Kinder- und Jugendpolitik
Jugendpolitische Forderungen der BWSJ
Im Bereich der Kinder- und Jugendpolitik widmet sich die Baden-Württembergische Sportjugend vor allem der Stärkung von jungem Engagement und Beteiligung, der Bewegungsförderung, der Prävention interpersonaler Gewalt sowie der generellen Bildungsarbeit durch Sport. Die BWSJ setzt sich dafür ein, dass Kinder- und Jugendarbeit im Sport anerkannt wird, gute Rahmenbedingungen geschaffen werden und eine ausreichende finanzielle Förderung gesichert ist. Dafür vertritt sie die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber der Bundes- und Landespolitik sowie in Netzwerken und Gremien der Kinder- und Jugendarbeit auf Landesebene.
Anlässlich der Landtagswahl 2026, die am 08. März 2026 in Baden-Württemberg stattfindet, hat die BWSJ ihre zentralen jugendpolitischen Forderungen in einem Positionspapier festgehalten und fordert von der Politik ein klares Bekenntnis zur Jugendarbeit im Sport.
Eine starke Kinder- und Jugendpolitik im Sport im Sport ist nicht nur eine Investition in die Zukunft des Sports, sondern in die Zukunft unserer Gesellschaft insgesamt. Nur wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen, kann der organisierte Sport seinem Anspruch gerecht werden, ein verlässlicher Partner für gelingendes Aufwachsen, gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Bildung zu sein.
Der organisierte Sport bringt Kinder nicht nur in Bewegung, sondern vermittelt auch Werte und soziale Kompetenzen. Fernab vom schulischen Leistungsdruck werden junge Menschen zur Selbstbestimmung… Weiter…
Partizipation und Teilhabe im Sportverein ermöglicht jungen Menschen in besonderem Maße, demokratische Strukturen und bürgerschaftliches Engagement zu erproben. Die Bereitschaft für das gemeinsame Ganze… Weiter…
Dem Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen zu begegnen ist eine der zentralen Aufgaben. Ein Defizit an Bewegung, wie wir es derzeit erleben, führt schon bei Kindern zu motorischen Schwächen… Weiter…
Die BWSJ setzt sich zum Ziel, den Schutz der Kinder und Jugendlichen in all seinen Aktivitäten zu verankern und setzt sich für Transparenz im Kinder- und Jugendsport ein, um sichere Räume zu schaffen… Weiter…
Gemeinschaft bilden

Der organisierte Sport bringt Kinder nicht nur in Bewegung, sondern vermittelt auch Werte und soziale Kompetenzen. Fernab vom schulischen Leistungsdruck werden junge Menschen zur Selbstbestimmung befähigt und können lernen gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.
Daher setzen wir uns dafür ein, dass…
- Jugendsportstrukturen durch die Fortschreibung des Masterplan Jugend und die Schaffung von mehr Bildungsreferentenstellen handlungsfähiger gemacht werden.
- die Landespolitik der kommenden Legislaturperiode sich noch mehr als zuvor um die Förderung ehrenamtlichen Engagements bemüht.
- die Anerkennungskultur, durch Vergünstigungen, erleichterte Zugänge und Vorteile für Ehrenamtliche verbessert wird.
- Freiräume für die Ausübung und die Fortbildung im Ehrenamt, durch die Möglichkeit der Freistellung auch an Schule und Universität geschaffen werden.
- das Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes mit Lohnfortzahlung ausgebaut wird.
- Sportvereine in ihrer Rolle im Sozialraum unterstützt und gestärkt werden.
Junges Engagement stärken
Partizipation und Teilhabe im Sportverein ermöglicht jungen Menschen in besonderem Maße, demokratische Strukturen und bürgerschaftliches Engagement zu erproben. Die Bereitschaft für das gemeinsame Ganze oder für bestimmte Belange Verantwortung zu übernehmen, ist Grundlage unserer demokratischen Gesellschaft.
Daher setzen wir uns dafür ein, dass…
- Kinder und Jugendbeteiligung auf allen Ebenen ausgebaut wird, z.B. durch die Absenkung des Wahlalters auf 16 bei Landtagswahlen und die Einführung und den Ausbau von Partizipationsformaten.
- die Freiwilligendienste gestärkt werden, z.B. durch eine Erhöhung der Landesförderung.
- Freiräume zur Teilhabe und Beteiligung junger Menschen (in der Pandemie) geschaffen werden.
Sport und Bewegung fördern
Dem Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen zu begegnen ist eine der zentralen Aufgaben. Ein Defizit an Bewegung, wie wir es derzeit erleben, führt schon bei Kindern zu motorischen Schwächen und Haltungsschäden sowie langfristig zu Problemen in der sozialen, kognitiven und emotionalen Entwicklung.
Daher setzen wir uns dafür ein, dass…
- die Gesundheitspolitik des Landes mehr als bisher zur Politik der Bewegungsförderung gemacht wird und die 11.300 Sportvereine im Land als wichtiger Partner anerkannt werden.
- der schulische Sportunterricht sichergestellt wird.
- sportbezogene Angebote in Schulen, die über den eigentlichen Sportunterricht hinausgehen, ausgeweitet und in enger Zusammenarbeit mit den Sportvereinen durchgeführt werden.
- kostenlose Zugänge für sozial benachteiligte Kinder durch staatliche Förderung überall ermöglicht werden.
- gerade nach den Einschränkungen der Pandemie das Bewegungsbedürfnis und die Bewegungsförderung systematisch berücksichtigt wird, um gesundheitliche Ungleichheiten zu reduzieren.
- der Zugang zu Sportvereinen und Bewegungsräumen ermöglicht und aufrechterhalten wird.
Kinder- und Jugendschutz leben
Die BWSJ setzt sich zum Ziel, den Schutz der Kinder und Jugendlichen in all seinen Aktivitäten zu verankern und setzt sich für Transparenz im Kinder- und Jugendsport ein, um sichere Räume zu schaffen. Gemeinsam mit den regionalen Sportjugenden arbeitet die BWSJ an dem Thema „Prävention sexualisierte Gewalt“ (PSG) und engagiert sich durch die Entwicklung von Konzepten, Fortbildungsangeboten und Materialien.
Daher setzen wir uns dafür ein, dass…
- die Prävention, Intervention und Aufarbeitungsarbeit in den Vereinen durch die Schaffung neuer Bildungsreferentenstellen in den hauptamtlichen Strukturen gestärkt wird.
Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2026
Welche Ansichten vertreten die zur Landtagswahl in Baden-Württemberg antretenden Parteien in Bezug auf unsere jugend- und sportpolitischen Anliegen?
Im Vorfeld haben wir den zur Wahl stehenden Parteien Fragen zu zentralen Handlungsfeldern der Sport- und Jugendpolitik gestellt. Anhand von Wahlprüfsteinen haben wir einen jugendpolitischen Parteienvergleich zur Landtagswahl vorgenommen. Durch diesen möchten wir euch einen transparenten Überblick darüber geben, wie sich die Parteien für ein jugendsportgerechtes Baden-Württemberg einsetzen: von der Förderung von Bewegung und Gesundheit über Chancengerechtigkeit im Zugang zu Sport bis hin zur Stärkung von Sport- und Jugendarbeit sowie des Ehrenamts.
Auf unserem Instagram-Kanal sind thematisch gebündelt die Antworten der Parteien auf unsere Fragen stichpunktartig zusammengefasst. Die ausführlichen Antworten der einzelnen Parteien findet ihr nachfolgend. Die Reihenfolge richtet sich nach der aktuellen Fraktionsstärke im Landtag und stellt keine Wertung dar.
1. Forderung BWSJ: Mehr Freiräume und Räume zur Entwicklung für junge Menschen
Kinder und Jugendliche benötigen wohnortnahe, frei zugängliche und inklusionsorientierte Bewegungs- und Begegnungsräume, um soziale Teilhabe, Gesundheit und persönliche Entwicklung zu fördern. Studien wie der 17. Kinder- und Jugendbericht oder die MOVE For Health Studie der Deutschen Sportjugend zeigen jedoch deutliche Lücken im öffentlichen Raum und ungleiche Zugänge. Vor diesem Hintergrund möchten wir von den Parteien erfahren, welche politischen Schritte sie auf Landesebene zur Stärkung jugendgerechter Sozial- und Bewegungsräume planen.
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche in Stadt und Land ausreichend frei zugängliche Bewegungs- und Begegnungsräume erhalten?
- Wie bewertet Ihre Partei den bisherigen Stand der Landesförderung für jugendgerechte Sozial- und Bewegungsräume im urbanen wie im ländlichen Raum, auch außerhalb des Lernorts Schule, und welche weiteren Maßnahmen oder Programme plant sie zur Stärkung solcher Räume?
- Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um Niedrigschwelligkeit, Inklusion und Partizipation öffentlicher Bewegungsräume zu gewährleisten?
Grüne: „Kinder und Jugendliche brauchen wohnortnahe, frei zugängliche Räume für Bewegung, Begegnung und selbstbestimmte Entwicklung. Sportstätten und Jugendzentren sind wichtige Orte, an denen Kinder und Jugendliche miteinander in Kontakt kommen, sich bewegen, ihre Gesundheit stärken und Demokratie erleben können.
Wir setzen uns für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land ein. Kinder und Jugendliche sollen überall in Baden-Württemberg verlässliche und gut erreichbare Angebote vorfinden. Gerade im ländlichen Raum stärken wir die Angebote für Jugendliche durch aktive Struktur- und Kommunalpolitik, unter anderem mit dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, Quartiersentwicklung und der Förderung lebendiger Ortskerne.
Damit Jugendliche die Angebote wirklich nutzen können, müssen wir die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs ausbauen und für Jugendliche erschwinglich machen. Das Land hat mit dem D-Ticket Jugend BW ein attraktives Angebot für junge Menschen bis 28 geschaffen.
Bestehende Programme zur Sportstätten- und Bewegungsraumförderung werden wir fortführen und weiterentwickeln. Mit einem landesweiten Programm „Sportstätten fit 2032“ wollen wir Hallen, Bäder und Sportplätze modernisieren. Niedrigschwellige Zugänge, Barrierefreiheit, Inklusion sowie die Beteiligung junger Menschen an Planung und Gestaltung öffentlicher Räume sind verbindliche Leitlinien. Sportvereine sind dabei wichtige Partner vor Ort.“
2. Forderung BWSJ: Gesundheit stärken und Teilhabe sichern
Regelmäßige Bewegung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, der Zugang zu Sportangeboten ist jedoch sozial ungleich verteilt. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Strategien und Maßnahmen sie planen, um Bewegung im Alltag zu fördern und Zugangsbarrieren für benachteiligte Familien abzubauen.
- Wie sieht die Strategie Ihrer Partei aus, landesweit Sport und Bewegung im Alltag zu fördern?
- Wie bewertet Ihre Partei den bestehenden Förderrahmen des Bildungs- und Teilhabepakets hinsichtlich der Unterstützung einkommensschwacher Familien beim Zugang zu Sport und Bewegung, und welche landespolitischen Maßnahmen oder ergänzenden Programme plant Ihre Partei, um bestehende Lücken zu schließen?
Grüne: „Bewegung und Sport sind zentrale Bausteine einer präventiven Gesundheitsstrategie. Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Wohnort den Zugang zu regelmäßiger Bewegung zu ermöglichen.
Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter ab 2026/27 bietet sich die Chance, Bewegung, Spiel und Sport stärker im Alltag zu verankern. Der Ganztag soll qualitativ so gestaltet werden, dass Bewegung ein fester Bestandteil wird und Kooperationen zwischen Schule, Sportvereinen und außerschulischen Partnern gestärkt werden.
Klar ist: Sport ist für alle da. Wir müssen Zugangsbarrieren zu Sportangeboten abbauen und Kinder frühzeitig an regelmäßige Bewegung heranzuführen. Neben dem Bildungs- und Teilhabepaket, das ein wichtiges Instrument zur Unterstützung von Familien bleibt, unterstützen wir deshalb beispielsweise integrative Projekte, die sich auch an einkommensschwache Familien richten.“
3. Forderung BWSJ: Gewaltprävention und Kinderschutz stärken
Sportvereine, Schulen und Jugendeinrichtungen müssen sichere Räume für Kinder und Jugendliche bieten. Unter anderem der 17. Deutsche Kinder- und Jugendbericht unterstreicht die Notwendigkeit verbindlicher Schutzkonzepte, regelmäßiger Schulungen und langfristig angelegter Förderstrukturen. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, wie sie Kinderschutz im Sport dauerhaft institutionell verankern und Vereine bei Prävention und Qualifizierung nachhaltig unterstützen wollen.
- Wie will Ihre Partei gewährleisten, dass die im organisierten Sport tätigen Vereine und Verbände künftig langfristig, nachhaltig und mit ausreichender Finanzierung bei der Umsetzung von Schutzkonzepten und Maßnahmen im Bereich Kinderschutz sowie Gewaltprävention unterstützt werden?
- Wie beabsichtigt Ihre Partei, das Thema Kinderschutz im Sport dauerhaft und strukturell zu verankern und institutionell zu fördern, und welche konkreten Maßnahmen oder Rahmenbedingungen sollen dafür geschaffen werden?
- Wie sieht Ihre Partei die Verantwortung des Landes gegenüber Sportverbänden und -vereinen bei der Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich Prävention von interpersonaler Gewalt und welche Ressourcen sollen hierfür bereitgestellt werden?
Grüne: „Sportvereine und -verbände müssen sichere Orte für Kinder und Jugendliche sein. Kinderschutz und Gewaltprävention werden als dauerhafte staatliche Verantwortung verstanden und nicht als befristete Projektaufgabe.
Um Ehrenamtliche wirksam zu entlasten, setzen wir in Baden-Württemberg auf Standardisierung und Service im Rahmen des Masterplans Kinderschutz. Eine landesweite Webplattform stellt Vorlagen für Schutzkonzepte, Checklisten, Ansprechpartner*innen, Qualifizierungsangebote und praxisnahe Materialien für Vereine zur Verfügung.
Flankierend werden Basisqualifizierungen mit modularen Angeboten, Online-Formaten und E-Learning ausgebaut. Für komplexe Fragestellungen stehen Schutzkonzept-Berater*innen sowie die Beratung durch sogenannte „insoweit erfahrene Fachkräfte“ nach § 8b SGB VIII, die Kenntnisse über Kindeswohlgefährdung haben und Gefährdungssituationen einschätzen können, zur Verfügung.
Landesweite Qualitätskriterien und Mindeststandards sorgen für Verlässlichkeit beim Schutz vor und der Prävention von Gewalt. Die Wirksamkeit zeigt sich unter anderem in über 340 geförderten Schutzkonzepten sowie 30 zusätzlichen Stellen zur Begleitung. Ziel ist es, diese Strukturen langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.“
4. Forderung BWSJ: Stärkung von jungem Engagement und Ehrenamt
Engagement junger Menschen ist eine zentrale Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aktuelle Daten des Freiwilligensurveys und der Jugendstudie BW zeigen, dass sich ein Großteil der jungen Menschen aktiv engagiert, gleichzeitig Anerkennung und Unterstützungsstrukturen entscheidend für die Motivation sind. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um ehrenamtliches Engagement im Sport nachhaltig zu würdigen, zu erleichtern und zu stärken.
- Welche konkreten Schritte plant Ihre Partei, um ehrenamtliches Engagement junger Menschen im Sport besser anzuerkennen, z. B. durch eine (verbesserte) Ehrenamtskarte, die auch private bzw. kommerzielle Anbieter beinhaltet, die den ÖPNV umfasst und erleichterte Zugänge zu Leistungen wie BAföG ermöglicht?
- Mit welchen Maßnahmen plant Ihre Partei junges Engagement auch außerhalb der Ehrenamtskarte zu würdigen und zu belohnen, z. B. durch Berücksichtigung und Anerkennung in der Schule, im Studium oder bei der Altersvorsorge?
- Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass junge Ehrenamtliche im Sport, wie Jugendleiter:innen, Trainer:innen, Helfer:innen, entlastet werden (z. B. hinsichtlich Fortbildung, Freistellung, Lohnfortzahlung) und eine verlässliche Struktur vorfinden?
Grüne: „Junges ehrenamtliches Engagement im Sport ist eine tragende Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts und leistet einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung und Persönlichkeitsentwicklung, insbesondere im ländlichen Raum.
Ehrenamt wird durch verlässliche Rahmenbedingungen, Bürokratieabbau, gute Qualifizierungsangebote und die Unterstützung der Kommunen vor Ort gestärkt. Wertschätzung soll im Alltag spürbar sein.
Dazu gehören die landesweite Ehrenamtskarte Baden-Württemberg, die seit Sommer 2025 schrittweise eingeführt wird. Wir wollen Kultur- und Freizeit-Angebote, die mit der Ehrenamtskarte genutzt werden können, weiter ausbauen, damit die Ehrenamtskarte auch von jungen Menschen und Familien noch häufiger genutzt wird.
Zur finanziellen Entlastung tragen außerdem Instrumente wie das D-Ticket JugendBW sowie die kostenlose Landes-Sammelversicherung für ehrenamtlich Tätige bei.
Damit noch mehr Menschen ehrenamtlich aktiv werden können, wollen wir eine Enquete-Kommission „Ziviles Engagement und Ehrenamt“ einsetzen. Sie soll unter breiter Einbindung aller gesellschaftlicher Gruppen Lösungen dafür entwickeln, wie wir das Ehrenamt besser in Einklang mit Beruf und Ausbildung bringen können. Ehrenamtliches Engagement soll anerkannt werden und darf kein Nachteil für junge Menschen in Schule, Ausbildung oder Studium sein.“
5. Forderung BWSJ: Freiwilligendienste für alle – fair und zugänglich
Freiwilligendienste bieten jungen Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, gesellschaftlichen Teilhabe und Stärkung demokratischer Kompetenzen. Der Zugang zu einem Freiwilligendienst darf nicht von finanziellen oder sozialen Voraussetzungen abhängig sein. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um allen jungen Menschen verlässliche Plätze, ausreichende finanzielle Unterstützung und gezielte Beratung zu ermöglichen.
- Welche politischen Maßnahmen plant Ihre Partei, um allen jungen Menschen einen verlässlichen, bedarfsgerechten Zugang zu einem Freiwilligendienstplatz zu ermöglichen?
- Unterstützen Sie die Forderung nach einer Ausweitung des FSJ Sport und Schule?
- Welche Strategien verfolgt Ihre Partei, um sicherzustellen, dass junge Menschen unabhängig von ihren finanziellen, sozialen oder persönlichen Voraussetzungen einen Freiwilligendienst leisten können?
Grüne: „Freiwilligendienste dürfen kein Privileg für finanziell besser gestellte junge Menschen sein. Sie sind wichtige Zugänge zu gesellschaftlicher Teilhabe, Berufsorientierung und demokratischem Lernen. Wir wollen den Zugang für alle jungen Menschen zu Freiwilligendiensten verbessern, etwa durch ein auskömmliches Taschengeld mit sozialer Abfederung, Zuschüsse für Wohnen und Mobilität, flexible Teilzeitmodelle sowie eine gezielte Ansprache von Jugendlichen an beruflichen Schulen.
Auf Landesebene streben wir für den FSJ Sport und Schule verlässliche Strukturen und qualitativ hochwertige Einsatzstellen an. Seit seiner Einführung 2013 haben wir den FSJ Sport und Schule schrittweise von 46 auf 200 Plätze im Jahr ausgebaut. Wir streben an die Finanzierung auch über 2026 hinaus sicherzustellen.“
Stuttgart, 29.01.2026
1. Forderung BWSJ: Mehr Freiräume und Räume zur Entwicklung für junge Menschen
Kinder und Jugendliche benötigen wohnortnahe, frei zugängliche und inklusionsorientierte Bewegungs- und Begegnungsräume, um soziale Teilhabe, Gesundheit und persönliche Entwicklung zu fördern. Studien wie der 17. Kinder- und Jugendbericht oder die MOVE For Health Studie der Deutschen Sportjugend zeigen jedoch deutliche Lücken im öffentlichen Raum und ungleiche Zugänge. Vor diesem Hintergrund möchten wir von den Parteien erfahren, welche politischen Schritte sie auf Landesebene zur Stärkung jugendgerechter Sozial- und Bewegungsräume planen.
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche in Stadt und Land ausreichend frei zugängliche Bewegungs- und Begegnungsräume erhalten?
- Wie bewertet Ihre Partei den bisherigen Stand der Landesförderung für jugendgerechte Sozial- und Bewegungsräume im urbanen wie im ländlichen Raum, auch außerhalb des Lernorts Schule, und welche weiteren Maßnahmen oder Programme plant sie zur Stärkung solcher Räume?
- Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um Niedrigschwelligkeit, Inklusion und Partizipation öffentlicher Bewegungsräume zu gewährleisten?
