Kommissionen und Ausschüsse

Präsidialausschuss Leistungssport

Der Leistungssport in Baden-Württemberg steht trotz der gescheiterten Spitzensportreform des Bundes weiterhin auf einer stabilen Grundlage. Die im Raum stehenden Änderungen durch ein Sportfördergesetz und die etwaige Gründung einer Sportagentur haben auf Bundesebene für Verunsicherung gesorgt, doch die bestehenden Strukturen in Baden-Württemberg ermöglichen weiterhin eine gezielte und erfolgreiche Förderung des (Nachwuchs-)Leistungssports.

Eine zentrale Rolle übernimmt dabei der Präsidialausschuss Leistungssport (PAuLe), der als Förderinstanz des Leistungssports in Baden-Württemberg agiert, acht Mal getagt und zahlreiche Struktur- und Beratungsgespräche mit den nun 41 geförderten Sportarten geführt hat. Squash und Klettern wurden neu in die Förderung aufgenommen. Der PAuLe trifft richtungsweisende Entscheidungen über die Vergabe von Fördermitteln, gestaltet die strategische Weiterentwicklung des Leistungssports und sichert eine enge Verzahnung zwischen Sportverbänden, Politik und Wissenschaft.

Der Erfolg dieser Strukturen zeigte sich eindrucksvoll bei den Olympischen und Paralympischen Spielen in Paris 2024. Mehr als 100 Athletinnen und Athleten aus Baden-Württemberg waren Teil der deutschen Teams und erzielten herausragende Erfolge. Insgesamt gewannen sie 18 Medaillen bei den Olympischen Spielen (4× Gold, 13× Silber, 1× Bronze) und sechs Medaillen bei den Paralympics (3× Gold, 1× Silber, 2× Bronze).

Besonders herausragend war Michael Jung, der sich im Vielseitigkeitsreiten bereits zum dritten Mal die Goldmedaille im Einzel sicherte. Ebenfalls beeindruckten Darja Varfolomeev, die mit der ersten Goldmedaille einer deutschen Turnerin in der Rhythmischen Sportgymnastik glänzte, sowie Yemisi Ogunleye, die im Kugelstoßen die Goldmedaille errang. Malaika Mihambo sicherte sich Silber im Weitsprung, ebenso wie Leo Neugebauer im Zehnkampf. Eine weitere positive Entwicklung zeigte sich in den Medaillenplatzierungen im Mannschaftssport mit zweimal Silber (Handball Männer, Hockey Männer) und einmal Bronze (Fußball Frauen), jeweils mit Athletinnen und Athleten aus Baden-Württemberg.
Im paralympischen Bereich feierte Maurice Schmidt mit Gold im Rollstuhlfechten seinen größten Erfolg, ebenso wie Maike Hausberger, die im Radsport Olympiasiegerin wurde. Im Kugelstoßen feierte die Trainingsgruppe des OSP Stuttgart um die niederländische Athletin Lara Baars und Niko Kappel große Erfolge (1x Gold, 1x Silber). Alle Resultate bestätigen den hohen Leistungsstand unserer Athletinnen und Athleten im internationalen Vergleich.

Neben der unmittelbaren Wettkampfförderung hat sich die Talententwicklung als zentrales Handlungsfeld etabliert. Der PAuLe arbeitet eng mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport zusammen. Nach intensiven Workshops mit Trainerinnen und Trainern wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um zukünftige Strategien zur Talentförderung gezielt weiterzuentwickeln. Leistungsstarke Vereine spielen dabei eine wichtige Rolle in der Talententwicklung und -ausbildung. Aus diesem Grund unterstützt der LSVBW weiterhin Projekte wie „Schau mal, was ich kann!“. Zahlreiche Sportarten haben dieses Projekt bereits erfolgreich an Schulen umgesetzt, und wir hoffen auf eine weiterhin wachsende Beteiligung in den kommenden Jahren.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Weiterentwicklung des Berufsbilds für Leistungssportpersonal. In Baden-Württemberg wurde es aktualisiert und stellt wie bisher ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal dar. Dies stärkt nicht nur die Professionalisierung im Leistungssport, sondern auch die langfristige Attraktivität der Branche im Allgemeinen und des Trainerberufs im Besonderen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Entwicklung ist auch die Fortbildung des Leistungssportpersonals. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Module zu unterschiedlichen Leistungssportthemen angeboten.

