Die Freiwilligen stehen in weißen T-Shirts zum Gruppenfoto zusammen. Bei halten ein Schild mit "15 jahre BFD"

Foto: Fabian Schumacher

Mit dem neuen Jahrgang starten so viele Freiwilligendienstleistende wie nie zuvor in ihr Jahr im Sport in Baden-Württemberg. Im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und Bundesfreiwilligendienst (BFD) unterstützen sie in den nächsten Monaten Vereine und Verbände in deren täglichen Arbeit und setzen dabei ein starkes Zeichen für ehrenamtliches Engagement.

Montagmorgen in Albstadt, Ruit, Schöneck und Steinbach: In den Seminarräumen der Sportschulen warten viele gespannte, neugierige Gesichter. Für Hunderte junge Menschen aus dem ganzen Land beginnt jetzt ihr Freiwilligendienst. Den Auftakt machten bereits am 15. August 215 Freiwillige im Format FSJ Sport und Schule. Am 1. September folgten 89 Dienstleistende im BFD sowie 324 Engagierte im FSJ im Sport. Hinzu kommen vier Freiwillige aus dem Jahrgang 2025/26, die ihren Vertrag um ein halbes Jahr verlängern.

Das Gesamtergebnis von 632 Engagierten ist ein absoluter Höchstwert für den Sport in Baden-Württemberg. Während auf politischer Ebene über einen verpflichtenden Dienst diskutiert wird, setzen die jungen Menschen mit ihrem freiwilligen Engagement ein deutliches Zeichen. Und das in einem Jubiläumsjahr: Vor 15 Jahren wurde der Bundesfreiwilligendienst etabliert, um nach dem Ende des Wehr- und Zivildienstes die entstandenen Lücken im sozialen Bereich zu schließen.

BFD hat sich etabliert

Bestehende Zivildienstplätze wurden in Freiwilligenplätze umgestaltet und eröffneten auch im Sport neue Möglichkeiten für freiwilliges Engagement. Im Gegensatz zum Freiwilligen Sozialen Jahr steht der Bundesfreiwilligendienst Interessierten aller Altersgruppen offen und ist nicht auf junge Menschen bis 27 Jahre beschränkt. Entsprechend vielseitig sind auch die Einsatzfelder: In der Kinder- und Jugendarbeit gestalten die Freiwilligen neben verschiedenen Bewegungsangeboten auch weiterführende Projekte wie Spendenaktionen oder Tauschbörsen. Darüber hinaus übernehmen sie organisatorische Aufgaben in Vereinen und Verbänden und beschäftigen sich zum Beispiel mit Social Media und Nachhaltigkeit im Verein.

Seit dem Start im Jahr 2011 mit 55 Freiwilligen haben in Baden-Württemberg insgesamt 1.307 Menschen den BFD im Sport absolviert. „15 Jahre Bundesfreiwilligendienst stehen für gelebtes Engagement, gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie wertvolle Bildungs- und Lebenserfahrungen. Freiwilligendienste stärken unser demokratisches Miteinander und bereichern unsere Gemeinschaft nachhaltig. Wir danken allen Freiwilligen für ihren Einsatz“, sagt Jens  Jakob, Vorsitzender der Baden-Württembergischen Sportjugend. „Gerade angesichts sich verändernder gesellschaftlicher und politischer
Rahmenbedingungen bleibt es Aufgabe des organisierten Sports und der Politik, die Strukturen des Freiwilligendienstes zu sichern und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Ein gesicherter und chancengerechter Zugang zu Freiwilligendiensten setzt verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen voraus.“

Vereine und Persönlichkeit profitieren

Für Sportvereine sind alle Freiwilligen, ob im klassischen FSJ, FSJ Sport und Schule oder BFD, ein echter Gewinn: Sie unter stützen bei Kooperationen mit Schulen und Kitas, entlasten haupt- und ehrenamtliche Strukturen in der Verwaltung und bringen sich als engagierte Vorbilder für Kinder und Jugendliche ein. Besonders im Format Sport und Schule schaffen sie wertvolle Synergien zwischen den beiden Institutionen. Indem sie schulische Bewegungs- und Schwimmangebote begleiten, helfen sie den Lehrer und können gleichzeitig Kinder für den Vereinssport begeistern. Zudem schlagen sie als junge Bezugspersonen eine wichtige Brücke zwischen Schülerschaft undLehrkräften.

Auch für die Freiwilligen selbst ist das Jahr wertvoll für die persönliche Entwicklung. Neben formalen Pluspunkten – wie der Anrechenbarkeit für die Fachhochschulreife oder Bonuspunkten bei der Studienbewerbung – steht das individuelle Wachstum im Mittelpunkt. Die jungen Engagierten lernen Verantwortung zu übernehmen, stärken und erweitern ihre Kompetenzen, organisieren sich eigenständig und schnuppern echte Praxisluft. Nicht selten entwickelt sich in diesen zwölf Monaten eine Idee für die spätere Berufswahl.

Die Baden-Württembergische Sportjugend blickt voller Vorfreude auf den Jahrgang 2026/27 und sagt allen 632 Freiwilligendienstleistenden herzlich Danke für ihren Einsatz!