CDU: „Mit Blick auf die Förderung von „mehr Freiräumen und Räumen zur Entwicklung für junge Menschen“ werden wir die Städtebauförderung weiterhin mit ausreichenden Mitteln ausstatten. Im Rahmen der Städtebauförderung kann beispielsweise die Reaktivierung von brachliegenden Flächen, der Bau von neuen Grünanlagen und Plätzen oder von Orten der Integration gefördert werden. Zudem wollen wir die Mittel für den „Investitionspakt Baden-Württemberg Soziale Integration im Quartier“ in Höhe von jährlich 15 Mio. Euro weiterhin verstetigen. Mit diesen Mitteln kann die Schaffung von Orten der Begegnung ebenso gefördert werden wie die Verbesserung von Frei- und Grünflächen und Maßnahmen zur Unterstützung der Barrierefreiheit.“
2. Forderung BWSJ: Gesundheit stärken und Teilhabe sichern
Regelmäßige Bewegung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, der Zugang zu Sportangeboten ist jedoch sozial ungleich verteilt. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Strategien und Maßnahmen sie planen, um Bewegung im Alltag zu fördern und Zugangsbarrieren für benachteiligte Familien abzubauen.
- Wie sieht die Strategie Ihrer Partei aus, landesweit Sport und Bewegung im Alltag zu fördern?
- Wie bewertet Ihre Partei den bestehenden Förderrahmen des Bildungs- und Teilhabepakets hinsichtlich der Unterstützung einkommensschwacher Familien beim Zugang zu Sport und Bewegung, und welche landespolitischen Maßnahmen oder ergänzenden Programme plant Ihre Partei, um bestehende Lücken zu schließen?
CDU: „Durch die Integration einer täglichen Bewegungs- oder Sporteinheit in den Schulalltag möchten wir Bewegung im Alltag fördern. Die Kooperation Kindergarten-Verein und Schule-Verein wollen wir stärken, um Kinder und Jugendliche sowohl in ihrer motorischen, kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklung zu unterstützen, als auch an Vereine und – perspektivisch – ehrenamtliches Engagement heranzuführen. Im Kontext der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung befürwortet die CDU eine verlässliche Kooperation mit außerschulischen Partnern; das schließt außerschulische Lernorte ein. Programme wie „Schau mal, was ich kann“ oder „Integration durch Sport“ wollen wir bedarfsgerecht fortführen. Die Qualifizierung ehrenamtlicher Übungsleiter ist uns ein weiteres wichtiges Anliegen. Das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) senkt Hürden, damit Kinder und Jugendliche unter anderem am organisierten Sport teilnehmen können und so Bewegung, soziale Integration und gesundheitliche Entwicklung unterstützt werden. Erfahrungen aus der Praxis zeigen jedoch, dass ein großer Teil der dem Grunde nach berechtigten Familien die BuT-Leistungen nicht nutzt – namentlich wegen fehlender Bekanntheit, bürokratischer Hürden und komplizierter Antragstellung. Deshalb sollten vor allem Förderstrukturen vereinfacht sowie Beratungs- und Informationsangebote gestärkt werden. Zusätzliche können Kooperationen zwischen Vereinen und Verwaltungen und mobile Sportangebote in benachteiligten Quartieren dazu beitragen, die Lücke zwischen Anspruch und tatsächlicher Teilnahme zu schließen.“
3. Forderung BWSJ: Gewaltprävention und Kinderschutz stärken
Sportvereine, Schulen und Jugendeinrichtungen müssen sichere Räume für Kinder und Jugendliche bieten. Unter anderem der 17. Deutsche Kinder- und Jugendbericht unterstreicht die Notwendigkeit verbindlicher Schutzkonzepte, regelmäßiger Schulungen und langfristig angelegter Förderstrukturen. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, wie sie Kinderschutz im Sport dauerhaft institutionell verankern und Vereine bei Prävention und Qualifizierung nachhaltig unterstützen wollen.
- Wie will Ihre Partei gewährleisten, dass die im organisierten Sport tätigen Vereine und Verbände künftig langfristig, nachhaltig und mit ausreichender Finanzierung bei der Umsetzung von Schutzkonzepten und Maßnahmen im Bereich Kinderschutz sowie Gewaltprävention unterstützt werden?
- Wie beabsichtigt Ihre Partei, das Thema Kinderschutz im Sport dauerhaft und strukturell zu verankern und institutionell zu fördern, und welche konkreten Maßnahmen oder Rahmenbedingungen sollen dafür geschaffen werden?
- Wie sieht Ihre Partei die Verantwortung des Landes gegenüber Sportverbänden und -vereinen bei der Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich Prävention von interpersonaler Gewalt und welche Ressourcen sollen hierfür bereitgestellt werden?
CDU: „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor (sexualisierter) Gewalt hat für uns höchste Priorität. Verbindliche Schutzkonzepte in der Jugendarbeit sind ein wichtiger Schritt, reichen aber allein nicht aus. Deshalb haben wir mit dem „Masterplan Kinderschutz“ in BW eine umfassende, systematische Strategie zur Stärkung des Kinderschutzes im Land entwickelt, die darauf zielt, Kinder und Jugendliche wirksam vor Gewalt und Gefährdungen zu schützen und Kinderschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verankern. Er versteht Kinderschutz als ein dauerhaftes, ressortübergreifendes und vernetztes System, in dem Sensibilisierung, Prävention, Schutz und Intervention zusammenwirken. Er adressiert aktuell fünf zentrale Schwerpunktthemen: Sensibilisierung und Information, Qualifizierung von Fachkräften, Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten, spezifische Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Kinder und Jugendliche sowie Schutz in digitalisierten Lebenswelten. Mit der Verabschiedung des Masterplan Kinderschutz haben wir die entsprechenden Landesmittel von 700.000 Euro pro Jahr auf 5 Mio. Euro pro Jahr erhöht. Wir halten es für notwendig, Präventionsarbeit und Schutzkonzepte systematisch auch in Vereinen und Verbänden zu integrieren. Dazu gehören regelmäßige Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte und Ehrenamtliche, klare Verfahrenswege bei Verdachtsfällen, altersgerechte Präventionsangebote für Kinder und Jugendliche sowie eine stärkere Verankerung von Schutz- und Kinderrechten in Ausbildung und Qualifizierung. Mit Blick auf Schutzkonzepte in Vereinen und Verbänden kommt dem Projekt Kinderschutz in Baden-Württemberg (KiSchuBW) besondere Bedeutung zu. Hier werden Vereine und Verbände durch Schutzkonzeptberaterinnen und – berater aktiv dabei unterstützt, ein eigenes, individuelles und passgenaues Schutzkonzept entwickeln. Zudem werden im Rahmen des Projekts Fachtage angeboten, welche kompakte Einblicke in aktuelle Forschung, innovative Ansätze und praxiserprobte Methoden zur Entwicklung und Verankerung von Schutzkonzepten bieten. Diese Maßnahmen sollten aus unserer Sicht fortgeführt und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden.“
4. Forderung BWSJ: Stärkung von jungem Engagement und Ehrenamt
Engagement junger Menschen ist eine zentrale Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aktuelle Daten des Freiwilligensurveys und der Jugendstudie BW zeigen, dass sich ein Großteil der jungen Menschen aktiv engagiert, gleichzeitig Anerkennung und Unterstützungsstrukturen entscheidend für die Motivation sind. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um ehrenamtliches Engagement im Sport nachhaltig zu würdigen, zu erleichtern und zu stärken.
- Welche konkreten Schritte plant Ihre Partei, um ehrenamtliches Engagement junger Menschen im Sport besser anzuerkennen, z. B. durch eine (verbesserte) Ehrenamtskarte, die auch private bzw. kommerzielle Anbieter beinhaltet, die den ÖPNV umfasst und erleichterte Zugänge zu Leistungen wie BAföG ermöglicht?
- Mit welchen Maßnahmen plant Ihre Partei junges Engagement auch außerhalb der Ehrenamtskarte zu würdigen und zu belohnen, z. B. durch Berücksichtigung und Anerkennung in der Schule, im Studium oder bei der Altersvorsorge?
- Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass junge Ehrenamtliche im Sport, wie Jugendleiter:innen, Trainer:innen, Helfer:innen, entlastet werden (z. B. hinsichtlich Fortbildung, Freistellung, Lohnfortzahlung) und eine verlässliche Struktur vorfinden?
CDU: „Das Ehrenamt ist für uns ein Thema von herausragender Bedeutung. Deshalb wollen wir zukünftig die Unterstützung des Ehrenamts durch ein Mitglied der Landesregierung zentral koordinieren lassen. Wir begrüßen im Übrigen die Erleichterungen, die jüngst von der CDU-geführten Bundesregierung im Bereich des Ehrenamtes auf den Weg gebracht wurden, namentlich die Anhebung der Übungsleiter- und der Ehrenamtspauschale sowie der erweiterten Freistellung ehrenamtlich Tätiger von Haftungsrisiken. Um das ehrenamtliche Engagement weiter auszubauen, wollen wir den Tag des Ehrenamts für eine Ehrenamtsoffensive im Land nutzen. Die bislang noch in zu wenigen Landkreisen angebotene Ehrenamtskarte Baden-Württemberg werden wir gemeinsam mit den Vereinen und Kommunen gezielt verbessern und zugleich unbürokratischer gestalten. Auch die Jugendleiterkarte „Juleica“ als Ehrenamtskarte der Kinder- und Jugendarbeit werden wir weiter aufwerten. Die Vorschläge des Normenkontrollrates zur Entlastung der Vereine und des Ehrenamts von bürokratischen Vorgaben werden wir weiter konsequent umsetzen. Auch auf europäischer Ebene werden wir uns für praxisgerechte Lösungen etwa im Bereich des Datenschutzes einsetzen. Die Beratungs- und Serviceleistungen der Registergerichte wollen wir weiter ausbauen.“
5. Forderung BWSJ: Freiwilligendienste für alle – fair und zugänglich
Freiwilligendienste bieten jungen Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, gesellschaftlichen Teilhabe und Stärkung demokratischer Kompetenzen. Der Zugang zu einem Freiwilligendienst darf nicht von finanziellen oder sozialen Voraussetzungen abhängig sein. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um allen jungen Menschen verlässliche Plätze, ausreichende finanzielle Unterstützung und gezielte Beratung zu ermöglichen.
- Welche politischen Maßnahmen plant Ihre Partei, um allen jungen Menschen einen verlässlichen, bedarfsgerechten Zugang zu einem Freiwilligendienstplatz zu ermöglichen?
- Unterstützen Sie die Forderung nach einer Ausweitung des FSJ Sport und Schule?
- Welche Strategien verfolgt Ihre Partei, um sicherzustellen, dass junge Menschen unabhängig von ihren finanziellen, sozialen oder persönlichen Voraussetzungen einen Freiwilligendienst leisten können?
CDU: „In keinem anderen Land wird das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) so stark aus dem Landeshaushalt unterstützt, wie in Baden-Württemberg. Das schlägt sich auch in den Teilnehmerzahlen nieder. So absolvierten Ende 2024 fast 14.000 junge Menschen ein FSJ in Baden-Württemberg. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 14 Prozent und der zweithöchste Stand seit Einführung des FSJ. Die jährlichen Zuschüsse des Landes für die FSJ-Träger wurden Anfang des Jahres 2024 von 500 Euro auf 550 Euro pro Freiwilligem erhöht. Insgesamt wurden die Landesmittel zur FSJ-Förderung in den vergangenen Jahren in mehreren Schritten auf zuletzt 6,85 Mio. Euro angehoben. Außerdem wurden in dieser Legislaturperiode auch die Plätze im FSJ Sport und Schule um 250 erhöht; dafür stehen im Landeshaushalt nun 1,25 Mio. Euro zur Verfügung.“
Stuttgart, 06.02.2026
1. Forderung BWSJ: Mehr Freiräume und Räume zur Entwicklung für junge Menschen
Kinder und Jugendliche benötigen wohnortnahe, frei zugängliche und inklusionsorientierte Bewegungs- und Begegnungsräume, um soziale Teilhabe, Gesundheit und persönliche Entwicklung zu fördern. Studien wie der 17. Kinder- und Jugendbericht oder die MOVE For Health Studie der Deutschen Sportjugend zeigen jedoch deutliche Lücken im öffentlichen Raum und ungleiche Zugänge. Vor diesem Hintergrund möchten wir von den Parteien erfahren, welche politischen Schritte sie auf Landesebene zur Stärkung jugendgerechter Sozial- und Bewegungsräume planen.
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche in Stadt und Land ausreichend frei zugängliche Bewegungs- und Begegnungsräume erhalten?
SPD: „Wir wollen sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum zusätzliche Bewegungs- und Begegnungsräume schaffen, um sicherzustellen, dass alle Kinder und Jugendlichen überall in Baden-Württemberg Zugang erhalten. Im Rahmen einer Bedarfsplanung müssen dabei finanziell notwendige Investitionen ermittelt werden.
Zugleich bieten wir Vereinen gezielte Unterstützung, um ihre Angebote stärker in die Bildungs- und kommunalen Strukturen einzubinden. Durch die Integration in Bildungsprogramme und die Zusammenarbeit mit Kommunen eröffnen sich neue Chancen, Kinder und Jugendliche für Bewegung zu begeistern. Das stärkt die gesellschaftliche Bedeutung der Vereine weiter. Wir helfen Vereinen dabei, sich professioneller aufzustellen, mit mehr hauptamtlichen Stellen, die Entlastung und Entwicklung ermöglichen.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bisherigen Stand der Landesförderung für jugendgerechte Sozial- und Bewegungsräume im urbanen wie im ländlichen Raum, auch außerhalb des Lernorts Schule, und welche weiteren Maßnahmen oder Programme plant sie zur Stärkung solcher Räume?
SPD: „Aus Sicht der SPD sind Sportstätten Orte der Begegnung, der Bewegung und des Zusammenhalts. Doch viele Hallen, Vereinsheime und Sportplätze im Land sind in einem schlechten Zustand. Wir von der SPD starten eine umfassende Sanierungsoffensive für kommunale und vereinseigene Sportanlagen. Das Land muss seine Förderung deutlich erhöhen. Bei Neubau und Sanierung wird barrierefreier Zugang verpflichtend mitgedacht.
Unser Ziel: moderne, energetisch sanierte und inklusive Sportstätten, die allen Generationen offenstehen – vom Bolzplatz über das Schwimmbad bis zur Mehrzweckhalle. Dabei unterstützen wir vor allem Kommunen mit angespanntem Haushalt, benachteiligte Stadtteile und den ländlichen Raum.“
- Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um Niedrigschwelligkeit, Inklusion und Partizipation öffentlicher Bewegungsräume zu gewährleisten?
SPD: „Mit dem Förderprogramm „Sport verbindet“ unterstützen wir gezielt Vereine, die integrative und inklusive Angebote machen, zum Beispiel für Geflüchtete, Menschen mit Behinderung oder sozial benachteiligte Kinder. Sport muss für alle zugänglich sein, unabhängig von Herkunft, körperlicher Voraussetzung oder sozialem Status.“
2. Forderung BWSJ: Gesundheit stärken und Teilhabe sichern
Regelmäßige Bewegung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, der Zugang zu Sportangeboten ist jedoch sozial ungleich verteilt. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Strategien und Maßnahmen sie planen, um Bewegung im Alltag zu fördern und Zugangsbarrieren für benachteiligte Familien abzubauen.
- Wie sieht die Strategie Ihrer Partei aus, landesweit Sport und Bewegung im Alltag zu fördern?
SPD: „Wir führen verbindliche tägliche Bewegungseinheiten in Kitas und Grundschulen ein, um die motorische und geistige Entwicklung von Kindern zu fördern. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit qualifizierten Übungsleiter:innen, Sportvereinen und Lehrkräften. So sichern wir ein zugängliches, hochwertiges Bewegungsangebot in allen Bildungsstätten.
Sportvereine leisten einen unschätzbaren Beitrag zur körperlichen, sozialen und integrativen Entwicklung junger Menschen. Wir stärken die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportvereinen, vor allem im Rahmen des Ganztags. Dafür schaffen wir langfristige Kooperationsmodelle mit fairer Vergütung für die Mitarbeitenden der Vereine. Lehrkräfte sollen ihre Stunden flexibel auch zur Unterstützung externer Sportangebote einsetzen können. So fördern wir Bewegung im ganzen Land und entlasten gleichzeitig das Ehrenamt.
Zugleich bieten wir Vereinen gezielte Unterstützung, um ihre Angebote stärker in die Bildungs- und kommunalen Strukturen einzubinden. Durch die Integration in Bildungsprogramme und die Zusammenarbeit mit Kommunen eröffnen sich neue Chancen, Kinder und Jugendliche für Bewegung zu begeistern. Das stärkt die gesellschaftliche Bedeutung der Vereine weiter. Wir helfen Vereinen dabei, sich professioneller aufzustellen, mit mehr hauptamtlichen Stellen, die Entlastung und Entwicklung ermöglichen.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bestehenden Förderrahmen des Bildungs- und Teilhabepakets hinsichtlich der Unterstützung einkommensschwacher Familien beim Zugang zu Sport und Bewegung, und welche landespolitischen Maßnahmen oder ergänzenden Programme plant Ihre Partei, um bestehende Lücken zu schließen?
SPD: „Die Einführung des Bildungs- und Teilhabepakets im SGB II im Jahr 2011 auch in Folge einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu den Regelsätzen von Kindern war eine wichtige sozialpolitische Entscheidung des Deutschen Bundestages. In Baden-Württemberg nehmen ungefähr 80 % der Kinder in SGB II-Bedarfsgemeinschaften mindestens eine der Einzelleistungen des Bildungs- und Teilhabepakets in Anspruch. Allerdings liegt die Quote bei der Teilhabeleistung nur bei 13 %. Das lässt vermuten, dass in diesem Bereich Luft nach oben ist. Aus unserer Sicht liegt das nicht an „bürokratischen Hürden“. Denn natürlich muss geprüft werden, ob eine Sozialleistung geeignet und erforderlich ist, um die Notlage zu bekämpfen. Die Formulare bei den Jobcentern bzw. bei den Kommunen sind relativ leicht auszufüllen und bei der Bewilligung gibt es auch wenig Probleme. Allerdings ist das Bildungs- und Teilhabepaket innerhalb der betroffenen Familien noch zu wenig bekannt – insbesondere, wenn bei den Eltern auch sprachliche Hürden bestehen oder sie keine SGB II-Leistungen, sondern Wohngeld erhalten und damit auch einen Leistungsanspruch hätten. Unser Ansatz ist deshalb, dass in den Schulen die betroffenen Kinder und ihre Eltern bei der Antragstellung insbesondere durch die Schulsozialarbeit mehr darin unterstützt werden, ein gesundes Aufwachsen im Sportverein zu ermöglichen. Ergänzend könnten auch die Sportverbände und die Sportvereine mehr als bisher auf die Nutzung des Teilhabepakets hinweisen.“
3. Forderung BWSJ: Gewaltprävention und Kinderschutz stärken
Sportvereine, Schulen und Jugendeinrichtungen müssen sichere Räume für Kinder und Jugendliche bieten. Unter anderem der 17. Deutsche Kinder- und Jugendbericht unterstreicht die Notwendigkeit verbindlicher Schutzkonzepte, regelmäßiger Schulungen und langfristig angelegter Förderstrukturen. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, wie sie Kinderschutz im Sport dauerhaft institutionell verankern und Vereine bei Prävention und Qualifizierung nachhaltig unterstützen wollen.
- Wie will Ihre Partei gewährleisten, dass die im organisierten Sport tätigen Vereine und Verbände künftig langfristig, nachhaltig und mit ausreichender Finanzierung bei der Umsetzung von Schutzkonzepten und Maßnahmen im Bereich Kinderschutz sowie Gewaltprävention unterstützt werden?
SPD: „Indem wir die notwendige Finanzierung im Haushalt abbilden und Vereine bei der Erarbeitung von Schutzkonzepten besser unterstützen. Denn für uns ist klar: Kindeswohl muss immer oberste Priorität haben.
Ein Kinderschutzkonzept im Verein einzuführen bzw. es auszubauen, ist mit größeren, auch finanziellen Aufwendungen verbunden, als es fortlaufend zu berücksichtigen. Deshalb haben wir unter anderem dafür gesorgt, dass Vereine und Jugendverbände bei der Entwicklung von Schutzkonzepten sowie bei entsprechenden Informationsveranstaltungen unterstützt und beraten werden. Entsprechende Angebote, die aus Landesmitteln finanziert werden, unterbreitet insbesondere der Kinderschutzbund Baden-Württemberg.“
- Wie beabsichtigt Ihre Partei, das Thema Kinderschutz im Sport dauerhaft und strukturell zu verankern und institutionell zu fördern, und welche konkreten Maßnahmen oder Rahmenbedingungen sollen dafür geschaffen werden?