Zukünftig gilt es, das Förderkonzept insbesondere im Hinblick auf den gesellschaftlichen Einfluss von Sportarten zu überarbeiten. Der PAuLe wird auch in Zukunft gesellschaftliche Entwicklungen im Blick behalten und diese in die Förderstrategie integrieren, um den Leistungssport nachhaltig weiterzuentwickeln. Die bestehenden Strukturen, der enge Austausch zwischen Sport und Politik sowie die gezielte Förderung von Talenten garantieren, dass auch weiterhin sportliche Erfolge aus Baden-Württemberg kommen werden.

 

Vorsitzender:
Claus-Peter Bach
BSB Nord
Geschäftsführung und Koordination beim LSVBW:
Ulrich Derad, Linus Armbruster, Heiko Nossek

Holger Kimmig (Behinderten- und Rehabilitationssport)
Nicolas Windelband (Turnsport)
Michael Schlicksupp (Leichtathletik)
Oliver Caruso (Gewichtheben)
Jens Schölch (Schneesport)
Anka Hofmann (Kanu)
Wilfried Scheible (Tanzsport)
Thomas Gundelsweiler (Fußball)
Jörg Ahmann (Volleyball)
Reiner Braun (Basketball)

Stand 30.06.2025
Sönke Gell (Tischtennis)
Martin Bobert (Judo)
Joachim Spägele (BSB Freiburg)
Martin Walter (WLSB)
Jürgen Willrett (OSP Freiburg/Schwarzwald)
Daniel Strigel (OSP Metropolregion Rhein-Neckar)
Tim Lamsfuß (OSP Stuttgart)
Michael Schreiner, Ralf Noack (Ministerium für Kultus, Jugend und Sport)

 

Baden-Württembergische Sportjugend

Die Baden-Württembergische Sportjugend (BWSJ) ist die sport- und jugendpolitische Vertretung von etwa 1,78 Millionen Kindern und Jugendlichen bis 27 Jahre aus 11.219 Sportvereinen. Sie ist die mitgliederstärkste Jugendorganisation im Land und ein anerkannter Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe sowie der außerschulischen Jugendbildung in Baden-Württemberg.
Zudem ist die BWSJ anerkannter Träger der Freiwilligendienste in Baden-Württemberg und bietet Freiwilligendienste in den Formaten FSJ, BFD und FSJ Sport und Schule an.

Die BWSJ verantwortet Projekte in der überfachlichen Kinder- und Jugendarbeit und setzt sich auf Bundes-, Landes- und weiterer gesellschaftlicher Ebene für deren Förderung ein. Zusammen mit den regionalen Sportjugenden (BSJ Freiburg, BSJ Nord, WSJ) unterstützt die BWSJ Sportvereine und -verbände im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit durch Information, Beratung, Konzeptentwicklung, landesweite Modellmaßnahmen sowie durch finanzielle Zuschüsse.

Außerdem leistet sie Hilfe beim Aufbau von Kontakten und Netzwerken. Dabei verfolgt sie stets dasselbe Ziel: Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken, sie zur Selbstbestimmung zu befähigen und sie zu gesellschaftlicher Mitverantwortung sowie sozialem Engagement zu motivieren.

Im Bereich der Kinder- und Jugendpolitik haben wir uns insbesondere in den Themenfeldern Bewegungsförderung, junges Engagement und Beteiligung sowie für den Kinder- und Jugendschutz engagiert. Im Rahmen der kinder- und jugendpolitischen Interessensvertretung haben wir uns zusätzlich für gute Rahmenbedingungen im Ehrenamt, Bürokratieabbau und die Anerkennung des organisierten Sports als Bildungsakteur eingesetzt. Die Jugendbildung ist vor allem in den Jugendorganisationen der Sportbünde ein zentraler Tätigkeitsschwerpunkt. Nachfolgend wird auf die zurückliegende Wahlperiode ein Einblick in die Schwerpunkte gegeben, mit denen sich die BWSJ beschäftigt hat.

