Siebenkämpferin, sich für diesen Weg und diesen Beruf zu entscheiden.

Bereits 63 Sportlerinnen und Sportler gefördert

Insgesamt 63 Sportlerinnen und Sportler konnte die Polizei Baden-Württemberg seit Beginn der Kooperation maßgeschneiderte Beschäftigungsverhältnisse anbieten, 37 von ihnen befinden sich aktuell noch in der Förderung. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Sportförderplätze wird in enger Abstimmung mit Baden-Württembergs Innenministerium definiert.

Dass die Karrieremöglichkeiten langfristig in Anspruch genommen werden, zeigt eindrucksvoll die Konstanz der Anstellungen: Bis auf vier der seit 2015 geförderten Sportlerinnen und Sportler absolvieren alle weiterhin ihren Dienst bei der Polizei Baden-Württemberg. Teils haben sie erfolgreich ihre Ausbildung oder ihr Bachelor-Studium abgeschlossen und sind in den Regeldienst gewechselt.

Flexible Modelle

Maßgeblich für eine Aufnahme in die Spitzensportförderung der Polizei Baden-Württemberg sind zunächst ein erfolgreiches allgemeines Bewerbungs- und Aufnahmeverfahren. Berücksichtigt werden darüber hinaus unter anderem die Kaderzugehörigkeit und die Bewertung der sportlichen Perspektive mit dem Ziel WM- und Olympia-Teilnahme. Hierfür steht Jürgen Augst in enger Abstimmung mit den jeweiligen Olympiastützpunkten und Spitzenverbänden.

Die Gestaltung jedes Karrierewegs erfolgt individuell angepasst an die Bedürfnisse der Sportlerinnen und Sportler sowie die Besonderheiten ihrer Sportart. So gibt es im mittleren Polizeivollzugsdienst einen gesonderten Ausbildungsverlauf für Sommer- und Wintersportler. Zudem besteht die Möglichkeit zu stundenweiser oder mehrtägiger Freistellung oder gar einer Unterbrechung von Ausbildung oder Studium. Dienste oder Praktika finden in der Nähe der Trainings-/Wohnorte und bei flexibler Dienstzeitplanung statt.

„Wir haben mit den Sportlerinnen und Sportlern der Sportfördergruppe grundsätzlich sehr positive Erfahrungen gemacht. Die Zusammenarbeit ist angenehm und macht sehr viel Spaß“, zieht Jürgen Augst eine positive Zwischenbilanz. Diese wird auch durch weitere sportliche Erfolge unterstrichen – zum Beispiel jene von Janina Minge (Fußball; Olympia-Bronze; DFB-Vizekapitänin), Antje Döll (Olympia-Teilnehmerin im Handball; DHB-Kapitänin), Darius Kiefer (Ringen griechisch-römisch; U20-Europameister) oder Tizian Lauria (Leichtathletik/Kugelstoßen; U23-Europameister).

Mehr zur Spitzensportförderung der Polizei Baden-Württemberg erfahren Sie hier auf dem Karriere-Portal der Polizei BW