SPD: „Der Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport hat höchste Priorität. Wir stärken Aufarbeitung, Aufklärung, Sensibilisierung und Prävention, um Grenzverletzungen früh zu erkennen und zu verhindern. Es bedarf klarer Verhaltensrichtlinien, verbindlicher Meldeverfahren und regelmäßiger Fortbildungen für alle Trainer:innen – diese werden wir ausbauen und stärken. Denn es ist unabdingbar, dass Betroffene konsequenten Schutz und Unterstützung erhalten.
Wir regen auch an, die Vergabe von Fördermitteln im Sport an das Vorhandensein von Kinderschutzkonzepten zu knüpfen. Dann müssen aber die Vereine, die noch kein Kinderschutzkonzept haben, dabei unterstützt werden, ein solches einzuführen.“
- Wie sieht Ihre Partei die Verantwortung des Landes gegenüber Sportverbänden und -vereinen bei der Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich Prävention von interpersonaler Gewalt und welche Ressourcen sollen hierfür bereitgestellt werden?
SPD: „Es bedarf klarer Verhaltensrichtlinien, verbindlicher Meldeverfahren und regelmäßiger Fortbildungen für alle Trainer:innen – diese werden wir ausbauen und stärken. Wir werden prüfen, inwiefern hier zusätzliche finanzielle Mittel bereitgestellt werden müssen und im Rahmen welcher Programme diese verteilt werden können.
Im Übrigen liegt die Finanzierung sowohl für den Kinderschutz als auch für die Prävention von interpersonaler Gewalt in Sportverbänden und -vereinen nicht in der alleinigen Verantwortung des Landes. Deshalb fördern zu Recht auch der Bund und die Kommunen in diesem Bereich mit nicht unerheblichen Mitteln.“
4. Forderung BWSJ: Stärkung von jungem Engagement und Ehrenamt
Engagement junger Menschen ist eine zentrale Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aktuelle Daten des Freiwilligensurveys und der Jugendstudie BW zeigen, dass sich ein Großteil der jungen Menschen aktiv engagiert, gleichzeitig Anerkennung und Unterstützungsstrukturen entscheidend für die Motivation sind. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um ehrenamtliches Engagement im Sport nachhaltig zu würdigen, zu erleichtern und zu stärken.
- Welche konkreten Schritte plant Ihre Partei, um ehrenamtliches Engagement junger Menschen im Sport besser anzuerkennen, z. B. durch eine (verbesserte) Ehrenamtskarte, die auch private bzw. kommerzielle Anbieter beinhaltet, die den ÖPNV umfasst und erleichterte Zugänge zu Leistungen wie BAföG ermöglicht?
SPD: „Die Einführung der Ehrenamtskarte hat vom Beschluss bis zur (teilweisen) Verwirklichung zu lange gedauert. Insbesondere hätte auf die Erprobungsphase in Modellkommunen verzichtet werden können, wenn die Landesregierung auf die Erfahrung, die es bereits in anderen Bundesländern gibt, zurückgegriffen hätte. Die Angebote bzw. Vergünstigungen, die bisher vom Land und den Kommunen hinterlegt sind, sind noch nicht besonders attraktiv. Das wollen wir besser machen.“
- Mit welchen Maßnahmen plant Ihre Partei junges Engagement auch außerhalb der Ehrenamtskarte zu würdigen und zu belohnen, z. B. durch Berücksichtigung und Anerkennung in der Schule, im Studium oder bei der Altersvorsorge?
SPD: „Bei den Studienplätzen, die die baden-württembergischen Hochschulen selbst vergeben, wird die Vorbildung etwa aufgrund von fachspezifischem ehrenamtlichem Engagement oder einem Freiwilligendienst im Auswahlverfahren bereits berücksichtigt. Ebenso kann „außerschulische Praxiserfahrung“, die üblicherweise im Rahmen von Praktika erworben wird, grundsätzlich auch „im Rahmen von sozialem, ökologischem, oder sonstigem bürgerschaftlichen Engagement stattfinden“. Wir unterstützten hier eine vermehrte Anwendung.“
- Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass junge Ehrenamtliche im Sport, wie Jugendleiter:innen, Trainer:innen, Helfer:innen, entlastet werden (z. B. hinsichtlich Fortbildung, Freistellung, Lohnfortzahlung) und eine verlässliche Struktur vorfinden?
SPD: „Sportvereine brauchen weniger Bürokratie und mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe: Sport und Gemeinschaft. Wir entlasten die Vereine durch digitale Verfahren und landesweit einheitliche Standards. Damit stärken wir das Ehrenamt und fördern die Vereinsarbeit nachhaltig.
Mit der Einführung des Bildungszeitgesetzes in Baden-Württemberg auf Vorschlag und unter der Federführung der SPD wurde 2015 ein Meilenstein erreicht. Mit ihm haben Beschäftigte, darunter auch Auszubildende sowie Studierende der Dualen Hochschule Baden-Württemberg einen Anspruch darauf, sich zur Weiterbildung von ihrem Arbeitgeber an bis zu fünf Tagen pro Jahr unter Fortzahlung der Bezüge freistellen zu lassen. Viele Verantwortliche in Sportvereinen haben davon schon profitiert. Im Bund haben wir die Steuerfreibeträge für die Ehrenamtspauschalen deutlich erhöht.“
5. Forderung BWSJ: Freiwilligendienste für alle – fair und zugänglich
Freiwilligendienste bieten jungen Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, gesellschaftlichen Teilhabe und Stärkung demokratischer Kompetenzen. Der Zugang zu einem Freiwilligendienst darf nicht von finanziellen oder sozialen Voraussetzungen abhängig sein. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um allen jungen Menschen verlässliche Plätze, ausreichende finanzielle Unterstützung und gezielte Beratung zu ermöglichen.
- Welche politischen Maßnahmen plant Ihre Partei, um allen jungen Menschen einen verlässlichen, bedarfsgerechten Zugang zu einem Freiwilligendienstplatz zu ermöglichen?
SPD: „Freiwilligendienste wie das FSJ sind ein wichtiger Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir bekennen uns zu einem Recht auf Freiwilligendienst für junge Menschen. Wir erhöhen die Landesförderung mit dem Ziel, Freiwilligendienste attraktiver zu gestalten. Wir wollen kostenlose ÖPNV-Tickets für Freiwilligendienstleistende stellen und mehr Einsatzmöglichkeiten schaffen. Im Bund haben wir vereinbart, die Fördermittel auszuweiten, auch um ein höheres Taschengeld zu ermöglichen, so dass der Zugang nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Wir wollen die Bundesmittel und die Plätze so ausbauen, dass alle jungen Menschen nach Ende der Schulzeit die Möglichkeit haben, sich für ein Jugendfreiwilligenjahr zu entscheiden. Dafür sind bereits 50 Millionen Euro zusätzlich für das Jahr 2026 und 80 Millionen Euro zusätzlich in den Folgejahren beschlossen. Ziel ist die Zahl von über 100.000 Freiwilligendienstleistenden jährlich zu erreichen. Parallel zur Neugestaltung des Wehrdienstes wollen wir auch gemeinsam mit den Trägern und unter Beteiligung von jungen Menschen ein neues ganzheitliches Konzept für die Freiwilligendienste erstellen.“
- Unterstützen Sie die Forderung nach einer Ausweitung des FSJ Sport und Schule?
SPD: „Ja, die Plätze müssen bedarfsgerecht ausgebaut werden.“
- Welche Strategien verfolgt Ihre Partei, um sicherzustellen, dass junge Menschen unabhängig von ihren finanziellen, sozialen oder persönlichen Voraussetzungen einen Freiwilligendienst leisten können?
SPD: „Siehe auch Frage 5.1 (Maßnahmen und Strategie decken sich) Freiwilligendienste wie das FSJ sind ein wichtiger Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir bekennen uns zu einem Recht auf Freiwilligendienst für junge Menschen. Wir erhöhen die Landesförderung mit dem Ziel, Freiwilligendienste attraktiver zu gestalten. Wir wollen kostenlose ÖPNV-Tickets für Freiwilligendienstleistende stellen und mehr Einsatzmöglichkeiten schaffen. Im Bund haben wir vereinbart, die Fördermittel auszuweiten, auch um ein höheres Taschengeld zu ermöglichen, so dass der Zugang nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Wir wollen die Bundesmittel und die Plätze so ausbauen, dass alle jungen Menschen nach Ende der Schulzeit die Möglichkeit haben, sich für ein Jugendfreiwilligenjahr zu entscheiden. Dafür sind bereits 50 Millionen Euro zusätzlich für das Jahr 2026 und 80 Millionen Euro zusätzlich in den Folgejahren beschlossen. Ziel ist die Zahl von über 100.000 Freiwilligendienstleistenden jährlich zu erreichen. Parallel zur Neugestaltung des Wehrdienstes wollen 2 wir auch gemeinsam mit den Trägern und unter Beteiligung von jungen Menschen ein neues ganzheitliches Konzept für die Freiwilligendienste erstellen.“
Stuttgart, 26.01.2026 und 17.02.2026 (Nachreichung Thema Freiwilligendienste)
1. Forderung BWSJ: Mehr Freiräume und Räume zur Entwicklung für junge Menschen
Kinder und Jugendliche benötigen wohnortnahe, frei zugängliche und inklusionsorientierte Bewegungs- und Begegnungsräume, um soziale Teilhabe, Gesundheit und persönliche Entwicklung zu fördern. Studien wie der 17. Kinder- und Jugendbericht oder die MOVE For Health Studie der Deutschen Sportjugend zeigen jedoch deutliche Lücken im öffentlichen Raum und ungleiche Zugänge. Vor diesem Hintergrund möchten wir von den Parteien erfahren, welche politischen Schritte sie auf Landesebene zur Stärkung jugendgerechter Sozial- und Bewegungsräume planen.
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche in Stadt und Land ausreichend frei zugängliche Bewegungs- und Begegnungsräume erhalten?
FDP: „Wir Freie Demokraten sehen die Sicherung und Weiterentwicklung von Bewegungsräumen für Kinder und Jugendliche vor allem als Frage einer leistungsfähigen und verlässlichen Sport- und Bewegungsinfrastruktur. Wir wollen, dass Kommunen beim Erhalt, bei der Sanierung und beim Neubau von Sportstätten und Bädern stärker unterstützt werden. Dazu fordern wir verlässliche Landesprogramme, die insbesondere Schwimmbäder, Sporthallen und Sportanlagen absichern, da diese wohnortnah genutzt werden und häufig auch außerhalb des Vereinssports offenstehen. Gerade im ländlichen Raum sind interkommunale Lösungen aus unserer Sicht ein zentraler Baustein, weshalb wir deren Betrieb und Sanierung dauerhaft fördern wollen.
Darüber hinaus wollen wir Förderbedingungen so ausgestalten, dass Kommunen mehr Gestaltungsfreiheit haben und innovative Lösungen – etwa multifunktionale Sport- und Bewegungsflächen – unbürokratisch umsetzen können.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bisherigen Stand der Landesförderung für jugendgerechte Sozial- und Bewegungsräume im urbanen wie im ländlichen Raum, auch außerhalb des Lernorts Schule, und welche weiteren Maßnahmen oder Programme plant sie zur Stärkung solcher Räume?
FDP: „Wir als FDP sehen Defizite weniger in der grundsätzlichen Existenz von Förderprogrammen, sondern vor allem in deren Komplexität, mangelnder Planbarkeit und zu kleinteiligen Vorgaben. Wir fordern daher eine Vereinfachung der Sportstättenbauförderung, klare Zuständigkeiten und langfristige Finanzierungsperspektiven, damit Kommunen und Träger verlässlich planen können. Unser Schwerpunkt liegt auf dem Erhalt bestehender Infrastruktur, insbesondere von Schwimmbädern, da deren Schließung unmittelbare Auswirkungen auf die Bewegungs- und Gesundheitschancen junger Menschen hat. Um dies vor allem auch bei interkommunal genutzten Sportstätten zu erreichen, wollen wir das kommunale Finanzausgleichsgesetz dahingehend überarbeiten, dass die Lasten der Trägerkommune auch interkommunal getragen werden können.“
- Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um Niedrigschwelligkeit, Inklusion und Partizipation öffentlicher Bewegungsräume zu gewährleisten?
FDP: „Wir Freie Demokraten fordern, dass Sport- und Bewegungsstätten barrierefrei geplant, saniert und betrieben werden, damit Menschen mit Behinderungen selbstverständlich teilhaben können. Barrierefreiheit ist für uns ein zentrales Kriterium öffentlicher Förderung. Niedrigschwelligkeit erreichen wir aus unserer Sicht vor allem durch wohnortnahe Infrastruktur, flexible Nutzungszeiten und durch den Abbau bürokratischer Hürden für Kommunen und Träger.“
2. Forderung BWSJ: Gesundheit stärken und Teilhabe sichern
Regelmäßige Bewegung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, der Zugang zu Sportangeboten ist jedoch sozial ungleich verteilt. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Strategien und Maßnahmen sie planen, um Bewegung im Alltag zu fördern und Zugangsbarrieren für benachteiligte Familien abzubauen.
- Wie sieht die Strategie Ihrer Partei aus, landesweit Sport und Bewegung im Alltag zu fördern?
FDP: „Wir als FDP verfolgen einen Ansatz, der Sport, Bewegung und Gesundheit systematisch im Alltag von Kindern und Jugendlichen verankert. Ein zentraler Hebel ist für uns die stärkere Verzahnung von Schule, Ganztagsbetreuung und Sportverein. Wir wollen, dass Sportvereine verlässliche Partner im Ganztag werden können und fordern dafür klare Rahmenbedingungen, Koordinierungsstellen sowie eine auskömmliche Finanzierung.
Darüber hinaus wollen wir den Schulsport stärken, mehr Bewegungsangebote in den Schulalltag integrieren und sportliche Arbeitsgemeinschaften sowie Kooperationen mit Vereinen ausbauen. Wettbewerbe, Schulturniere und außerunterrichtliche Sportangebote sehen wir als wichtige Instrumente, um Kinder und Jugendliche dauerhaft für Bewegung zu begeistern.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bestehenden Förderrahmen des Bildungs- und Teilhabepakets hinsichtlich der Unterstützung einkommensschwacher Familien beim Zugang zu Sport und Bewegung, und welche landespolitischen Maßnahmen oder ergänzenden Programme plant Ihre Partei, um bestehende Lücken zu schließen?
FDP: „Wir Freie Demokraten sehen grundsätzlich, dass staatliche Unterstützung dort greifen muss, wo der „Geldbeutel“ von Familien sonst Mitgliedsbeiträge und Teilhabe am Sport verhindert. Aus unserer Sicht darf es nicht sein, dass Kinder und Jugendliche aus wirtschaftlichen Gründen von Vereinsangeboten oder Sportausübung ausgeschlossen werden. Deshalb wollen wir, dass es unkomplizierter finanzielle Unterstützung gibt, wenn Beiträge oder Kosten zur Sportausübung aus wirtschaftlichen Gründen nicht aufgebracht werden können.
Zugleich wollen wir den Zugang zu Unterstützungsleistungen unbürokratischer machen und dafür sorgen, dass Unterstützungsangebote aus Baden-Württemberg in übergreifende digitale Zugänge eingebunden werden. Ausdrücklich auch im Kontext eines geplanten digitalen Bundesportals für Familienleistungen, das aus unserer Sicht eng mit dem Land verzahnt werden muss, damit dort auch attraktive Angebote aus Baden-Württemberg auffindbar sind.“
3. Forderung BWSJ: Gewaltprävention und Kinderschutz stärken
Sportvereine, Schulen und Jugendeinrichtungen müssen sichere Räume für Kinder und Jugendliche bieten. Unter anderem der 17. Deutsche Kinder- und Jugendbericht unterstreicht die Notwendigkeit verbindlicher Schutzkonzepte, regelmäßiger Schulungen und langfristig angelegter Förderstrukturen. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, wie sie Kinderschutz im Sport dauerhaft institutionell verankern und Vereine bei Prävention und Qualifizierung nachhaltig unterstützen wollen.
- Wie will Ihre Partei gewährleisten, dass die im organisierten Sport tätigen Vereine und Verbände künftig langfristig, nachhaltig und mit ausreichender Finanzierung bei der Umsetzung von Schutzkonzepten und Maßnahmen im Bereich Kinderschutz sowie Gewaltprävention unterstützt werden?
FDP: „Wir Freie Demokraten sind der Auffassung, dass Kinderschutz und Gewaltprävention im Sport verbindlich und praxistauglich ausgestaltet werden müssen. Vereine dürfen mit der Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten nicht allein gelassen werden. Wir fordern daher, dass vorhandene Unterstützungsangebote gebündelt, besser koordiniert und bei Bedarf ausgebaut werden. Ziel ist es, Vereinen dauerhaft organisatorische und fachliche Unterstützung zu bieten, damit Schutzkonzepte nicht nur formal existieren, sondern im Alltag gelebt werden können.“
- Wie beabsichtigt Ihre Partei, das Thema Kinderschutz im Sport dauerhaft und strukturell zu verankern und institutionell zu fördern, und welche konkreten Maßnahmen oder Rahmenbedingungen sollen dafür geschaffen werden?
FDP: „Wir als FDP sehen insbesondere dort eine Verantwortung des Landes, wo Sportvereine in staatlich verantwortete Strukturen eingebunden sind. Für die Ganztagsbetreuung fordern wir ein verbindliches landesweites Rahmenkonzept, das klare Qualitätsstandards und ein verpflichtendes Kinderschutzkonzept umfasst. Dazu gehören Mindestanforderungen an Personal, klare Zuständigkeiten und verlässliche Strukturen. Über diesen Weg wollen wir Kinderschutz dauerhaft institutionell absichern, ohne Vereine mit zusätzlichen bürokratischen Pflichten zu überlasten.“
- Wie sieht Ihre Partei die Verantwortung des Landes gegenüber Sportverbänden und -vereinen bei der Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich Prävention von interpersonaler Gewalt und welche Ressourcen sollen hierfür bereitgestellt werden?
FDP: „Wir Freie Demokraten sehen das Land in der Verantwortung, Qualifizierungsangebote zu unterstützen und vorhandene Strukturen so zu stärken, dass Vereine auf sie zugreifen können. Dazu gehört insbesondere, bestehende Fortbildungs- und Beratungsangebote transparenter zu machen und gezielt dort auszubauen, wo Bedarf besteht.“
4. Forderung BWSJ: Stärkung von jungem Engagement und Ehrenamt
Engagement junger Menschen ist eine zentrale Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aktuelle Daten des Freiwilligensurveys und der Jugendstudie BW zeigen, dass sich ein Großteil der jungen Menschen aktiv engagiert, gleichzeitig Anerkennung und Unterstützungsstrukturen entscheidend für die Motivation sind. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um ehrenamtliches Engagement im Sport nachhaltig zu würdigen, zu erleichtern und zu stärken.
- Welche konkreten Schritte plant Ihre Partei, um ehrenamtliches Engagement junger Menschen im Sport besser anzuerkennen, z. B. durch eine (verbesserte) Ehrenamtskarte, die auch private bzw. kommerzielle Anbieter beinhaltet, die den ÖPNV umfasst und erleichterte Zugänge zu Leistungen wie BAföG ermöglicht?
FDP: „Wir als FDP wollen die Ehrenamtskarte zu einem echten Vorteilsausweis weiterentwickeln: unkompliziert, digital, von Kommunen mitgestaltet und so getragen, dass vor Ort spürbare Vorteile entstehen – etwa über Vergünstigungen bei lokalen Freizeit- und Kulturangeboten. Dabei wollen wir vor allem auch private Anbieter einbinden. Zudem wollen wir, dass ehrenamtliches Engagement „Türen öffnet“, also bei Bewerbungen und im Bildungs- und Berufsweg sichtbar wird (z. B. im Lebenslauf und im schulischen bzw. hochschulischen Kontext).
Außerdem wollen wir das Ehrenamt sichtbarer würdigen und gleichzeitig entlasten. Die Ehrenamtskarte soll aus unserer Sicht attraktiver und praxistauglicher werden, indem private und kommerzielle Anbieter stärker eingebunden werden und bestehende Qualifikationen – etwa Übungsleiter- oder Jugendleiterlizenzen – einfacher anerkannt werden. Ziel ist eine breitere Akzeptanz und eine spürbare Anerkennung für Engagierte.“
- Mit welchen Maßnahmen plant Ihre Partei junges Engagement auch außerhalb der Ehrenamtskarte zu würdigen und zu belohnen, z. B. durch Berücksichtigung und Anerkennung in der Schule, im Studium oder bei der Altersvorsorge?