Freiwilligendienste
Die Freiwilligendienste (FWD) im Sport erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit und entwickelten sich in den letzten drei Jahren erfolgreich weiter. Jährlich betreut die BWSJ momentan etwa 580 Freiwillige. Mit einem stetigen Aufwuchs der FWD-Stellen im Programm „FSJ im Sport“ reagierte die BWSJ auf die zunehmend steigende Nachfrage.

Das vom Bund beschlossene Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“, welches auf Landesebene mit Mitteln aus „Lernen mit Rückenwind“ umgesetzt wurde, konnte alleinig in den Jahrgängen 2022/23 sowie 2023/24 durchgeführt werden. Im Programm „FSJ Sport und Schule“ wurden so jeweils zehn zusätzliche Freiwillige eingesetzt. Es war speziell darauf ausgerichtet, Schülerinnen und Schüler zu unterstützen und deren sozial-emotionale Kompetenzen durch Sport- und Bewegungsangebote zu stärken. Des Weiteren ist der BWSJ im Jahrgang 2022/23 gemeinsam mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport die Einführung einer Rettungsschwimmer-Ausbildung für alle Freiwilligendienst-Formate gelungen. Beide Maßnahmen konnten dank der guten Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport erfolgreich umgesetzt werden.

Seit dem Jahrgang 2023/24 gibt es bei der BWSJ das Perspektivteam der Freiwilligendienste. Dieses besteht aus motivierten Freiwilligen, die sich zusätzlich zu ihrem Freiwilligendienst für die Interessen junger Menschen im Sport einsetzen möchten. Ziel des Perspektivteams ist es, die Stimmen der jungen Menschen zur Weiterentwicklung der Freiwilligendienste zu nutzen und neue Mitglieder für ein langfristiges Engagement im JuniorTeam zu gewinnen.

Weitere Neuerungen wurden mit der erstmaligen Durchführung von präsenten Zwischenseminaren (im Jahrgang 2022/23) auf den Weg gebracht. Abschließend gilt ein großer Dank den Einsatzstellen für die enge und konstruktive Zusammenarbeit mit der BWSJ.

Prävention sexualisierter Gewalt
Die BWSJ tritt in ihrer Jugendordnung jeglichen Formen von Gewalt entgegen und setzt sich aktiv für den Kinderschutz und die Prävention sexualisierter Gewalt (PSG) ein. Dazu gehört neben der klaren Haltung auch die Sensibilisierung für das Thema Prävention von sexualisierter Gewalt innerhalb der Organisation. Daher organisiert sie in Zusammenarbeit mit den Referentinnen und Referenten der Sportjugenden PSG Sensibilisierungs- und Vertiefungsschulungen für alle LSVBW-Mitarbeitenden im Haupt- und Ehrenamt. In den Schulungen werden unter anderem die verschiedenen Formen interpersonaler Gewalt beleuchtet, die besonderen Risikofaktoren im Sport erläutert und Präventions- und Interventionsmaßnahmen vorgestellt.

Bewegung bewegt was
Im Rahmen des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat die BWSJ 2022-23 das Projekt „Bewegung bewegt was“ durchgeführt. Das Projekt hatte zum Ziel, Kinder und Jugendliche durch Sport und Bewegung wieder in die Gemeinschaft zu integrieren. Gemeinsam mit den Sportjugenden wurden insgesamt 458 Maßnahmen mit etwa 9.800 Teilnehmenden umgesetzt, unter anderem Sport- und Bewegungstage, Maßnahmen zur Stärkung des jungen Engagements sowie Aktivierungsmaßnahmen. Besonders hoch war die Nachfrage nach niedrigschwelligen Angeboten für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. Neben der Bewegungsförderung setzte das Projekt den Schwerpunkt auf die Beteiligung junger Menschen im Sport sowie den Ausbau von Netzwerken und Strukturen zur nachhaltigen Verankerung des Projekts.

