Überragend: die Hockeyspielerinnen der Mannheimer Feudenheimschule. Foto: DSSS / sampics

In zehn Sportarten sind Mitte September in Berlin die letzten Entscheidungen von „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ im Schuljahr 2025/2026 gefallen – mit vier Schulen aus Baden-Württemberg ganz oben auf dem Siegertreppchen. Es war der Abschluss einer „Jugend trainiert“-Saison, die im Winter mit einem BW-Heimspiel begonnen hatte.

Nur wenige Tage vor der Kür von München zum deutschen Bewerber für die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele gehörte die große sportliche Bühne Mitte September jenen Talenten, die bei einem Olympia-Heimspiel die deutschen Farben vertreten könnten: Die Hauptstadt Berlin war erneut Gastgeber des Herbstfinals von „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“. Mittendrin: etwa 300 Schülerinnen und Schüler aus Baden-Württemberg.

„Wir waren letztes Jahr schon hier und sind Vierte geworden. Dieses Mal haben wir uns vorgenommen zu gewinnen!“ hatte Hockeyspielerin Lena selbstbewusst als Ziel für das U16-Team der Feudenheimschule Gymnasium Mannheim ausgegeben. Und die Jugend-Nationalspielerin ließ dieser Ansage mit ihren Mitschülerinnen Taten folgen: Mit einem 7:0-Sieg im Finale gegen die Karl-Rehbein-Schule Hanau (Hessen) sowie 73 Toren bei nur drei Gegentreffern im gesamten Finalturnier zählte der Auftritt der Mannheimerinnen zu den wohl dominantesten des diesjährigen Schulsport-Wettbewerbs.

Es war eine von vier Goldmedaillen für Baden-Württembergs Schulen beim Herbstfinale: Das Ludwig-Frank-Gymnasium Mannheim machte in der männlichen U16 mit einem 5:1-Sieg gegen das Arndt-Gymnasium Dahlem (Berlin) den BW-Triumph im Hockey perfekt. Im Golf der U16 Mixed holte sich das Löwenrot-Gymnasium St. Leon-Rot den Titel. Gold im Tennis der U16-Mädchen ging an das Otto-Hahn-Gymnasium Ludwigsburg.

Große Abschluss-Show

Gefeiert wurde anschließend bei Musik, Show-Acts und bester Stimmung im Rahmen einer großen Abschlussveranstaltung. Hier richtete auch Ronald Rauhe, seit September Deutschlands Staatsminister für Sport und Ehrenamt, einige Worte an die Talente: „Vor ziemlich genau 30 Jahren, da war ich so alt wie ihr, habe ich selbst hier in Berlin auf der Tartanbahn gestanden. In dieser Zeit ist mein olympischer Traum entstanden. Am Ende saß ich im Kanu und bin in meiner Karriere zweimal Olympiasieger geworden. Das ist die Botschaft, die ich euch gerne mitgeben möchte: Seid mutig, erlaubt euch groß zu träumen, haltet an euren Träumen fest – denn manchmal werden genau solche Träume auch wahr.“

Für ihn sei „Jugend trainiert“ ein Erlebnis gewesen, das sich fest in seine Erinnerung eingebrannt hat. Dieses Mal war er als Zuschauer an den Wettkampfstätten: „Man sieht: Alle wollen gewinnen und Leistung bringen. Aber auch, dass es am Ende vor allem darum geht, sich gegenseitig zu unterstützen, gemeinsam Sport zu treiben und füreinander da zu sein. Genau deswegen freuen wir uns darüber, jedes Jahr wieder hier zu sein für das Bundesfinale. Denn das ist genau die Gemeinschaft, die wir haben wollen.“

An der Seite zahlreicher weiterer Sportgrößen wie zum Beispiel Beachvolleyballerin Karla Borger (siehe Interview S. 5), Schwimmerin Angelina Köhler oder Handballer Paul Drux nahm Ronald Rauhe bei der Abschluss-Show einige Siegerehrungen vor.

Finals im Winter, Frühjahr und Sommer

Das Herbstfinale in Berlin war im Jahresverlauf 2026 bereits das dritte von „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“. Ebenfalls in der Hauptstadt waren im Mai in neun Sportarten die Sieger des Frühjahrsfinals ermittelt worden. Mit ersten Plätzen im Gerätturnen der Jungs U14 (Max- Planck-Gymnasium Heidenheim) und der Mädchen U16 (Wirtemberg-Gymnasium Stuttgart), im Tischtennis der U16-Mädchen (Friedrich-Schiller- Gymnasium Marbach am Neckar) sowie im Para Tischtennis U18 Mixed (Stephen-Hawking-Schule Neckargemünd) gingen auch hier mehrere Goldmedaillen an Schulen aus Baden-Württemberg.

Das Winterfinale hatte Anfang März in Schonach im Schwarzwald stattgefunden. Baden- Württembergs Talente führten dort besonders im Para Ski nordisch mit einem Doppelsieg zweier Regionalteams eine Erfolgsserie fort. Wie ihr sportlicher Weg weitergehen kann, lässt sich an der Karriere von Linn Kazmaier, Leonie Walter und Johanna Recktenwald ablesen. Was für die Para Sportlerinnen vom Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald ebenfalls mit einem Start bei „Jugend trainiert“ begonnen hatte, führte sie bei den Paralympischen Winterspielen in Milano Cortina 2026 bis aufs Olympiapodest.

Hintergrund

Der Schulsportwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ wird von der Deutschen Schulsportstiftung (DSSS) veranstaltet. Das Ziel: bessere Talentsichtung und -förderung durch gezielte Talentsuche in den Schulen und engere Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein. Unter dem Dach der DSSS wirken die 16 Kultusbehörden aller Bundesländer, der Deutsche Olympische Sportbund und seine am Bundeswettbewerb beteiligten 16 Sportfachverbände sowie der Deutsche Behindertensportverband an der Planung und Durchführung mit.