FDP: „Wir Freie Demokraten wollen Anerkennung von Engagement nicht auf eine Karte reduzieren. Wir wollen, dass ehrenamtliches Engagement systematisch sichtbar und anerkannt wird: Es soll ins Zeugnis, in den Lebenslauf und in den Alltag an Schulen und Hochschulen gehören. Damit verbinden wir das Ziel, dass Verantwortung und Engagement jungen Menschen konkret nützen – etwa bei Bewerbungen, beim Übergang in Ausbildung/Studium und beim Berufseinstieg.
Darüber hinaus wollen wir klare Anreize setzen, indem Ehrenamt im Bildungsweg berücksichtigt und angerechnet sowie steuerlich bessergestellt wird; außerdem wollen wir eine landesweite Engagement-Strategie, die gerade auch jungen Menschen moderne, flexible Formen des Mitmachens eröffnet und durch digitale Tools, Schulungen und Infrastruktur unterstützt wird.“
- Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass junge Ehrenamtliche im Sport, wie Jugendleiter:innen, Trainer:innen, Helfer:innen, entlastet werden (z. B. hinsichtlich Fortbildung, Freistellung, Lohnfortzahlung) und eine verlässliche Struktur vorfinden?
FDP: „Wir als FDP wollen Ehrenamtliche insbesondere von Bürokratie entlasten. Vereine sollen sich auf ihre Arbeit konzentrieren können, statt auf Antrags- und Dokumentationspflichten. Durch Servicestellen, klare Ansprechpartner und verlässliche Rahmenbedingungen – etwa bei der Zusammenarbeit mit Schulen und Ganztagsangeboten – wollen wir Engagement planbarer und attraktiver machen.“
5. Forderung BWSJ: Freiwilligendienste für alle – fair und zugänglich
Freiwilligendienste bieten jungen Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, gesellschaftlichen Teilhabe und Stärkung demokratischer Kompetenzen. Der Zugang zu einem Freiwilligendienst darf nicht von finanziellen oder sozialen Voraussetzungen abhängig sein. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um allen jungen Menschen verlässliche Plätze, ausreichende finanzielle Unterstützung und gezielte Beratung zu ermöglichen.
- Welche politischen Maßnahmen plant Ihre Partei, um allen jungen Menschen einen verlässlichen, bedarfsgerechten Zugang zu einem Freiwilligendienstplatz zu ermöglichen?
FDP: „Wir Freie Demokraten wollen Freiwilligendienste im Sport stärken und bedarfsgerecht ausbauen. Insbesondere das FSJ Sport und Schule sehen wir als wichtigen Baustein, um jungen Menschen Engagement, Praxiserfahrung und Orientierung zu ermöglichen und gleichzeitig Sportvereine und Schulen zu unterstützen.“
- Unterstützen Sie die Forderung nach einer Ausweitung des FSJ Sport und Schule?
FDP: „Ja. Wir als FDP fordern ausdrücklich einen bedarfsgerechten Ausbau des FSJ Sport und Schule.“
- Welche Strategien verfolgt Ihre Partei, um sicherzustellen, dass junge Menschen unabhängig von ihren finanziellen, sozialen oder persönlichen Voraussetzungen einen Freiwilligendienst leisten können?
FDP: „Wir als FDP wollen Freiwilligendienste im Sport stärken, besonders durch einen bedarfsgerechten Ausbau des FSJ Sport und Schule. Das ist für uns ein konkreter Hebel, um mehr Plätze, mehr Einsatzmöglichkeiten und mehr Sichtbarkeit für Freiwilligendienste an der Schnittstelle von Schule und Verein zu schaffen.
Bei der Frage der sozialen und finanziellen Zugänglichkeit ist aus unserer Sicht zentral: Wir sehen, dass das Taschengeld in Freiwilligendiensten nicht immer ausreicht, um den Lebensunterhalt zu decken und es deshalb auf reale Unterstützungsmechanismen ankommt. Wir haben uns daher parlamentarisch dafür eingesetzt, die sozialen und finanziellen Rahmenbedingungen von Freiwilligendiensten zu verbessern und bestehende Hürden sichtbar zu machen. Konkret haben wir die Landesregierung wiederholt aufgefordert, zu finanziellen Belastungen von Freiwilligen Stellung zu nehmen – etwa zur Frage der Auskömmlichkeit des Taschengeldes, zu Mobilitätskosten (z. B. ÖPNV-Tickets auf dem Weg zur Einsatzstelle), zu Urlaubsansprüchen, Nebenverdienst-möglichkeiten und zu weiteren strukturellen Rahmenbedingungen im Freiwilligendienst. Unser Ziel ist es, dass finanzielle oder soziale Voraussetzungen nicht darüber entscheiden, ob junge Menschen einen Freiwilligendienst leisten können.“
Stuttgart, 19.01.2026
1. Forderung BWSJ: Mehr Freiräume und Räume zur Entwicklung für junge Menschen
Kinder und Jugendliche benötigen wohnortnahe, frei zugängliche und inklusionsorientierte Bewegungs- und Begegnungsräume, um soziale Teilhabe, Gesundheit und persönliche Entwicklung zu fördern. Studien wie der 17. Kinder- und Jugendbericht oder die MOVE For Health Studie der Deutschen Sportjugend zeigen jedoch deutliche Lücken im öffentlichen Raum und ungleiche Zugänge. Vor diesem Hintergrund möchten wir von den Parteien erfahren, welche politischen Schritte sie auf Landesebene zur Stärkung jugendgerechter Sozial- und Bewegungsräume planen.
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche in Stadt und Land ausreichend frei zugängliche Bewegungs- und Begegnungsräume erhalten?
AfD: „Kinder und Jugendliche benötigen wohnortnahe, frei zugängliche Bewegungs- und Begegnungsräume als wichtige Orte sozialer Entwicklung. Wir setzen uns dafür ein, dass Kommunen in Stadt und ländlichem Raum diese Räume sichern, erhalten und bedarfsgerecht ausbauen können. Öffentliche Flächen wie Spiel-, Sport- und Treffpunkte müssen bei der Stadt- und Dorfentwicklung verbindlich mitgedacht werden. Insbesondere im ländlichen Raum wollen wir bestehende Treffpunkte erhalten und neue niedrigschwellige Angebote ermöglichen. Bürokratische Hürden für kommunale und ehrenamtliche Initiativen sind abzubauen.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bisherigen Stand der Landesförderung für jugendgerechte Sozial- und Bewegungsräume im urbanen wie im ländlichen Raum, auch außerhalb des Lernorts Schule, und welche weiteren Maßnahmen oder Programme plant sie zur Stärkung solcher Räume?
AfD: „Die bisherige Landesförderung ist aus unserer Sicht unzureichend und zu stark projektbezogen. Förderprogramme sind häufig kompliziert ausgestaltet und benachteiligen kleinere Kommunen. Wir setzen uns für eine stärkere finanzielle Ausstattung der Kommunen, vereinfachte Förderverfahren und eine gleichwertige Berücksichtigung urbaner und ländlicher Räume ein. Erfolgreiche Projekte müssen langfristig abgesichert statt befristet gefördert werden.“
- Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um Niedrigschwelligkeit, Inklusion und Partizipation öffentlicher Bewegungsräume zu gewährleisten?
AfD: „Öffentliche Bewegungsräume müssen für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten zugänglich sein. Wir setzen uns für kostenfreie Nutzung, barrierearme Gestaltung und eine klare, aber maßvolle Sicherheitsstruktur ein.“
2. Forderung BWSJ: Gesundheit stärken und Teilhabe sichern
Regelmäßige Bewegung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, der Zugang zu Sportangeboten ist jedoch sozial ungleich verteilt. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Strategien und Maßnahmen sie planen, um Bewegung im Alltag zu fördern und Zugangsbarrieren für benachteiligte Familien abzubauen.
- Wie sieht die Strategie Ihrer Partei aus, landesweit Sport und Bewegung im Alltag zu fördern?
AfD:„Sport und Bewegung sind zentrale Elemente von Gesundheit, Gemeinschaft und Leistungsfähigkeit. Wir setzen auf eine alltagsnahe Bewegungsförderung über alle Lebensbereiche hinweg: durch den Erhalt und Ausbau öffentlicher Bewegungsräume, die Stärkung des Vereins- und Breitensports sowie eine bewegungsfreundliche Infrastruktur in Stadt und ländlichem Raum. Sport darf kein Luxus sein, sondern muss wohnortnah, freiwillig und niedrigschwellig möglich sein. Dabei setzen wir auf kommunale Eigenverantwortung statt zentraler Steuerung durch das Land.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bestehenden Förderrahmen des Bildungs- und Teilhabepakets hinsichtlich der Unterstützung einkommensschwacher Familien beim Zugang zu Sport und Bewegung, und welche landespolitischen Maßnahmen oder ergänzenden Programme plant Ihre Partei, um bestehende Lücken zu schließen?
AfD: „Das Bildungs- und Teilhabepaket ist in seiner derzeitigen Ausgestaltung unzureichend. Die Förderbeträge sind häufig zu niedrig, die Verfahren bürokratisch und für viele Familien wenig transparent. Zudem deckt das Paket reale Kosten im organisierten Sport nur unvollständig ab. Wir sehen hier deutlichen Verbesserungsbedarf und setzen uns landespolitisch für ergänzende, unbürokratische Unterstützungsmodelle ein.“
3. Forderung BWSJ: Gewaltprävention und Kinderschutz stärken
Sportvereine, Schulen und Jugendeinrichtungen müssen sichere Räume für Kinder und Jugendliche bieten. Unter anderem der 17. Deutsche Kinder- und Jugendbericht unterstreicht die Notwendigkeit verbindlicher Schutzkonzepte, regelmäßiger Schulungen und langfristig angelegter Förderstrukturen. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, wie sie Kinderschutz im Sport dauerhaft institutionell verankern und Vereine bei Prävention und Qualifizierung nachhaltig unterstützen wollen.
- Wie will Ihre Partei gewährleisten, dass die im organisierten Sport tätigen Vereine und Verbände künftig langfristig, nachhaltig und mit ausreichender Finanzierung bei der Umsetzung von Schutzkonzepten und Maßnahmen im Bereich Kinderschutz sowie Gewaltprävention unterstützt werden?
AfD: „Kinderschutz und Gewaltprävention sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Vereine und Verbände dürfen mit diesen Anforderungen nicht allein gelassen werden. Wir setzen uns für eine langfristige, verlässliche und auskömmliche Finanzierung entsprechender Maßnahmen ein, statt kurzfristiger Projektförderung. Schutzkonzepte müssen praxisnah umsetzbar bleiben und dürfen Ehrenamt und Vereine nicht überfordern. Die Verantwortung des Landes sehen wir vor allem in der Schaffung klarer Rahmenbedingungen, finanzieller Unterstützung und fachlicher Beratung.“
- Wie beabsichtigt Ihre Partei, das Thema Kinderschutz im Sport dauerhaft und strukturell zu verankern und institutionell zu fördern, und welche konkreten Maßnahmen oder Rahmenbedingungen sollen dafür geschaffen werden?
AfD: „Kinderschutz im Sport muss dauerhaft und strukturell verankert werden, ohne den organisierten Sport unter Generalverdacht zu stellen. Wir befürworten landesweite Mindeststandards, verlässliche Ansprechstellen sowie eine bessere Vernetzung bestehender Beratungs- und Unterstützungsangebote. Ziel ist eine nachhaltige Präventionskultur, die auf Verantwortung, Qualifizierung und Vertrauen basiert – nicht auf Überregulierung oder Misstrauensbürokratie.“
- Wie sieht Ihre Partei die Verantwortung des Landes gegenüber Sportverbänden und -vereinen bei der Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich Prävention von interpersonaler Gewalt und welche Ressourcen sollen hierfür bereitgestellt werden?
AfD: „Präventionsarbeit darf nicht allein auf ehrenamtlicher Basis organisiert werden. Wir setzen uns für gut zugängliche, praxisorientierte Fortbildungsangebote ein, die finanziell vom Land unterstützt werden. Gleichzeitig müssen Umfang und Anforderungen realistisch bleiben, um das Ehrenamt nicht zu überlasten.“
4. Forderung BWSJ: Stärkung von jungem Engagement und Ehrenamt
Engagement junger Menschen ist eine zentrale Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aktuelle Daten des Freiwilligensurveys und der Jugendstudie BW zeigen, dass sich ein Großteil der jungen Menschen aktiv engagiert, gleichzeitig Anerkennung und Unterstützungsstrukturen entscheidend für die Motivation sind. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um ehrenamtliches Engagement im Sport nachhaltig zu würdigen, zu erleichtern und zu stärken.
- Welche konkreten Schritte plant Ihre Partei, um ehrenamtliches Engagement junger Menschen im Sport besser anzuerkennen, z. B. durch eine (verbesserte) Ehrenamtskarte, die auch private bzw. kommerzielle Anbieter beinhaltet, die den ÖPNV umfasst und erleichterte Zugänge zu Leistungen wie BAföG ermöglicht?
AfD: „Ehrenamtliches Engagement junger Menschen verdient Anerkennung und konkrete Vorteile. Wir befürworten eine Weiterentwicklung der Ehrenamtskarte, insbesondere eine bessere Berücksichtigung im öffentlichen Personennahverkehr. Zugleich setzen wir uns dafür ein, dass ehrenamtliches Engagement nicht durch zusätzliche Hürden, sondern durch echte Mehrwerte attraktiver wird.“
- Mit welchen Maßnahmen plant Ihre Partei junges Engagement auch außerhalb der Ehrenamtskarte zu würdigen und zu belohnen, z. B. durch Berücksichtigung und Anerkennung in der Schule, im Studium oder bei der Altersvorsorge?
AfD: „Junges Engagement muss auch institutionell stärker anerkannt werden. Wir setzen uns dafür ein, ehrenamtliche Tätigkeiten stärker in Schule, Ausbildung und Studium zu berücksichtigen, etwa durch Anrechnungsmöglichkeiten oder Nachweise.“
- Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass junge Ehrenamtliche im Sport, wie Jugendleiter:innen, Trainer:innen, Helfer:innen, entlastet werden (z. B. hinsichtlich Fortbildung, Freistellung, Lohnfortzahlung) und eine verlässliche Struktur vorfinden?
AfD: „Junge Ehrenamtliche benötigen verlässliche Rahmenbedingungen. Wir setzen uns für bessere Unterstützung bei Fortbildungen, flexible Freistellungsregelungen sowie klare Zuständigkeiten ein. Ehrenamt darf nicht zu finanziellen oder beruflichen Nachteilen führen.“
5. Forderung BWSJ: Freiwilligendienste für alle – fair und zugänglich
Freiwilligendienste bieten jungen Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, gesellschaftlichen Teilhabe und Stärkung demokratischer Kompetenzen. Der Zugang zu einem Freiwilligendienst darf nicht von finanziellen oder sozialen Voraussetzungen abhängig sein. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um allen jungen Menschen verlässliche Plätze, ausreichende finanzielle Unterstützung und gezielte Beratung zu ermöglichen.
- Welche politischen Maßnahmen plant Ihre Partei, um allen jungen Menschen einen verlässlichen, bedarfsgerechten Zugang zu einem Freiwilligendienstplatz zu ermöglichen?
AfD: „Wir setzen uns für einen bedarfsgerechten Ausbau von Freiwilligendienstplätzen ein. Jeder junge Mensch, der einen Freiwilligendienst leisten möchte, soll dazu die Möglichkeit haben. Dazu gehören verlässliche Rahmenbedingungen und eine bessere Abstimmung zwischen Land, Trägern und Einsatzstellen.“
- Unterstützen Sie die Forderung nach einer Ausweitung des FSJ Sport und Schule?
AfD: „Wir sehen das FSJ Sport und Schule grundsätzlich als sinnvolles Angebot an. Eine Ausweitung kann sinnvoll sein, sofern Qualität gewährleistet ist. Der Freiwilligendienst darf kein Ersatz für reguläre Stellen werden.“
- Welche Strategien verfolgt Ihre Partei, um sicherzustellen, dass junge Menschen unabhängig von ihren finanziellen, sozialen oder persönlichen Voraussetzungen einen Freiwilligendienst leisten können?
AfD: „Ein Freiwilligendienst muss für alle jungen Menschen offen sein – dafür setzen wir uns ein.“
Stuttgart, 31.01.2026
1. Forderung BWSJ: Mehr Freiräume und Räume zur Entwicklung für junge Menschen
Kinder und Jugendliche benötigen wohnortnahe, frei zugängliche und inklusionsorientierte Bewegungs- und Begegnungsräume, um soziale Teilhabe, Gesundheit und persönliche Entwicklung zu fördern. Studien wie der 17. Kinder- und Jugendbericht oder die MOVE For Health Studie der Deutschen Sportjugend zeigen jedoch deutliche Lücken im öffentlichen Raum und ungleiche Zugänge. Vor diesem Hintergrund möchten wir von den Parteien erfahren, welche politischen Schritte sie auf Landesebene zur Stärkung jugendgerechter Sozial- und Bewegungsräume planen.
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche in Stadt und Land ausreichend frei zugängliche Bewegungs- und Begegnungsräume erhalten?
BSW: „Das BSW setzt sich dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen – unabhängig vom Einkommen der Eltern oder vom Wohnort – Zugang zu qualitativ hochwertigen, frei zugänglichen Bewegungs- und Begegnungsräumen haben. Auf Landesebene braucht es hierfür verbindliche Mindeststandards für die Ausstattung der Kommunen mit jugendgerechten Spiel-, Sport- und Aufenthaltsflächen, sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum.
Das Land muss die kommunale Infrastruktur deutlich stärker fördern, insbesondere solche Bewegungsräume, die kostenfrei und ohne Vereinsbindung nutzbar sind. Gerade für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien sind offene Bolzplätze, multifunktionale Bewegungsflächen, Skate- oder Parkouranlagen sowie selbstverwaltete Jugendtreffs von zentraler Bedeutung.
Um gleichwertige Lebensverhältnisse zu gewährleisten, dürfen ländliche Regionen nicht abgehängt werden. Hier sollten mobile Bewegungsangebote, die Mehrfachnutzung bestehender kommunaler Flächen (z. B. Schulhöfe oder Sportanlagen außerhalb der Unterrichtszeiten) sowie die Reaktivierung leerstehender öffentlicher Räume gezielt unterstützt werden.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bisherigen Stand der Landesförderung für jugendgerechte Sozial- und Bewegungsräume im urbanen wie im ländlichen Raum, auch außerhalb des Lernorts Schule, und welche weiteren Maßnahmen oder Programme plant sie zur Stärkung solcher Räume?
BSW: „Das BSW setzt sich dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen – unabhängig vom Einkommen der Eltern oder vom Wohnort – Zugang zu qualitativ hochwertigen, frei zugänglichen Bewegungs- und Begegnungsräumen haben. Auf Landesebene braucht es hierfür verbindliche Mindeststandards für die Ausstattung der Kommunen mit jugendgerechten Spiel-, Sport- und Aufenthaltsflächen, sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum.
Das Land muss die kommunale Infrastruktur deutlich stärker fördern, insbesondere solche Bewegungsräume, die kostenfrei und ohne Vereinsbindung nutzbar sind. Gerade für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien sind offene Bolzplätze, multifunktionale Bewegungsflächen, Skate- oder Parkouranlagen sowie selbstverwaltete Jugendtreffs von zentraler Bedeutung.
Um gleichwertige Lebensverhältnisse zu gewährleisten, dürfen ländliche Regionen nicht abgehängt werden. Hier sollten mobile Bewegungsangebote, die Mehrfachnutzung bestehender kommunaler Flächen (z. B. Schulhöfe oder Sportanlagen außerhalb der Unterrichtszeiten) sowie die Reaktivierung leerstehender öffentlicher Räume gezielt unterstützt werden.“
- Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um Niedrigschwelligkeit, Inklusion und Partizipation öffentlicher Bewegungsräume zu gewährleisten?
BSW: „Bewegungs- und Begegnungsräume müssen Orte sozialer Teilhabe sein. Deshalb sollten Kostenfreiheit, Barrierefreiheit und Inklusion verbindliche Förderkriterien für alle landesfinanzierten Projekte werden. Inklusion muss von Anfang an mitgedacht werden – bei der Planung, der baulichen Umsetzung und der Nutzung.
Zugleich ist es zentral, junge Menschen aktiv zu beteiligen. Kinder und Jugendliche sollen bei der Planung, Gestaltung und Weiterentwicklung von Bewegungsräumen systematisch einbezogen werden, etwa über Jugendforen, Jugendbeiräte oder projektbezogene Beteiligungsverfahren. Das stärkt Akzeptanz, Identifikation und tatsächliche Nutzung der Angebote.“
2. Forderung BWSJ: Gesundheit stärken und Teilhabe sichern
Regelmäßige Bewegung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, der Zugang zu Sportangeboten ist jedoch sozial ungleich verteilt. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Strategien und Maßnahmen sie planen, um Bewegung im Alltag zu fördern und Zugangsbarrieren für benachteiligte Familien abzubauen.
- Wie sieht die Strategie Ihrer Partei aus, landesweit Sport und Bewegung im Alltag zu fördern?
BSW: „Das BSW versteht Bewegung als Teil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge und nicht als individuelles Luxusgut. Ziel ist es, Bewegung außerhalb von Schule selbstverständlich in den Alltag von Kindern und Jugendlichen zu integrieren – unabhängig von sozialer Herkunft oder Wohnort.
Dazu braucht es eine bewegungsfreundliche Stadt- und Dorfentwicklung mit sicheren Wegen, wohnortnahen Bewegungsangeboten, frei zugänglichen Sportflächen und offenen Sporttreffs, beispielsweise im Rahmen der offenen Jugendarbeit. Das Land sollte insbesondere offene, nicht wettkampforientierte Sport- und Bewegungsangebote fördern, um auch Kinder und Jugendliche zu erreichen, die nicht in einem Sportverein aktiv sind.
Ein weiterer zentraler Baustein ist der Erhalt und die soziale Öffnung von Schwimmhallen und Freibädern. Diese müssen flächendeckend erhalten bleiben und für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien bezahlbar sein.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bestehenden Förderrahmen des Bildungs- und Teilhabepakets hinsichtlich der Unterstützung einkommensschwacher Familien beim Zugang zu Sport und Bewegung, und welche landespolitischen Maßnahmen oder ergänzenden Programme plant Ihre Partei, um bestehende Lücken zu schließen?
BSW: „Das Bildungs- und Teilhabepaket ist in seiner Zielsetzung grundsätzlich richtig, erreicht in der Praxis jedoch viele anspruchsberechtigte Familien nicht. Die Leistungen sind häufig zu niedrig, die Verfahren zu bürokratisch und die Inanspruchnahme mit Stigmatisierung verbunden.
Wir setzen uns für eine deutliche Entbürokratisierung der Zugänge ein, etwa durch vereinfachte Bewilligungsverfahren. Darüber hinaus braucht es landesergänzende Programme, die Vereinsbeiträge, Sportausrüstung und Fahrtkosten realistisch abdecken. Alternativ sollte geprüft werden, ob das Land Vereine und Träger direkt fördern kann, die gezielt kostenfreie oder stark vergünstigte Angebote für Kinder aus einkommensschwachen Familien machen, um individuelle Antragsverfahren zu vermeiden.“
3. Forderung BWSJ: Gewaltprävention und Kinderschutz stärken
Sportvereine, Schulen und Jugendeinrichtungen müssen sichere Räume für Kinder und Jugendliche bieten. Unter anderem der 17. Deutsche Kinder- und Jugendbericht unterstreicht die Notwendigkeit verbindlicher Schutzkonzepte, regelmäßiger Schulungen und langfristig angelegter Förderstrukturen. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, wie sie Kinderschutz im Sport dauerhaft institutionell verankern und Vereine bei Prävention und Qualifizierung nachhaltig unterstützen wollen.
- Wie will Ihre Partei gewährleisten, dass die im organisierten Sport tätigen Vereine und Verbände künftig langfristig, nachhaltig und mit ausreichender Finanzierung bei der Umsetzung von Schutzkonzepten und Maßnahmen im Bereich Kinderschutz sowie Gewaltprävention unterstützt werden?
BSW: „Wir betrachten Kinderschutz als zentrale Verantwortung des Staates. Kinder und Jugendliche müssen in Sportvereinen, Schulen und Jugendeinrichtungen sicher und frei von Gewalt aufwachsen können. In Baden-Württemberg gibt es bereits verschiedene Unterstützungs- und Qualifizierungsangebote für Vereine und Ehrenamtliche, etwa im Rahmen der Landesstrategie zum Kinderschutz sowie durch Sportjugenden und Landessportverbände. Diese Angebote sind wichtige Bausteine, reichen aus unserer Sicht jedoch noch nicht aus, um Kinderschutz flächendeckend und dauerhaft zu sichern.
Deshalb setzt sich das BSW dafür ein, die bestehenden Strukturen langfristig und verlässlich finanziell abzusichern und weiter auszubauen. Vereine und Verbände sollen dauerhaft geförderte Ressourcen erhalten, um Schutzkonzepte zu entwickeln, umzusetzen und regelmäßig weiterzuentwickeln. Förderprogramme müssen so ausgestaltet werden, dass sie nicht nur projektbezogen wirken, sondern nachhaltige Strukturen ermöglichen. Ehrenamtliche dürfen dabei nicht allein gelassen werden, sondern brauchen fachliche Begleitung, Beratung und finanzielle Unterstützung.“
- Wie beabsichtigt Ihre Partei, das Thema Kinderschutz im Sport dauerhaft und strukturell zu verankern und institutionell zu fördern, und welche konkreten Maßnahmen oder Rahmenbedingungen sollen dafür geschaffen werden?
BSW: „Kinderschutz im Sport muss dauerhaft, verbindlich und strukturell verankert werden. Auch wenn es in Baden-Württemberg bereits freiwillige Angebote, Empfehlungen und verbandliche Regelungen gibt, fehlt bislang eine landesweit einheitliche und verbindliche Struktur. Aus Sicht des BSW sollte Kinderschutz deshalb systematisch an die Sportförderung des Landes gekoppelt werden. Das bedeutet, dass Vereine und Verbände, die öffentliche Mittel erhalten, verpflichtet werden sollten, Schutzkonzepte vorzulegen und umzusetzen. Gleichzeitig müssen sie dabei fachlich begleitet und finanziell unterstützt werden.
Darüber hinaus sollte Kinderschutz fest in die Aus- und Fortbildung von Trainerinnen und Trainern, Übungsleiterinnen und Übungsleitern sowie weiteren im Sport tätigen Personen integriert werden. Bestehende Qualifizierungsangebote sollten weiterentwickelt, landesweit anerkannt und besser zugänglich gemacht werden. Betroffene müssen bei der Weiterentwicklung von Schutzmaßnahmen einbezogen werden, um praxisnahe und wirksame Standards sicherzustellen.“
- Wie sieht Ihre Partei die Verantwortung des Landes gegenüber Sportverbänden und -vereinen bei der Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich Prävention von interpersonaler Gewalt und welche Ressourcen sollen hierfür bereitgestellt werden?
BSW: „Das Land Baden-Württemberg trägt eine klare Verantwortung, Sportverbände und -vereine bei der Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich der Prävention interpersonaler Gewalt zu unterstützen. Zwar existieren bereits Qualifizierungsangebote und Schulungen, diese sind jedoch überwiegend freiwillig oder verbandlich geregelt und nicht flächendeckend verbindlich.
Prävention von Gewalt darf kein freiwilliges Zusatzangebot bleiben, sondern muss strukturell abgesichert werden. Das Land sollte deshalb bestehende Qualifizierungsangebote dauerhaft finanzieren, weiterentwickeln und landesweit anerkennen. Regelmäßige, kostenfreie und wohnortnahe Fortbildungen müssen für Ehren- und Hauptamtliche gut erreichbar sein.
Voraussetzung hierfür sind langfristig gesicherte Landesmittel sowie klare Rahmenbedingungen, die Vereine entlasten und ihnen Planungssicherheit geben. Ziel ist es, Prävention nachhaltig im organisierten Sport zu verankern, ohne Ehrenamtliche zu überfordern.“
4. Forderung BWSJ: Stärkung von jungem Engagement und Ehrenamt
Engagement junger Menschen ist eine zentrale Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aktuelle Daten des Freiwilligensurveys und der Jugendstudie BW zeigen, dass sich ein Großteil der jungen Menschen aktiv engagiert, gleichzeitig Anerkennung und Unterstützungsstrukturen entscheidend für die Motivation sind. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um ehrenamtliches Engagement im Sport nachhaltig zu würdigen, zu erleichtern und zu stärken.
- Welche konkreten Schritte plant Ihre Partei, um ehrenamtliches Engagement junger Menschen im Sport besser anzuerkennen, z. B. durch eine (verbesserte) Ehrenamtskarte, die auch private bzw. kommerzielle Anbieter beinhaltet, die den ÖPNV umfasst und erleichterte Zugänge zu Leistungen wie BAföG ermöglicht?
BSW: „Das BSW setzt sich dafür ein, dass junges ehrenamtliches Engagement im Sport sichtbar gewürdigt wird. Daher befürworten wir den Ausbau und Verbesserung der Ehrenamtskarte. Diese soll auch private und kommerzielle Anbieter einbeziehen, Vergünstigungen im ÖPNV ermöglichen und den Zugang zu Leistungen wie BAföG erleichtern. Wir brauchen transparente Anerkennungssysteme, die Engagement in Vereinen, Jugendgruppen oder Projekten nachvollziehbar dokumentieren und öffentlich sichtbar machen. Ehrenamtliches Engagement im Sport muss aus unserer Sicht zwingend mehr gewürdigt werden (z. B. bei Bewerbung, Zulassung, Praktika oder Unterstützungsleistungen), damit mehr Menschen sich dort einbringen und so die Angebote erhalten bleiben oder sogar ausgebaut werden können.“
- Mit welchen Maßnahmen plant Ihre Partei junges Engagement auch außerhalb der Ehrenamtskarte zu würdigen und zu belohnen, z. B. durch Berücksichtigung und Anerkennung in der Schule, im Studium oder bei der Altersvorsorge?
BSW: „Selbstverständlich sollte Engagement über die Ehrenamtskarte hinaus honoriert werden. Denkbar wäre, dass ehrenamtliche Tätigkeiten sollen in Schul- und Studienzeugnissen oder bei Bewerbungen offiziell anerkannt werden. Beim Studierenden sollte Engagement auf BAföG-Leistungen, Praktika oder Studienmodule angerechnet werden. Um Engagement langfristig attraktiv zu machen und angemessen zu würdigen, sollte sie sich positiv auf die spätere Altersvorsorge oder staatliche Anerkennungen auswirken.“
- Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass junge Ehrenamtliche im Sport, wie Jugendleiter:innen, Trainer:innen, Helfer:innen, entlastet werden (z. B. hinsichtlich Fortbildung, Freistellung, Lohnfortzahlung) und eine verlässliche Struktur vorfinden?
BSW: „Damit junge Menschen freiwillig und nachhaltig tätig sein können sollten finanzielle und organisatorische Entlastung geschaffen werden, z. B. durch Freistellungen, Lohnfortzahlung bei notwendigen Schulungen oder pädagogischen Fortbildungen. Zudem sollten regelmäßige, wohnortnahe Fortbildungen ohne zusätzliche Kosten für Ehrenamtliche bereitgestellt werden. Wir brauchen einen gezielten Aufbau von Unterstützungsnetzwerken für Jugendleiterinnen und Jugendleitern, Trainerinnen und Trainern sowie Helferinnen und Helfern, um einen Erfahrungsaustausch und Netzwerken zu erleichtern. Ebenso wichtig sind klare Ansprechpartner, strukturierte Einsatzpläne und professionelle Unterstützung, um Überlastung zu vermeiden.“
5. Forderung BWSJ: Freiwilligendienste für alle – fair und zugänglich
Freiwilligendienste bieten jungen Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, gesellschaftlichen Teilhabe und Stärkung demokratischer Kompetenzen. Der Zugang zu einem Freiwilligendienst darf nicht von finanziellen oder sozialen Voraussetzungen abhängig sein. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um allen jungen Menschen verlässliche Plätze, ausreichende finanzielle Unterstützung und gezielte Beratung zu ermöglichen.
- Welche politischen Maßnahmen plant Ihre Partei, um allen jungen Menschen einen verlässlichen, bedarfsgerechten Zugang zu einem Freiwilligendienstplatz zu ermöglichen?
BSW: „Wir müssen dafür sorgen, dass alle jungen Menschen, die sich für einen Freiwilligendienst interessieren, auch den Zugang dazu bekommen. Dazu benötigen wir einen Ausbau der landesgeförderten Freiwilligendienstplätze, insbesondere in den Bereichen Sport, Jugendhilfe, Schule und Soziales. Träger müssen langfristig und bedarfsgerecht finanziert werden, um Planungssicherheit zu bekommen und somit Wartezeiten auf Einsatzstellen zu vermeiden. Damit junge Menschen frühzeitig und niedrigschwellig über Freiwilligendienste informiert werden, müssen Beratungs- und Informationsstrukturen gestärkt und ausgebaut werden.“
- Unterstützen Sie die Forderung nach einer Ausweitung des FSJ Sport und Schule?
BSW: „Ja, das BSW unterstützt ausdrücklich die Ausweitung des FSJ Sport und Schule. Dieses Format verbindet pädagogische Arbeit, Bewegungsförderung und Persönlichkeitsentwicklung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Schulen und Vereinen. Wir fordern dafür mehr landesfinanzierte Plätze im FSJ Sport und Schule, insbesondere auch in ländlichen Regionen sowie verbesserte Rahmenbedingungen für Freiwillige, u. a. durch bessere Begleitung, Qualifizierung und angemessene Anerkennung der geleisteten Arbeit.“
- Welche Strategien verfolgt Ihre Partei, um sicherzustellen, dass junge Menschen unabhängig von ihren finanziellen, sozialen oder persönlichen Voraussetzungen einen Freiwilligendienst leisten können?
BSW: „Damit ein Freiwilligendienst nicht am Geldbeutel scheitert, sollten mehrere Strategien verfolgt werden. Zum einen brauchen wir eine ausreichende finanzielle Absicherung der Freiwilligen, z. B. durch höhere Taschengelder, Übernahme von Fahrt- und Unterkunftskosten sowie der Sozialversicherung. Zusätzliche Landeszuschüsse für junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf – beispielsweise aus einkommensschwachen Familien oder mit Behinderungen – würden auch einen Beitrag dazu leisten, dass sich mehr junge Menschen für einen Freiwilligendienst entscheiden und den dann auch finanziell und logistisch wahrnehmen können. Für junge Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen Behinderungen ist eine inklusive und barrierefreie Ausgestaltung der Freiwilligendienste nötig. Grundsätzlich ist es wichtig, individuelle Beratung und Begleitung ermöglichen, um persönliche Lebenslagen zu berücksichtigen und Abbrüche zu vermeiden.“
Stuttgart, 05.02.2026
1. Forderung BWSJ: Mehr Freiräume und Räume zur Entwicklung für junge Menschen
Kinder und Jugendliche benötigen wohnortnahe, frei zugängliche und inklusionsorientierte Bewegungs- und Begegnungsräume, um soziale Teilhabe, Gesundheit und persönliche Entwicklung zu fördern. Studien wie der 17. Kinder- und Jugendbericht oder die MOVE For Health Studie der Deutschen Sportjugend zeigen jedoch deutliche Lücken im öffentlichen Raum und ungleiche Zugänge. Vor diesem Hintergrund möchten wir von den Parteien erfahren, welche politischen Schritte sie auf Landesebene zur Stärkung jugendgerechter Sozial- und Bewegungsräume planen.
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche in Stadt und Land ausreichend frei zugängliche Bewegungs- und Begegnungsräume erhalten?
Die Linke: „Wir setzen uns dafür ein, dass die Lebensqualität in den ländlichen Räumen verbessert wird und alle Menschen überall gut versorgt sind, auch mit Kultur- und Jugendeinrichtungen. Konkret fordern wir die Ausweitung von Landesfördermitteln für Vereins- und Jugendheime. Zudem wollen wir Orte der Kreativität fördern und konsumfreie Räume schaffen, etwa durch die Bereitstellung von Proberäumen und Ausstellungsräumen, indem mehr Räume in gesellschaftliches Eigentum überführt werden. Unser Ziel ist es, gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land herzustellen.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bisherigen Stand der Landesförderung für jugendgerechte Sozial- und Bewegungsräume im urbanen wie im ländlichen Raum, auch außerhalb des Lernorts Schule, und welche weiteren Maßnahmen oder Programme plant sie zur Stärkung solcher Räume?
Die Linke: „Die Situation ist defizitär: Im ländlichen Raum bricht Infrastruktur weg, in Städten fehlen kommerzfreie Räume. Wir wollen diesem Trend entgegenwirken und die Landesfördermittel für Vereins- und Jugendheime ausweiten sowie selbstverwaltete Räume und demokratische Jugendarbeit gezielt fördern.
Konkret planen wir Investitionen in multifunktionale, frei zugängliche Sport- und Bewegungsflächen, die inklusiv und geschlechtergerecht gestaltet sind. Wir wollen Jugendkultur stärken, indem wir Proberäume und Ateliers bereitstellen und dafür Räume in gesellschaftliches Eigentum überführen. Jugendzentren, Schwimmbäder und Sportstätten sind für uns unverzichtbarer Teil der Daseinsvorsorge und müssen wohnortnah, barrierefrei und gebührenfrei sein. Um Teilhabe unabhängig vom Einkommen zu sichern, fordern wir zudem kostenfreie inklusive Freizeitangebote sowie einen landesweiten Sportpass für finanziell Benachteiligte.“
- Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um Niedrigschwelligkeit, Inklusion und Partizipation öffentlicher Bewegungsräume zu gewährleisten?
Die Linke: „Inklusion ist für uns ein Grundprinzip und kein Sonderthema. Wir fordern Barrierefreiheit als Vergabekriterium für öffentliche Investitionen und Fördergelder. Um Partizipation zu stärken, wollen wir, dass Kinder und Jugendliche verpflichtend an der demokratischen Willensbildung in den Kommunen beteiligt werden, etwa durch Jugendräte und Jugendforen.“
2. Forderung BWSJ: Gesundheit stärken und Teilhabe sichern
Regelmäßige Bewegung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, der Zugang zu Sportangeboten ist jedoch sozial ungleich verteilt. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Strategien und Maßnahmen sie planen, um Bewegung im Alltag zu fördern und Zugangsbarrieren für benachteiligte Familien abzubauen.
- Wie sieht die Strategie Ihrer Partei aus, landesweit Sport und Bewegung im Alltag zu fördern?
Die Linke: „Sport stärkt den Zusammenhalt, darf aber keine Frage des Geldbeutels sein. Wir fordern unter anderem konkret, dass der Schwimmunterricht an Grundschulen flächendeckend sichergestellt wird, sodass alle Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit schwimmen können. Zudem lehnen wir die Schließung von Schwimmbädern ab. Um Bewegung im Alltag zu fördern, wollen wir Städte und Kommunen der kurzen Wege schaffen und das Radwegenetz zügig und umfassend ausbauen, damit Kinder sicher zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen können.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bestehenden Förderrahmen des Bildungs- und Teilhabepakets hinsichtlich der Unterstützung einkommensschwacher Familien beim Zugang zu Sport und Bewegung, und welche landespolitischen Maßnahmen oder ergänzenden Programme plant Ihre Partei, um bestehende Lücken zu schließen?
Die Linke: „Wir kritisieren, dass fast jedes fünfte Kind in Baden-Württemberg arm oder armutsgefährdet ist, was soziale Teilhabe verhindert und krank macht. Das bestehende System reicht nicht aus. Daher fordern wir die Einführung eines landesweiten Sportpasses: Dieser soll eine kostenlose und diskriminierungsfreie Vereinsmitgliedschaft sowie die notwendige Ausstattung für finanziell benachteiligte Menschen ermöglichen. Zudem wollen wir den freien Zugang zu öffentlichen Angeboten für Menschen mit geringem Einkommen sicherstellen, damit alle unabhängig vom sozio-ökonomischen Hintergrund teilhaben können.“
3. Forderung BWSJ: Gewaltprävention und Kinderschutz stärken
Sportvereine, Schulen und Jugendeinrichtungen müssen sichere Räume für Kinder und Jugendliche bieten. Unter anderem der 17. Deutsche Kinder- und Jugendbericht unterstreicht die Notwendigkeit verbindlicher Schutzkonzepte, regelmäßiger Schulungen und langfristig angelegter Förderstrukturen. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, wie sie Kinderschutz im Sport dauerhaft institutionell verankern und Vereine bei Prävention und Qualifizierung nachhaltig unterstützen wollen.
- Wie will Ihre Partei gewährleisten, dass die im organisierten Sport tätigen Vereine und Verbände künftig langfristig, nachhaltig und mit ausreichender Finanzierung bei der Umsetzung von Schutzkonzepten und Maßnahmen im Bereich Kinderschutz sowie Gewaltprävention unterstützt werden?
Die Linke: „Wir fordern „null Toleranz“ bei Gewalt im Sport. Wir wollen die Landesfördermittel für Vereine ausweiten und das Ehrenamt stärken, um die materielle Basis für diese wichtige Arbeit zu sichern. Speziell in Baden-Württemberg setzen wir uns für die konsequente Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im Turnerbund ein.
Um Vereine bei der Umsetzung von Schutzkonzepten nachhaltig zu entlasten, fordern wir eine Abkehr von befristeter Projektförderung hin zu einer dauerhaften, verlässlichen Finanzierung durch Bund und Länder. Wir unterstützen die Schaffung eines unabhängigen Zentrums für Safe Sport sowie ein dauerhaft finanziertes Netz von Beratungsstellen. Zudem müssen Fortbildungen für Trainer*innen zur Prävention sexualisierter Gewalt gefördert und fester Bestandteil der Qualifizierung sein.“
- Wie beabsichtigt Ihre Partei, das Thema Kinderschutz im Sport dauerhaft und strukturell zu verankern und institutionell zu fördern, und welche konkreten Maßnahmen oder Rahmenbedingungen sollen dafür geschaffen werden?
Die Linke: „Wir fordern einen starken Kinderschutz und klare Konsequenzen bei Gewalt durch Aufmerksamkeit, Fortbildungen und die Implementierung von Verfahren und Sanktionen in allen Bildungseinrichtungen. Speziell für Baden-Württemberg fordern wir die Aufarbeitung und Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal des deutschen Turnerbunds im Land. Der Kampf gegen sexualisierte Gewalt im Sport ist ein wichtiges Thema, bei dem es keine Toleranz geben darf.“
- Wie sieht Ihre Partei die Verantwortung des Landes gegenüber Sportverbänden und -vereinen bei der Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich Prävention von interpersonaler Gewalt und welche Ressourcen sollen hierfür bereitgestellt werden?
Die Linke: „Wir setzen uns dafür ein, dass Präventionsarbeit, inklusive der Arbeit mit Tätern, durch ein Landesprogramm in den Kommunen flächendeckend ausgebaut wird. Im Sportbereich fordern wir die Vermittlung entsprechender Kompetenzen bei der Aus- und Weiterbildung aller Trainerinnen und Übungsleiterinnen. Zudem sollen Schutzkonzepte gegen Gewalt, insbesondere für vulnerable Gruppen, verpflichtend und finanziell abgesichert sein.“
4. Forderung BWSJ: Stärkung von jungem Engagement und Ehrenamt
Engagement junger Menschen ist eine zentrale Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aktuelle Daten des Freiwilligensurveys und der Jugendstudie BW zeigen, dass sich ein Großteil der jungen Menschen aktiv engagiert, gleichzeitig Anerkennung und Unterstützungsstrukturen entscheidend für die Motivation sind. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um ehrenamtliches Engagement im Sport nachhaltig zu würdigen, zu erleichtern und zu stärken.
- Welche konkreten Schritte plant Ihre Partei, um ehrenamtliches Engagement junger Menschen im Sport besser anzuerkennen, z. B. durch eine (verbesserte) Ehrenamtskarte, die auch private bzw. kommerzielle Anbieter beinhaltet, die den ÖPNV umfasst und erleichterte Zugänge zu Leistungen wie BAföG ermöglicht?
Die Linke: „Wir fordern mehr Anerkennung von Ehrenamt, etwa durch die Erhöhung von Übungsleiterpauschalen. Wir setzen uns für Ermäßigungen in Museen, Schwimmbädern, Kinos und anderen Kultur- und Freizeiteinrichtungen für Menschen ein, die sich ehrenamtlich engagieren. Zudem wollen wir zusammen mit den Ländern und Kommunen einen bundesweit einheitlichen Freiwilligenpass schaffen, der Vergünstigungen und kostenlose Nutzung von Einrichtungen ermöglicht.“
- Mit welchen Maßnahmen plant Ihre Partei junges Engagement auch außerhalb der Ehrenamtskarte zu würdigen und zu belohnen, z. B. durch Berücksichtigung und Anerkennung in der Schule, im Studium oder bei der Altersvorsorge?
Die Linke: „Wir wollen die Förderung der Kooperation zwischen Vereinen und Schulen im AG-Bereich, um junge Menschen auch gesellschaftlich besser einzubinden. Außerdem sollen Aufwandsentschädigungen für Ehrenämter nicht auf Sozialleistungen wie BAföG angerechnet werden.“
- Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass junge Ehrenamtliche im Sport, wie Jugendleiter:innen, Trainer:innen, Helfer:innen, entlastet werden (z. B. hinsichtlich Fortbildung, Freistellung, Lohnfortzahlung) und eine verlässliche Struktur vorfinden?
Die Linke: „Wir fordern die Erstattung aller Fahrtkosten für ehrenamtlich Engagierte über den Jahressteuerausgleich, ohne Mindestbetrag, was besonders im ländlichen Raum wichtig ist. Zudem beinhaltet unsere Forderung nach Erhöhung der Übungsleiterpauschale explizit einen Weiterbildungszuschuss, um das Engagement zu fördern und Qualifizierung zu erleichtern. Wir wollen Strukturen ausbauen und absichern, die freiwillig engagierte Menschen unterstützen, denn Ehrenamt braucht auch Hauptamt zur Entlastung.“
5. Forderung BWSJ: Freiwilligendienste für alle – fair und zugänglich
Freiwilligendienste bieten jungen Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, gesellschaftlichen Teilhabe und Stärkung demokratischer Kompetenzen. Der Zugang zu einem Freiwilligendienst darf nicht von finanziellen oder sozialen Voraussetzungen abhängig sein. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um allen jungen Menschen verlässliche Plätze, ausreichende finanzielle Unterstützung und gezielte Beratung zu ermöglichen.
- Welche politischen Maßnahmen plant Ihre Partei, um allen jungen Menschen einen verlässlichen, bedarfsgerechten Zugang zu einem Freiwilligendienstplatz zu ermöglichen?
Die Linke: „Wir wollen allen jungen Menschen den Zugang zu Freiwilligendiensten sichern, indem wir die Jugendfreiwilligendienste ausbauen und die pädagogische Begleitung verbessern. Wir lehnen Zwangsdienste ab und fordern stattdessen gut finanzierte, zivile und gesellschaftlich sinnvolle Angebote.
Damit Engagement nicht am Geldbeutel scheitert, fordern wir freie Fahrt im ÖPNV für Freiwilligendienstleistende und einen bundesweiten Freiwilligenpass für Vergünstigungen in Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Zudem muss die hauptamtliche Infrastruktur zur Unterstützung des Ehrenamts dauerhaft gesichert werden. Konkret im Land setzen wir uns für höhere Übungsleiterpauschalen und Weiterbildungszuschüsse ein.“
- Unterstützen Sie die Forderung nach einer Ausweitung des FSJ Sport und Schule?
Die Linke: „Ja, wir setzen uns für den Ausbau und die Stärkung von Freiwilligendiensten wie FSJ Sport und Schule ein.“
- Welche Strategien verfolgt Ihre Partei, um sicherzustellen, dass junge Menschen unabhängig von ihren finanziellen, sozialen oder persönlichen Voraussetzungen einen Freiwilligendienst leisten können?
Die Linke: „Der Zugang zu einem Freiwilligendienst darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Deshalb fordern wir, dass Freiwilligendienste gut finanziell ausgestattet sind. Auf Bundesebene setzen wir uns dafür ein, dass die Plätze verlässlich finanziert sind und die Freiwilligen eine ausreichende finanzielle Unterstützung erhalten, um ihren Lebensunterhalt unabhängig bestreiten zu können.“
Stuttgart, 21.01.2026
1. Forderung BWSJ: Mehr Freiräume und Räume zur Entwicklung für junge Menschen
Kinder und Jugendliche benötigen wohnortnahe, frei zugängliche und inklusionsorientierte Bewegungs- und Begegnungsräume, um soziale Teilhabe, Gesundheit und persönliche Entwicklung zu fördern. Studien wie der 17. Kinder- und Jugendbericht oder die MOVE For Health Studie der Deutschen Sportjugend zeigen jedoch deutliche Lücken im öffentlichen Raum und ungleiche Zugänge. Vor diesem Hintergrund möchten wir von den Parteien erfahren, welche politischen Schritte sie auf Landesebene zur Stärkung jugendgerechter Sozial- und Bewegungsräume planen.
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche in Stadt und Land ausreichend frei zugängliche Bewegungs- und Begegnungsräume erhalten?
Freie Wähler: „Wir sehen einen massiven Investitionsbedarf bei Sportstätten und Bewegungsflächen. Deshalb fordern wir eine Neuauflage eines „Goldenen Plans“ von Bund und Ländern, um den Sanierungsstau systematisch abzubauen. Davon profitieren ausdrücklich auch niedrigschwellige, wohnortnahe Bewegungsräume (z. B. Kleinspielfelder, Quartiersplätze, offene Anlagen).
Unser Ansatz ist: von unten nach oben. Die Bedarfe sind in Mannheim anders als auf der Alb. Darum braucht es praxistaugliche Landesprogramme, die Kommunen finanziell und administrativ in die Lage versetzen, Freiräume zu schaffen und zu erhalten, statt nur Modellprojekte zu fördern.
Wir stärken Sport (und Vereine) grundsätzlich, weil dort Bindung, Entwicklung und Zugehörigkeit entstehen und weil Sportstätten und öffentliche Flächen in der Realität oft zusammenhängen (Training, offene Nutzung, Kooperationen).“
- Wie bewertet Ihre Partei den bisherigen Stand der Landesförderung für jugendgerechte Sozial- und Bewegungsräume im urbanen wie im ländlichen Raum, auch außerhalb des Lernorts Schule, und welche weiteren Maßnahmen oder Programme plant sie zur Stärkung solcher Räume?
Freie Wähler: „Aus unserer Sicht reicht der bisherige Stand nicht aus, sichtbar vor allem am Umfang des Investitionsstaus. Wir erkennen den Sanierungsstau bei Sportstätten ausdrücklich an. Das ist kein Randthema, sondern ein strukturelles Versäumnis.
Daraus leiten wir die folgenden Maßnahmen ab:
- Kraftakt Sportstätten & Bewegungsflächen: Sanierung und Modernisierung sollen wieder planbar werden, nicht abhängig von Einzelprogrammen und Bürokratiezyklen.
- Verbindliche Bürgerbeteiligung bei Planung/Erhalt von Sport- und Freizeiteinrichtungen: Wer die Flächen nutzt, besonders junge Menschen, muss systematisch eingebunden werden.
- Vereine entlasten und stärken, weil sie oft Mitträger dieser Räume sind (Kooperationen, Aufsicht, Angebote): weniger Bürokratie, Beratung, Digitalisierungshilfe.“
- Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um Niedrigschwelligkeit, Inklusion und Partizipation öffentlicher Bewegungsräume zu gewährleisten?
Freie Wähler:
„Niedrigschwelligkeit
- Offene Zugänge und wohnortnahe Angebote stärken wir über Infrastrukturinvestitionen und die Kommunalnähe unseres Ansatzes: Räume müssen dort entstehen, wo Jugendliche leben, nicht nur an Schulen oder in zentralen Anlagen.
- Wir verbinden das mit dem Grundsatz: Sport ist Lebensqualität und Gesundheitsfaktor, daher gehört er zur öffentlichen Grundversorgung.
Inklusion: Wir stehen für: „Öffentliche Plätze müssen für alle da sein“! Barrierefrei, sicher, nutzbar. Dazu gehören:
- Zuschüsse für barrierefreie Neubauten und Umbauten
- Abbau von Hindernissen im öffentlichen Raum (Wege, Rampen, klare Strukturen)
- schnelle, digitale, einfache Antragsverfahren für Inklusionsmaßnahmen statt Behördenhemmnisse
Das ist direkt auf Bewegungs- und Begegnungsräume übertragbar: Ein Platz ist nur dann „öffentlich“, wenn er auch tatsächlich erreichbar und nutzbar ist.
Partizipation: Wir fordern verbindliche Bürgerbeteiligung bei Sport- und Kulturprojekten vor Ort und das schließt Kinder- und Jugendperspektiven ausdrücklich ein. Das bedeutet praktisch: Planung nicht am Bedarf vorbei, sondern gemeinsam mit denen, die die Räume nutzen.“
2. Forderung BWSJ: Gesundheit stärken und Teilhabe sichern
Regelmäßige Bewegung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, der Zugang zu Sportangeboten ist jedoch sozial ungleich verteilt. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Strategien und Maßnahmen sie planen, um Bewegung im Alltag zu fördern und Zugangsbarrieren für benachteiligte Familien abzubauen.
- Wie sieht die Strategie Ihrer Partei aus, landesweit Sport und Bewegung im Alltag zu fördern?
Freie Wähler: „Wir benennen klar: „Breitensport ist Gesundheit pur“ und wollen ihn gezielt stärken. Auch durch mehr Kooperationen mit Krankenkassen, weil Prävention günstiger und wirksamer ist als spätere Versorgung. Ohne Hallen, Plätze, Bäder und funktionierende Anlagen gibt es keine niedrigschwellige Bewegung. Deshalb fordern wir einen echten Kraftakt für Sportstätten und die Neuauflage des „Goldenen Plans“, um den Sanierungsstau abzubauen. Schwimmen ist Prävention und Sicherheit. Darum sagen wir: Jedes Kind muss spätestens in der Grundschule schwimmen lernen. Dafür braucht es mehr Bäder, Kurse und Förderung. Vereine sind der Hauptträger alltagsnaher Sportangebote. Wir wollen sie praktisch stärken: weniger Bürokratie, Beratung und bessere Rahmenbedingungen (inkl. Stärkung von Übungsleitern und Ehrenamt).“
- Wie bewertet Ihre Partei den bestehenden Förderrahmen des Bildungs- und Teilhabepakets hinsichtlich der Unterstützung einkommensschwacher Familien beim Zugang zu Sport und Bewegung, und welche landespolitischen Maßnahmen oder ergänzenden Programme plant Ihre Partei, um bestehende Lücken zu schließen?
Freie Wähler: „Das Bildungs- und Teilhabepaket ist als Grundinstrument wichtig, aber in der Praxis häufig zu bürokratisch, nicht treffsicher genug und erreicht nicht alle Kinder zuverlässig. Vor allem dort, wo Eltern Unterstützung im Antragssystem brauchen oder Angebote vor Ort fehlen.
Was wir landespolitisch ergänzend tun wollen:
- Zugang praktisch erleichtern statt nur formal ermöglichen. Wir setzen auf starke Kommunen und funktionierende Strukturen vor Ort, statt komplizierter Förderlogik aus der Ferne. Das heißt: ergänzende Programme müssen unbürokratisch sein und lokal funktionieren.
- Gezielte Entlastung über Vereinsstrukturen und Ehrenamtsunterstützung. Wenn Vereine stabile Rahmenbedingungen haben, können sie sozial gestaffelte Beiträge, Schnupperangebote und inklusive Maßnahmen besser tragen. Darum stärken wir Vereine systematisch (Bürokratieabbau, Beratung, Entlastung).
- Kooperationen mit Krankenkassen zur Finanzierung von Prävention ausbauen. Das ist ein direkter Hebel, um Angebote gerade für vulnerable Gruppen zu stabilisieren, ohne dass jede Familie einzeln Anträge stellen muss.
- Infrastruktur sichern, weil BuT nichts bringt, wenn es vor Ort keine Angebote gibt. Gerade im ländlichen Raum scheitert Teilhabe oft an Entfernungen und fehlenden Anlagen. Deshalb: Sanierungs- und Ausbauoffensive für Sportstätten und Bäder.“
3. Forderung BWSJ: Gewaltprävention und Kinderschutz stärken
Sportvereine, Schulen und Jugendeinrichtungen müssen sichere Räume für Kinder und Jugendliche bieten. Unter anderem der 17. Deutsche Kinder- und Jugendbericht unterstreicht die Notwendigkeit verbindlicher Schutzkonzepte, regelmäßiger Schulungen und langfristig angelegter Förderstrukturen. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, wie sie Kinderschutz im Sport dauerhaft institutionell verankern und Vereine bei Prävention und Qualifizierung nachhaltig unterstützen wollen.
- Wie will Ihre Partei gewährleisten, dass die im organisierten Sport tätigen Vereine und Verbände künftig langfristig, nachhaltig und mit ausreichender Finanzierung bei der Umsetzung von Schutzkonzepten und Maßnahmen im Bereich Kinderschutz sowie Gewaltprävention unterstützt werden?
Freie Wähler: „Wir sagen klar: „Vereine sind keine Selbstläufer“ und brauchen konkrete Hilfe. Bei Bürokratie, rechtlichen Fragen und der Umsetzung. Genau das ist die Voraussetzung, um Kinderschutzkonzepte verlässlich in die Fläche zu bringen. Wir fordern Ehrenamtsagenturen, die Vereine beraten und entlasten, auch bei Förderanträgen. Das ist praktisch relevant für Schutzkonzepte, weil Vereine hier oft an Verwaltungsaufwand und Unsicherheit scheitern. Wer Prävention umsetzen soll, braucht Zeit, Ausbildung und Motivation. Darum stärken wir das Ehrenamt durch höhere Pauschalen und bessere steuerliche Rahmenbedingungen für Übungsleiter.“
- Wie beabsichtigt Ihre Partei, das Thema Kinderschutz im Sport dauerhaft und strukturell zu verankern und institutionell zu fördern, und welche konkreten Maßnahmen oder Rahmenbedingungen sollen dafür geschaffen werden?
Freie Wähler: „Kinderschutz ist fester Bestandteil der Sportförderlogik. Kinderschutz darf folglich nicht projektweise laufen, sondern muss Standard werden. Unser Grundsatz: „Frauen und Kinder schützen! Bessere Prävention und Aufklärung.“ passt genau hier: Prävention ist Pflichtaufgabe, nicht freiwillige Zusatzleistung einzelner Vereine.
Prävention statt Reaktion. Die Landespolitik muss verlässlich sein. Darum fordern wir ausdrücklich einen präventiven Ansatz bei Gewalt-Themen. Diese Haltung übertragen wir auf den Sport: Schutz braucht klare Standards, kontinuierliche Förderung und Sicherheit für Betroffene, statt erst zu handeln, wenn etwas passiert ist.“
- Wie sieht Ihre Partei die Verantwortung des Landes gegenüber Sportverbänden und -vereinen bei der Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich Prävention von interpersonaler Gewalt und welche Ressourcen sollen hierfür bereitgestellt werden?
Freie Wähler: „Prävention gelingt nur, wenn Haupt- und Ehrenamtliche regelmäßig geschult werden können. Dafür passt unser Ansatz eines staatlich geförderten Qualifikationsfonds für Fort- und Weiterbildung. Dieser kann und soll auch präventive Qualifizierung (z. B. Schutzkonzept-Schulungen) abdecken.
Vereine brauchen nicht nur Geld, sondern „Know-how-Zugang“. Neben Finanzierung braucht es praxistaugliche Beratung. Genau dafür stehen unsere Ehrenamtsagenturen: Unterstützung bei Umsetzung, Formalien und Qualitätssicherung.
Gerade im Kinder- und Jugendsport spielen Kommunikation, Gruppen-Chats und Social Media eine Rolle. Unser Fokus auf Medienkompetenz und Schutz im digitalen Raum unterstützt indirekt auch Präventionsarbeit im Verein (Aufklärung, klare Regeln, sichere Kommunikation).“
4. Forderung BWSJ: Stärkung von jungem Engagement und Ehrenamt
Engagement junger Menschen ist eine zentrale Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aktuelle Daten des Freiwilligensurveys und der Jugendstudie BW zeigen, dass sich ein Großteil der jungen Menschen aktiv engagiert, gleichzeitig Anerkennung und Unterstützungsstrukturen entscheidend für die Motivation sind. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um ehrenamtliches Engagement im Sport nachhaltig zu würdigen, zu erleichtern und zu stärken.
- Welche konkreten Schritte plant Ihre Partei, um ehrenamtliches Engagement junger Menschen im Sport besser anzuerkennen, z. B. durch eine (verbesserte) Ehrenamtskarte, die auch private bzw. kommerzielle Anbieter beinhaltet, die den ÖPNV umfasst und erleichterte Zugänge zu Leistungen wie BAföG ermöglicht?
Freie Wähler: „Anerkennung muss sich im Alltag lohnen, nicht nur auf dem Papier. Konkrete Punkte aus unserem Programm, die direkt darauf einzahlen:
- Wir wollen die Ehrenamtspauschale erhöhen und den Übungsleiterfreibetrag verbessern, damit Engagement real entlastet und belohnt wird. Gerade für junge Trainer und Jugendleiter.
- Wir fordern flächendeckende Ehrenamtsagenturen, die Vereine und Engagierte beraten, entlasten und bei Förderlogik helfen. Das ist der stärkste Hebel gegen Überforderung und Bürokratie, die viele junge Leute ausbremst.
- Zudem möchten wir zur Anerkennung des Ehrenamtes Rentenpunkte anrechnen lassen, denn Engagement für die Gemeinschaft in der Gegenwart verdient Vorsorge für die Zukunft.
- Zu einer konkreten Ausgestaltung einer erweiterten Ehrenamtskarte ist unser Kurs eindeutig: Anerkennung muss praktischen Nutzen bringen, und solche Erweiterungen sind sachlogisch kompatibel mit unserem Ansatz der Attraktivitätssteigerung und Entlastung.“
- Mit welchen Maßnahmen plant Ihre Partei junges Engagement auch außerhalb der Ehrenamtskarte zu würdigen und zu belohnen, z. B. durch Berücksichtigung und Anerkennung in der Schule, im Studium oder bei der Altersvorsorge?
Freie Wähler: „Wir wollen ein faires Arbeits- und Ausbildungsumfeld und haben explizit das Ziel, u. a. Ehrenamt durch geeignete Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Das ist besonders relevant für junge Engagierte in Ausbildung, FSJ/BFD oder Studium.
- Mit einem staatlich geförderten Qualifikationsfonds für Fort- und Weiterbildung schaffen wir die Basis, dass ehrenamtliche Trainer und Jugendleiter sich fortbilden können, ohne finanziell oder organisatorisch abzurutschen.
- Unser Programm ist durchgehend auf Wertschätzung gesellschaftlicher Leistung ausgerichtet. Daher ist es für uns konsequent, wenn Schulen/Hochschulen Engagement stärker anrechnen oder sichtbar machen.“
- Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass junge Ehrenamtliche im Sport, wie Jugendleiter:innen, Trainer:innen, Helfer:innen, entlastet werden (z. B. hinsichtlich Fortbildung, Freistellung, Lohnfortzahlung) und eine verlässliche Struktur vorfinden?
Freie Wähler: „Hier sind wir sehr konkret:
- Bürokratie abbauen und Vereine administrativ entlasten. Viele junge Leute hören nicht wegen „Sport“, sondern wegen Papierkram auf. Wir wollen Vereine explizit von Bürokratie und Förderlogik entlasten, und zwar über Beratungsstrukturen (Ehrenamtsagenturen) und eine generell ehrenamtsfreundliche Verwaltung.
- Ehrenamtsagenturen als dauerhafte Struktur vor Ort. Nicht als Projekt, sondern als Netz: Ansprechpartner, Qualifizierungsberatung, Unterstützung bei Organisation und Finanzierung. Das ist genau die „verlässliche Struktur“, welche Ihr als BWSJ anspricht
- Finanzielle Entlastung für Übungsleiter und Engagierte. Höhere Pauschalen und Freibeträge sind ein direkter Ausgleich für Zeit, Aufwand, Fahrtkosten und Fortbildung.
- Fort- und Weiterbildung ausbauen und finanzieren. Qualifizierung soll nicht an Kosten scheitern: Hier setzt der Qualifikationsfonds an.“
5. Forderung BWSJ: Freiwilligendienste für alle – fair und zugänglich
Freiwilligendienste bieten jungen Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, gesellschaftlichen Teilhabe und Stärkung demokratischer Kompetenzen. Der Zugang zu einem Freiwilligendienst darf nicht von finanziellen oder sozialen Voraussetzungen abhängig sein. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um allen jungen Menschen verlässliche Plätze, ausreichende finanzielle Unterstützung und gezielte Beratung zu ermöglichen.
- Welche politischen Maßnahmen plant Ihre Partei, um allen jungen Menschen einen verlässlichen, bedarfsgerechten Zugang zu einem Freiwilligendienstplatz zu ermöglichen?
Freie Wähler: „Wir wollen Ehrenamt und Engagement dauerhaft tragfähig machen, mit flächendeckenden Ehrenamtsagenturen, die Vereine, Träger und Engagierte beraten und entlasten (auch bei Anträgen und Organisation). Das verbessert die Zugänglichkeit und senkt Einstiegsbarrieren, gerade für junge Menschen.
Viele Einsatzstellen sind überlastet, nicht unwillig. Unser Programm setzt klar auf Entlastung und weniger Verwaltungshemmnisse, damit mehr Stellen Freiwilligendienste anbieten können.
Freiwilligendienste funktionieren nur mit Betreuung und Entwicklungsperspektive. Unser Ansatz eines staatlich geförderten Qualifikationsfonds für Fort- und Weiterbildung stützt Träger und Einsatzstellen indirekt, weil Qualifizierung und Begleitung dadurch finanziell machbarer werden.“
- Unterstützen Sie die Forderung nach einer Ausweitung des FSJ Sport und Schule?
Freie Wähler: „Wir stärken Breitensport, Vereine, Infrastruktur und Nachwuchsarbeit und sehen Sport als Gesundheits- und Gesellschaftsfaktor. Ein FSJ im Bereich Sport und Schule ist damit voll kompatibel und sinnvoll, weil es genau diese Ziele praktisch verbindet (Bewegungsförderung, Teilhabe, Nachwuchsgewinnung für Vereine).“
- Welche Strategien verfolgt Ihre Partei, um sicherzustellen, dass junge Menschen unabhängig von ihren finanziellen, sozialen oder persönlichen Voraussetzungen einen Freiwilligendienst leisten können?
Freie Wähler: „Hier ist der entscheidende Punkt: Zugang braucht mehr als einen formalen Anspruch. Er braucht reale Machbarkeit.
- Finanzielle Barrieren abbauen durch faire Rahmenbedingungen. Wenn Freiwilligendienstplätze existieren, aber wirtschaftlich nicht tragbar sind, ist das de facto Ausschluss. Unser Ansatz setzt daher auf Wertschätzung und bessere Bedingungen für Engagement, damit Freiwilligendienste nicht zu einem „Privileg für jene mit Rückhalt“ werden.
- Beratung und niedrigschwellige Begleitung über lokale Strukturen. Mit Ehrenamtsagenturen schaffen wir Anlaufstellen, die nicht nur Vereine, sondern auch junge Menschen unterstützen können, insbesondere dort, wo familiäre oder soziale Unterstützung fehlt.
- Inklusion als Leitlinie. Wir wollen Barrieren im öffentlichen Leben abbauen und Teilhabe ermöglichen. Dieser Grundsatz gilt auch für Engagementformate: Freiwilligendienste müssen so gestaltet sein, dass Menschen mit Einschränkungen, Belastungen oder besonderen Lebenslagen nicht automatisch herausfallen.“
Stuttgart, 25.01.2026
1. Forderung BWSJ: Mehr Freiräume und Räume zur Entwicklung für junge Menschen
Kinder und Jugendliche benötigen wohnortnahe, frei zugängliche und inklusionsorientierte Bewegungs- und Begegnungsräume, um soziale Teilhabe, Gesundheit und persönliche Entwicklung zu fördern. Studien wie der 17. Kinder- und Jugendbericht oder die MOVE For Health Studie der Deutschen Sportjugend zeigen jedoch deutliche Lücken im öffentlichen Raum und ungleiche Zugänge. Vor diesem Hintergrund möchten wir von den Parteien erfahren, welche politischen Schritte sie auf Landesebene zur Stärkung jugendgerechter Sozial- und Bewegungsräume planen.
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche in Stadt und Land ausreichend frei zugängliche Bewegungs- und Begegnungsräume erhalten?
ÖDP: „In der Regel sind dies kommunale Aufgaben. Im Hinblick auf die Regelungsmöglichkeiten durch das Land verweisen wir das ÖDP-Ziel, ein schulisches Gesundheitsmanagement einzuführen, welches auch Gesundheits- und Sportangebote anbieten soll.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bisherigen Stand der Landesförderung für jugendgerechte Sozial- und Bewegungsräume im urbanen wie im ländlichen Raum, auch außerhalb des Lernorts Schule, und welche weiteren Maßnahmen oder Programme plant sie zur Stärkung solcher Räume?
ÖDP: „Wir haben in Baden-Württemberg sicherlich noch kein zufriedenstellendes Niveau bei den angesprochenen Sozial- und Bewegungsräumen erreicht. Diesbezüglich ist eine intensivierte Landesförderung sicherlich notwendig. Inwieweit sich diese in Konkurrenz mit sicherlich vielen anderen Forderungen nach Fördermaßnahmen finanziell ausstatten lässt, können wir zum augenblicklichen Zeitpunkt leider nicht genauer beantworten.“
- Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um Niedrigschwelligkeit, Inklusion und Partizipation öffentlicher Bewegungsräume zu gewährleisten?
ÖDP: „Eine Gesellschaft muss sich auch daran messen lassen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Grundsätzlich müssen öffentliche Räume so gestaltet sein, dass niemand von ihnen ausgeschlossen wird. Da dies für die ÖDP eine Landesaufgabe ist, müssen die Kommunen durch das Land finanziell so ausgestattet werden, dass dies gewährleistet ist.“
2. Forderung BWSJ: Gesundheit stärken und Teilhabe sichern
Regelmäßige Bewegung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, der Zugang zu Sportangeboten ist jedoch sozial ungleich verteilt. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Strategien und Maßnahmen sie planen, um Bewegung im Alltag zu fördern und Zugangsbarrieren für benachteiligte Familien abzubauen.
- Wie sieht die Strategie Ihrer Partei aus, landesweit Sport und Bewegung im Alltag zu fördern?
ÖDP: „Die ÖDP fordert die Einführung eines schulischen Gesundheitsmanagements. Hier können u. a. Veranstaltungen wie Gesundheits- oder Sportkurse angeboten werden. Generell muss das Land dafür sorgen, dass der Sportunterricht in den Schulen stattfinden kann.
- Das Land sollte bei den Kommunen darauf hinweisen, dass Sportstätten insbesondere am Wochenende für die Bevölkerung und speziell für Kinder zugänglich sind.
- In der Schule stärkere Förderung der Schülerinnen und Schüler durch handwerkliche, künstlerische und musische Fächer sowie Sport, was nicht zu Lasten der Kernkompetenzfächer wie Mathematik und Deutsch geschehen darf
- Die ÖDP fordert bildschirmfreie Kindergärten und Grundschulen, damit die Kinder nicht von Bewegung abgehalten werden.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bestehenden Förderrahmen des Bildungs- und Teilhabepakets hinsichtlich der Unterstützung einkommensschwacher Familien beim Zugang zu Sport und Bewegung, und welche landespolitischen Maßnahmen oder ergänzenden Programme plant Ihre Partei, um bestehende Lücken zu schließen?
ÖDP: „Aktuell gibt es einen Förderbetrag von 15 Euro monatlich für Vereinszugehörigkeiten. Da sich Sport-, Musik- und weitere Vereine diesen Betrag teilen müssen, ist der Förderrahmen in diesem Bereich unterfinanziert. Als ÖDP sehen wir einen Betrag von 20 Euro monatlich als sinnvoll an. Alternativ zur Auszahlung im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets könnte auch eine direkte Zahlung an die Vereine über die Kommunen sinnvoll sein, damit der Betrag nicht für andere Dinge ausgegeben wird. Dies erhöht allerdings die Bürokratie.“
3. Forderung BWSJ: Gewaltprävention und Kinderschutz stärken
Sportvereine, Schulen und Jugendeinrichtungen müssen sichere Räume für Kinder und Jugendliche bieten. Unter anderem der 17. Deutsche Kinder- und Jugendbericht unterstreicht die Notwendigkeit verbindlicher Schutzkonzepte, regelmäßiger Schulungen und langfristig angelegter Förderstrukturen. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, wie sie Kinderschutz im Sport dauerhaft institutionell verankern und Vereine bei Prävention und Qualifizierung nachhaltig unterstützen wollen.
- Wie will Ihre Partei gewährleisten, dass die im organisierten Sport tätigen Vereine und Verbände künftig langfristig, nachhaltig und mit ausreichender Finanzierung bei der Umsetzung von Schutzkonzepten und Maßnahmen im Bereich Kinderschutz sowie Gewaltprävention unterstützt werden?
ÖDP: „Um Vereine und Verbände bei Kinderschutz und Gewaltprävention zu unterstützen, stellt sich die ÖDP folgende Maßnahmen vor:
- Entwicklung nachhaltiger Gesamtstrategien (z.B. „Zukunftsplan Safe Sport“),
- die Bereitstellung von Ressourcen (Finanzierung, Personal),
- die Etablierung klarer Richtlinien (Verhaltenskodex, Interventionspläne),
- gezielte Schulungen für Trainer/Betreuer und
- die Enttabuisierung des Themas durch Aufklärung, um Strukturen zu schaffen, die Prävention und Intervention auf allen Ebenen ermöglichen
Diese Maßnahmen müssen vom Land finanziell gefördert und ideell unterstützt werden.“
- Wie beabsichtigt Ihre Partei, das Thema Kinderschutz im Sport dauerhaft und strukturell zu verankern und institutionell zu fördern, und welche konkreten Maßnahmen oder Rahmenbedingungen sollen dafür geschaffen werden?
ÖDP: „Um dies dauerhaft und strukturell zu verankern, muss dieses Ziel gesetzlich im Jugendschutz geregelt werden.“
- Wie sieht Ihre Partei die Verantwortung des Landes gegenüber Sportverbänden und -vereinen bei der Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich Prävention von interpersonaler Gewalt und welche Ressourcen sollen hierfür bereitgestellt werden?
ÖDP: „Zum einen existiert das Bildungszeitgesetz, welches die Qualifizierung von Trainern und Beschäftigten eigentlich unterstützt. Sollten Maßnahmen bisher ausgenommen sein, muss dies korrigiert werden.
Sofern es sich um Weiterbildungen handelt, die nicht über das Bildungszeitgesetz abgebildet sind, müssen die die Teilnahmekosten auf Antrag der Vereine vom Land erstattet werden.“
4. Forderung BWSJ: Stärkung von jungem Engagement und Ehrenamt
Engagement junger Menschen ist eine zentrale Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aktuelle Daten des Freiwilligensurveys und der Jugendstudie BW zeigen, dass sich ein Großteil der jungen Menschen aktiv engagiert, gleichzeitig Anerkennung und Unterstützungsstrukturen entscheidend für die Motivation sind. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um ehrenamtliches Engagement im Sport nachhaltig zu würdigen, zu erleichtern und zu stärken.
- Welche konkreten Schritte plant Ihre Partei, um ehrenamtliches Engagement junger Menschen im Sport besser anzuerkennen, z. B. durch eine (verbesserte) Ehrenamtskarte, die auch private bzw. kommerzielle Anbieter beinhaltet, die den ÖPNV umfasst und erleichterte Zugänge zu Leistungen wie BAföG ermöglicht?
ÖDP: „Die Ehrenamtskarte vergünstigt Eintritt in einige Museen und vielen Klöstern um einige Prozent, manchmal lediglich 10%. Dies ist keine wirkliche Anerkennung von ehrenamtlicher Tätigkeit. Die Rabatte müssen deutlich höher ausfallen und muss wesentlich mehr Anbieter enthalten. Die ÖDP denkt hierbei insbesondere an Schwimmbäder.
Die Voraussetzungen zum Erhalt, insbesondere die Ableistung einer festgelegten Stundenzahl in entsprechenden Organisationen, ist zu kompliziert. Speziell bei Feuerwehren oder anderen Organisationen des Katastrophenschutzes sollte der entsprechende Ausweis reichen.“
- Mit welchen Maßnahmen plant Ihre Partei junges Engagement auch außerhalb der Ehrenamtskarte zu würdigen und zu belohnen, z. B. durch Berücksichtigung und Anerkennung in der Schule, im Studium oder bei der Altersvorsorge?
ÖDP: „Für die ÖDP ist die gesellschaftliche Anerkennung der Ehrenamtlichen wichtig. Dies sollte z.B. in kommunalen Ehrungen noch deutlicher als bisher zum Ausdruck kommen, beispielsweise bei Stadtfesten. Ehrenamtliches Engagement in Schulen muss in Zeugnissen klar zum Ausdruck kommen. Besonders herausragendes ehrenamtliches Engagement sollte auch zu Bonuspunkten bei den Auswahlverfahren der Hochschulen führen.“
- Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass junge Ehrenamtliche im Sport, wie Jugendleiter:innen, Trainer:innen, Helfer:innen, entlastet werden (z. B. hinsichtlich Fortbildung, Freistellung, Lohnfortzahlung) und eine verlässliche Struktur vorfinden?
ÖDP: „Ehrenamtliche, die bereits im Berufsleben stehen, können von der Bildungszeit gebrauch machen. Dies muss seitens des Landes noch stärker beworben werden, da die Arbeitgeber dies nicht machen.
Bei besonders wichtigen Fortbildungen darf auch keine Begrenzung auf 5 Tage im Jahr stattfinden. Hier muss dann das Land dem Arbeitgeber die Lohnkosten ersetzen.“
5. Forderung BWSJ: Freiwilligendienste für alle – fair und zugänglich
Freiwilligendienste bieten jungen Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, gesellschaftlichen Teilhabe und Stärkung demokratischer Kompetenzen. Der Zugang zu einem Freiwilligendienst darf nicht von finanziellen oder sozialen Voraussetzungen abhängig sein. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um allen jungen Menschen verlässliche Plätze, ausreichende finanzielle Unterstützung und gezielte Beratung zu ermöglichen.
- Welche politischen Maßnahmen plant Ihre Partei, um allen jungen Menschen einen verlässlichen, bedarfsgerechten Zugang zu einem Freiwilligendienstplatz zu ermöglichen?
ÖDP: „Die ÖDP sieht grundsätzlich in einem verpflichtenden gesellschaftlichen Jahr für alle Jugendliche eine sinnvolle Betätigung. Dies bedeutet dann auch, dass ausreichend sinnvolle Freiwilligendienstplätze angeboten werden müssen. Damit Vereine und Organisationen Freiwilligendienstplätze anbieten können, müssen diese durch zweckgebundene Zuschüsse hierzu in die Lage versetzt werden.“
- Unterstützen Sie die Forderung nach einer Ausweitung des FSJ Sport und Schule?
ÖDP: „Da Kinder und Jugendliche im Schnitt zu wenig Sport und Bewegung haben, insbesondere auch durch oftmals fehlende Sportlehrer, ist eine Ausweitung des FSJ Sport und Schule eine sinnvolle Forderung. Hier könnten FSJ-Leistende ergänzend tätig werden.“
- Welche Strategien verfolgt Ihre Partei, um sicherzustellen, dass junge Menschen unabhängig von ihren finanziellen, sozialen oder persönlichen Voraussetzungen einen Freiwilligendienst leisten können?
ÖDP: „Wie bereits oben geschrieben, befürwortet die ÖDP ein verpflichtendes, gesellschaftliches Jahr. Hierbei dürfen aber die Jugendlichen für einen Pflichtdienst nicht bestraft werden. Deshalb muss ein Taschengeld oder Fahrgeldzuschuss entsprechend hoch ausfallen, damit kein Nachteil entsteht.“
1. Forderung BWSJ: Mehr Freiräume und Räume zur Entwicklung für junge Menschen
Kinder und Jugendliche benötigen wohnortnahe, frei zugängliche und inklusionsorientierte Bewegungs- und Begegnungsräume, um soziale Teilhabe, Gesundheit und persönliche Entwicklung zu fördern. Studien wie der 17. Kinder- und Jugendbericht oder die MOVE For Health Studie der Deutschen Sportjugend zeigen jedoch deutliche Lücken im öffentlichen Raum und ungleiche Zugänge. Vor diesem Hintergrund möchten wir von den Parteien erfahren, welche politischen Schritte sie auf Landesebene zur Stärkung jugendgerechter Sozial- und Bewegungsräume planen.
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche in Stadt und Land ausreichend frei zugängliche Bewegungs- und Begegnungsräume erhalten?
VOLT: „Wir setzen uns entschlossen dafür ein, dass Kinder und Jugendliche in ganz Baden-Württemberg – unabhängig von ihrem Wohnort – attraktive Räume für ihre persönliche Entwicklung vorfinden. Um dies sicherzustellen, planen wir folgende Schritte:
- Schaffung und Finanzierung „Dritter Orte“: Wir fordern, dass Kommunen gesetzlich verpflichtet werden, dauerhaft Räume für Jugendtreffs, Nachbarschaftszentren und Freizeitangebote bereitzustellen und verlässlich zu finanzieren. Diese Orte sollen als sichere, inklusive Ankerpunkte im Quartier dienen.
- Öffnung von Schulgeländen: Wir bekennen uns zur konsequenten Öffnung von Schulgeländen für außerschulische Angebote wie Sport, Lesungen oder Jugendkultur, um bestehende Infrastrukturen effizienter zu nutzen.
- 15-Minuten-Stadt: Unser städtebauliches Ziel ist die „15-Minuten-Stadt“, in der alle wichtigen Orte des täglichen Lebens – inklusive Freizeit- und Sportstätten – innerhalb von 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sind.
- Mobilität im ländlichen Raum: Damit diese Räume auch auf dem Land erreichbar bleiben, fordern wir den Ausbau von On-Demand-Rufbussen und Nachtbussen, die Jugendliche sicher zu sozialen Angeboten und wieder nach Hause bringen.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bisherigen Stand der Landesförderung für jugendgerechte Sozial- und Bewegungsräume im urbanen wie im ländlichen Raum, auch außerhalb des Lernorts Schule, und welche weiteren Maßnahmen oder Programme plant sie zur Stärkung solcher Räume?
- Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um Niedrigschwelligkeit, Inklusion und Partizipation öffentlicher Bewegungsräume zu gewährleisten?
VOLT: „Wir stellen fest, dass das Fehlen von Freizeitangeboten im öffentlichen Raum zunehmend zu Vereinsamung und Isolation führt, was wiederum die Anfälligkeit für demokratiegefährdende Tendenzen erhöhen kann. Die bisherige fragmentierte Förderung reicht oft nicht aus, um den Investitionsstau zu beheben. Unsere Pläne zur Stärkung sehen vor:
- Landes-Investitionsfonds für kommunale Infrastruktur: Wir wollen ein Sondervermögen schaffen, das gezielt Mittel für die Sanierung und den Neubau von Sportstätten, Jugendhäusern und kulturellen Zentren bereitstellt. Damit machen wir die Handlungsfähigkeit der Kommunen unabhängig von ihrer jeweiligen Kassenlage.
- Landesweiter Kulturpass: Wir fordern die Einführung eines altersunabhängigen Kulturpasses, der jungen Menschen freien oder vergünstigten Zugang zu Museen, Theatern und Sportevents ermöglicht.
- Förderung regionaler Wirtschaftsstruktur (GRW): Wir wollen diese Mittel stärker nutzen, um gezielt die Infrastruktur und Lebensqualität im ländlichen Raum zu verbessern und Begegnungsräume zu sichern.“
2. Forderung BWSJ: Gesundheit stärken und Teilhabe sichern
Regelmäßige Bewegung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, der Zugang zu Sportangeboten ist jedoch sozial ungleich verteilt. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Strategien und Maßnahmen sie planen, um Bewegung im Alltag zu fördern und Zugangsbarrieren für benachteiligte Familien abzubauen.
- Wie sieht die Strategie Ihrer Partei aus, landesweit Sport und Bewegung im Alltag zu fördern?
VOLT: „Volt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, um Bewegung wieder als natürlichen Teil des täglichen Lebens von Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg zu etablieren:
- Tägliche Bewegung im Schulalltag: Wie wir in unserem Bundestagswahlprogramm fordern, soll ein tägliches Bewegungsangebot von 60 Minuten in allen Schulen eingeführt werden, das über den regulären Sportunterricht hinausgeht. Hierbei sollen Team- und Individualsportarten gleichermaßen gefördert werden, um soziale Kompetenzen und Freude an der Bewegung zu vermitteln.
- Infrastruktur der „15-Minuten-Stadt“: Unser städtebauliches Ziel ist es, Sport- und Freizeitstätten so zu planen, dass sie innerhalb von 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sind.
- Massive Investitionen in Sportstätten: Durch einen Landes-Investitionsfonds für kommunale Infrastruktur wollen wir den Sanierungsstau bei Turnhallen, Schwimmbädern und Sportplätzen beheben. Dabei legen wir Wert auf eine konsequente Barrierefreiheit, um allen Menschen – mit und ohne Behinderung – die Teilhabe zu ermöglichen.
- Digitale Vernetzung: Wir planen eine bundesweite digitale Plattform, die Sportvereine, Übungsleitende und Bürger*innen vernetzt, um Angebote sichtbarer und leichter buchbar zu machen.“
- Wie bewertet Ihre Partei den bestehenden Förderrahmen des Bildungs- und Teilhabepakets hinsichtlich der Unterstützung einkommensschwacher Familien beim Zugang zu Sport und Bewegung, und welche landespolitischen Maßnahmen oder ergänzenden Programme plant Ihre Partei, um bestehende Lücken zu schließen?
VOLT: „Volt bewertet das aktuelle System der Grundsicherung, zu dem auch das Bildungs- und Teilhabepaket gehört, kritisch. In unseren Programmen bezeichnen wir das aktuelle System als ein Instrument der Stigmatisierung, das soziale Mobilität oft eher verhindert als fördert. Um bestehende Lücken zu schließen und Zugangsbarrieren für benachteiligte Familien abzubauen, planen wir folgende landespolitische Maßnahmen:
- Landesweiter Kulturpass: Wir fordern die Einführung eines altersunabhängigen Kulturpasses, der allen Menschen in Baden-Württemberg freien oder vergünstigten Zugang zu Sportevents, Vereinen und kulturellen Einrichtungen ermöglicht. Dies baut finanzielle Hürden unbürokratisch ab, ohne dass Familien langwierige Anträge stellen müssen.
- Kostenfreie Verpflegung: Um den Zusammenhang von Armut und unzureichender Ernährung zu durchbrechen, setzen wir uns für ein kostenloses, gesundes Frühstück und Mittagessen in allen Kitas und Schulen ein.
- Integration von Vereinen in den Ganztag: Wir fordern, lokale Vereine und Organisationen fest in den Ganztagsbetrieb der Schulen zu integrieren und dafür die Schulgelände konsequent für außerschulische Sportangebote zu öffnen. So erreichen wir Kinder dort, wo sie den Großteil ihres Tages verbringen.
- Reform der sozialen Absicherung: Langfristig streben wir ein Europäisches Grundeinkommen oder eine negative Einkommensteuer an, um das komplizierte und oft ausgrenzende System der herkömmlichen Sozialleistungen durch eine würdevolle, automatisierte Absicherung zu ersetzen.“
3. Forderung BWSJ: Gewaltprävention und Kinderschutz stärken
Sportvereine, Schulen und Jugendeinrichtungen müssen sichere Räume für Kinder und Jugendliche bieten. Unter anderem der 17. Deutsche Kinder- und Jugendbericht unterstreicht die Notwendigkeit verbindlicher Schutzkonzepte, regelmäßiger Schulungen und langfristig angelegter Förderstrukturen. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, wie sie Kinderschutz im Sport dauerhaft institutionell verankern und Vereine bei Prävention und Qualifizierung nachhaltig unterstützen wollen.
- Wie will Ihre Partei gewährleisten, dass die im organisierten Sport tätigen Vereine und Verbände künftig langfristig, nachhaltig und mit ausreichender Finanzierung bei der Umsetzung von Schutzkonzepten und Maßnahmen im Bereich Kinderschutz sowie Gewaltprävention unterstützt werden?
VOLT: „Volt setzt sich dafür ein, dass Kinderschutz keine Frage der Kassenlage einzelner Vereine oder Kommunen sein darf. Um eine ausreichende Finanzierung zu gewährleisten, planen wir:
- Landes-Investitionsfonds für kommunale Infrastruktur: Wir fordern ein Sondervermögen des Landes, das gezielt Mittel für die Sanierung und den zukunftssicheren Ausbau von Vereins- und Jugendräumen bereitstellt. Dies schließt auch die bauliche Umsetzung von Schutzkonzepten (z. B. Sichtschutz, barrierefreie Überwachung) ein.
- Kommunalpakt 2030+: Wir fordern eine verlässliche Grundfinanzierung der Kommunen, die sich an der tatsächlichen Aufgabenlast und Sozialstruktur orientiert. Damit stellen wir sicher, dass Städte und Gemeinden langfristige Budgets für Gewaltpräventionsprogramme im Sport bereitstellen können.
- Abkehr von der Projektförderung: Volt möchte weg von der kurzfristigen Finanzierung einzelner Initiativen hin zu einer dauerhaften Förderung von Schutz- und Beratungsstrukturen.“
- Wie beabsichtigt Ihre Partei, das Thema Kinderschutz im Sport dauerhaft und strukturell zu verankern und institutionell zu fördern, und welche konkreten Maßnahmen oder Rahmenbedingungen sollen dafür geschaffen werden?
VOLT: „Kinderschutz muss ein integraler Bestandteil der Vereinskultur werden. Wir planen folgende Rahmenbedingungen:
- Verbindliche Schutzkonzepte: In Anlehnung an unsere Forderungen für Schulen sehen wir einen „Whole-Club-Approach“. Das bedeutet, dass jeder Verein ein Schutzkonzept vorweisen soll, das regelmäßig evaluiert wird.
- Multiprofessionelle Begleitung: Wir wollen den Zugang zu psychologischer Hilfe und Sozialarbeit dezentralisieren. Über regionale Kompetenzzentren sollen Vereine unbürokratisch Unterstützung durch Fachkräfte für psychische Gesundheit und Prävention erhalten.
- Stärkung der Partizipation: Gemäß unserer Forderung zur verbindlichen Umsetzung des § 41a der Gemeindeordnung müssen Kinder und Jugendliche in alle sie betreffenden Entscheidungen einbezogen werden. Dies gilt auch für die Ausgestaltung von Schutzräumen im Sport.
- Rechtsanspruch auf Schutz: Wir fordern die gesetzliche Verankerung eines Rechtsanspruchs auf Schutz und Beratung, um die institutionelle Verantwortung des Landes zu zementieren.“
- Wie sieht Ihre Partei die Verantwortung des Landes gegenüber Sportverbänden und -vereinen bei der Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich Prävention von interpersonaler Gewalt und welche Ressourcen sollen hierfür bereitgestellt werden?
VOLT: „Die Qualifizierung von Helfenden ist für uns eine staatliche Kernaufgabe. Volt sieht hier folgende Schritte vor:
- Staatlich finanzierte Weiterbildung: Wie wir in unserem Programm darlegen, sollen regelmäßige Fortbildungen, Supervision und Coaching zur Landesleistung werden. Das Land übernimmt die Kosten für Schulungen zur Prävention von interpersonalen Gewaltformen, sowohl für Haupt- als auch für Ehrenamtliche.
- Modulare Qualifizierung: Wir fördern ein landesweites Verfahren zur Anerkennung beruflicher und freiwilliger Kompetenzen. Spezielle Module zum Kinderschutz sollen als anerkannter Teil der Qualifizierung (z. B. für Trainerlizenzen) gefördert werden.
- Anerkennung des Ehrenamts: Wer sich im Bereich Kinderschutz engagiert und qualifiziert, soll dafür gesellschaftliche und berufliche Vorteile erhalten, etwa durch Anrechnung auf Bildungszeiten oder durch ein modernisiertes Ehrungssystem.
- Taskforce gegen Gewalt: Wir schlagen die Einrichtung spezialisierter Stellen vor, die Vereine bei der Aufarbeitung von Vorfällen und der Implementierung von Präventionsmaßnahmen professionell begleiten.“
4. Forderung BWSJ: Stärkung von jungem Engagement und Ehrenamt
Engagement junger Menschen ist eine zentrale Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aktuelle Daten des Freiwilligensurveys und der Jugendstudie BW zeigen, dass sich ein Großteil der jungen Menschen aktiv engagiert, gleichzeitig Anerkennung und Unterstützungsstrukturen entscheidend für die Motivation sind. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um ehrenamtliches Engagement im Sport nachhaltig zu würdigen, zu erleichtern und zu stärken.
- Welche konkreten Schritte plant Ihre Partei, um ehrenamtliches Engagement junger Menschen im Sport besser anzuerkennen, z. B. durch eine (verbesserte) Ehrenamtskarte, die auch private bzw. kommerzielle Anbieter beinhaltet, die den ÖPNV umfasst und erleichterte Zugänge zu Leistungen wie BAföG ermöglicht?
VOLT: „Wir wollen, dass Engagement sich auch im Alltag der Jugendlichen spürbar auszahlt.
- Modernisiertes Ehrungssystem: Wie wir in unserem Landtagswahlprogramm darlegen, fördern wir ehrenamtliches Engagement aktiv durch ein modernisiertes Ehrungssystem, das über rein symbolische Akte hinausgeht.
- Vorteile im Alltag: Wir setzen uns dafür ein, dass Engagierte gesellschaftliche, berufliche und persönliche Vorteile erhalten. Dazu gehören vergünstigte Zugänge zu öffentlichen Einrichtungen und Leistungen.
- Mobilität: Auf Bundes- und Europaebene fordern wir die Einführung einer European Youth Card für alle bis 30 Jahre, die deutliche Ermäßigungen im ÖPNV (Nah- und Fernverkehr) sowie bei privaten Anbietern beinhaltet. Dies lässt sich ideal mit landesweiten Ehrenamtsstrukturen verknüpfen.
- BAföG und Finanzen: Wir fordern attraktive und allgemein zugängliche Finanzierungsmodelle für die Bildungsbiographie, um Abhängigkeiten vom Einkommen der Eltern zu verringern. Ein ehrenamtliches Engagement sollte hierbei positiv berücksichtigt werden können, um finanzielle Hürden abzubauen.“
- Mit welchen Maßnahmen plant Ihre Partei junges Engagement auch außerhalb der Ehrenamtskarte zu würdigen und zu belohnen, z. B. durch Berücksichtigung und Anerkennung in der Schule, im Studium oder bei der Altersvorsorge?
VOLT: „Anerkennung muss dort stattfinden, wo junge Menschen ihren Lebensmittelpunkt haben.
- Bildungssystem: Wir wollen Techniken und Strategien des bürgerschaftlichen Engagements fest in die Lehrpläne von Schulen und Universitäten integrieren. Dies kann durch zusätzliche Kurse oder die Anrechnung von Engagement auf Studienleistungen geschehen.
- Altersvorsorge: Ein zentraler Punkt unseres Bundestagswahlprogramms ist die Berücksichtigung gesellschaftlich wertvoller Aufgaben bei der Rentenberechnung. Damit stellen wir sicher, dass Ehrenamtliche im Alter nicht benachteiligt werden.
- Civic Fellowship: Wir schlagen einen bezahlten, freiwilligen einjährigen Bürger:innen-Dienst vor. Dieser ermöglicht es jungen Menschen, wertvolle Erfahrungen in sozialen Bereichen oder bei der Unterstützung des Staates zu sammeln und dabei finanziell abgesichert zu sein.“
- Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass junge Ehrenamtliche im Sport, wie Jugendleiter:innen, Trainer:innen, Helfer:innen, entlastet werden (z. B. hinsichtlich Fortbildung, Freistellung, Lohnfortzahlung) und eine verlässliche Struktur vorfinden?
VOLT: „Ehrenamt darf nicht zur Überlastung führen, sondern muss durch starke Strukturen gestützt werden.
- Kostenfreie Weiterbildung: Wir fordern landesweit kostenfreie Weiterbildungsangebote für Ehrenamtliche, um deren fachliche und persönliche Kompetenz zu stärken.
- Materielle und finanzielle Unterstützung: Laut Programm soll ehrenamtliches Engagement durch direkte finanzielle und materielle Unterstützung sowie Mentoring gefördert werden.
- Stärkung der Leitenden: Speziell für junge Führungskräfte in Vereinen und Jugendparlamenten fordern wir Unterstützung durch Coachings, Workshops (z. B. zu Rhetorik) und feste Budgets, um die Handlungsfähigkeit vor Ort zu sichern.
- Staatliche Verantwortung: Wir sehen es als öffentliche Aufgabe, die Daseinsvorsorge und damit auch die Infrastruktur für Engagement zu sichern. Das Land muss Kommunen verlässlich finanzieren, damit diese Räume und Personal für die Koordination des Ehrenamts bereitstellen können.“
5. Forderung BWSJ: Freiwilligendienste für alle – fair und zugänglich
Freiwilligendienste bieten jungen Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, gesellschaftlichen Teilhabe und Stärkung demokratischer Kompetenzen. Der Zugang zu einem Freiwilligendienst darf nicht von finanziellen oder sozialen Voraussetzungen abhängig sein. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Parteien, welche Maßnahmen sie planen, um allen jungen Menschen verlässliche Plätze, ausreichende finanzielle Unterstützung und gezielte Beratung zu ermöglichen.
- Welche politischen Maßnahmen plant Ihre Partei, um allen jungen Menschen einen verlässlichen, bedarfsgerechten Zugang zu einem Freiwilligendienstplatz zu ermöglichen?
VOLT: „Um allen jungen Menschen einen bedarfsgerechten Zugang zu ermöglichen, setzen wir auf eine Erweiterung des bisherigen Systems:
- Einführung des Civic Fellowship: Volt schlägt einen freiwilligen, bezahlten einjährigen Bürger*innen-Dienst vor. Dieses Programm soll jungen Menschen ermöglichen, Erfahrungen in sozialen Bereichen, in der Verwaltung oder beim Militär zu sammeln, wobei die Vergütung so gestaltet ist, dass sie eine echte Unabhängigkeit vom Elternhaus ermöglicht.
- Massive Bewerbung und Absicherung: Wir fordern, das FSJ und FÖJ massiv öffentlich zu bewerben und finanziell besser abzusichern, um die Anzahl der Plätze verlässlich zu steigern.
- Gezielte Ansprache: Um die Vielfalt der Engagierten zu erhöhen, wollen wir gezielt unterrepräsentierte Gruppen, wie junge Menschen aus finanzschwachen Haushalten oder mit Migrationsgeschichte, ansprechen und fördern.“
- Unterstützen Sie die Forderung nach einer Ausweitung des FSJ Sport und Schule?
VOLT: „Wir unterstützen die Ausweitung dieser Dienste ausdrücklich, da sie zwei unserer Kernziele – Bildungsgerechtigkeit und Gesundheitsförderung – miteinander verbinden:
- Integration in den Schulalltag: Wie wir in unserem Landtagswahlprogramm darlegen, fordern wir ein tägliches Bewegungsangebot von 60 Minuten in Schulen. Hierfür sollen gezielt FSJ-Kräfte und externe Impulse aus Sportvereinen eingebunden werden, um die Qualität der Betreuung zu sichern und Lehrkräfte zu entlasten.
- Stärkung von Kooperationen: Wir fordern, dass Kooperationen zwischen Schulen, Vereinen und Gemeinden nicht länger vom Zufall abhängen, sondern landesweit durch klare Standards und verlässliche Finanzierung gestärkt werden.“
- Welche Strategien verfolgt Ihre Partei, um sicherzustellen, dass junge Menschen unabhängig von ihren finanziellen, sozialen oder persönlichen Voraussetzungen einen Freiwilligendienst leisten können?
VOLT: „Der Zugang zu einem Freiwilligendienst darf keine Frage des Geldes sein. Deshalb verfolgen wir folgende Strategien:
- Existenzsichernde Vergütung: Sowohl beim Civic Fellowship als auch bei der Stärkung des FSJ ist eine angemessene Bezahlung für uns nicht verhandelbar. Wir fordern attraktive Finanzierungsmodelle, die den Lebensunterhalt decken.
- Materielle Unterstützung: Ehrenamtliches Engagement soll laut Programm durch direkte finanzielle und materielle Unterstützung sowie kostenfreie Weiterbildungen gefördert werden.
- Anerkennung in der Altersvorsorge: Auf Bundesebene setzen wir uns dafür ein, dass Freiwilligendienste und gesellschaftlich wertvolle Aufgaben bei der Rentenberechnung stärker berücksichtigt werden, um Altersarmut vorzubeugen.
- Mentoring und Beratung: Wir schaffen landesweite Beratungsstellen und Mentoring-Programme, die Jugendliche bei der Orientierung unterstützen und sie während ihres Dienstes begleiten.“
Stuttgart, 01.02.2026
Jugendforum 2025

Junge Engagierte diskutieren mit der Landespolitik
Beim Jugendforum der Baden-Württembergischen Sportjugend (BWSJ) stand eines im Mittelpunkt: die Perspektive junger Menschen im Sport. Am 15. Mai waren in Stuttgart engagierte Jugendliche mit politischen Entscheidungsträgern zusammengekommen, um ihre Anliegen direkt zu platzieren. Mit dem Format schafft die BWSJ Raum für Austausch auf Augenhöhe – und sendet ein starkes Signal: Die junge Generation will mitgestalten.
Ein ausführlicher Bericht ist hier zu finden.
Jugendpolitischer Abend 2024

Hausaufgaben für die Politik – Jugendpolitischer Abend der BWSJ
Unter der Überschrift „Engagement und Ehrenamt“ fand Ende Oktober im SpOrt Stuttgart der Jugendpolitische Abend der Baden-Württembergischen Sportjugend (BWSJ) statt. Unter den Teilnehmenden waren neben Vertretern des organisierten Sports auch Verantwortliche aus Kommunen und Jugendorganisationen, aus der Landespolitik sowie junge Engagierte. Gemeinsam diskutierten sie mit der BWSJ über die aktuellen Herausforderungen und politischen Forderungen zur Förderung des Engagements und Ehrenamts im Sport in Baden-Württemberg. Der Moderator eröffnete die Veranstaltung mit den Worten „Wir wollen der Politik ein paar Hausaufgaben mitgeben.“
Ein ausführlicher Bericht ist hier zu finden.