Jugendbeteiligung
Die BWSJ setzt das Thema Jugendbeteiligung durch ihr JuniorTeam um. In den vergangenen Jahren organisierten die jungen Engagierten zwei Kompetenztage, die sowohl der Vernetzung als auch der Wissensvermittlung dienten. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Inklusion sowie Werte- und Persönlichkeitsbildung. Darüber hinaus entwickelte das JuniorTeam ein neues Format, das den Austausch mit den Jugendorganisationen der Parteien fördert. Bei zwei Treffen kamen die jungen Engagierten aus Sport und Politik zusammen, um gemeinsam Sport zu treiben und sich über aktuelle gesellschaftliche Themen auszutauschen. Ein weiteres zentrales Anliegen war das Ehrenamt und dessen Förderung. Dazu erstellte das JuniorTeam eine Videoreihe, in der Ehrenamtliche aus den Verbandsstrukturen über ihre Aufgaben, Motivation und Erfahrungen berichten. Mit diesen vielfältigen Aktionen trägt das JuniorTeam dazu bei, junge Menschen für ein aktives Engagement im Sport zu begeistern und die wichtigen Themen der Jugend sichtbar zu machen.

Herzlichen Dank an alle, die in den vergangenen drei Jahren zum Erfolg der BWSJ beigetragen haben – im Vorstand, in den Jugendorganisationen der Sportbünde sowie bei unseren Partnern und Förderern. Besonders hervorzuheben ist das vielfältige Engagement der haupt- und ehrenamtlich Tätigen, die mit ihrem Einsatz die Arbeit der BWSJ auf allen Ebenen mitgestalten und nachhaltig weiterentwickeln.

Unser besonderer Dank gilt allen, die sich in der Jugendarbeit im Sport engagieren – in Vereinen, Verbänden und auf allen Ebenen der Sportstrukturen. Mit ihrem Einsatz schaffen sie wertvolle Erfahrungsräume, in denen junge Menschen in ihrer Persönlichkeit gestärkt, zur Selbstbestimmung befähigt, zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung ermutigt und in ihrer sozialen Integration unterstützt werden. Damit leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Umsetzung der Ziele der Kinder- und Jugendhilfe.

Vorsitzender:
Jens Jakob

Stellvertretende Vorsitzende:
Martin Mayer (BSJ Freiburg)
Tobias Dosch (BSJ Nord)
Sonja Carle (WSJ)

Beisitzende:
Konstantin Hansen (BSJ Freiburg)
Michael Holzwarth (BSJ Nord)
Ayline Rösch (WSJ)

Vertretende des JuniorTeams:
Theresa Mauch
Selina Schwab

Stand 30.06.2025

Hauptamtliche:
Lukas Haas, Ilka Hoffmann (BSJ Freiburg)
Thorsten Väth (BSJ Nord)
Denise Roth (WSJ)
Thomas Schad, Janina Ulmer (BWSJ

 

Ausschuss Frauen und Gleichstellung im Sport

Ausschuss „Frauen und Gleichstellung im Sport“
„Gemeinsam geht es besser“ war bei der Ausschussarbeit und in der Grundausrichtung unser Motto. Der Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) betrachtet zeitgemäße und engagierte Frauen- und Gleichstellungspolitik als zentrales Handlungsfeld des organisierten Sports im Land. Neue Ideen und Konzepte wurden mit und für die LSVBW-Mitgliedsorganisationen entwickelt und umgesetzt. Vor allem wurden Netzwerke auf- und ausgebaut und zielorientiert genutzt.

Fachliche Schwerpunkte
Die zentralen Themenfelder des LSVBW-Ausschusses waren:

/ Gleichstellung in Führungspositionen
/ Ehrenamtsgewinnung
/ Förderung von Trainerinnen und Kampfrichterinnen
/ Kampf gegen interpersonelle Gewalt
/ Geschlechtergerechte Darstellung in den (Sport-) Medien

Umsetzung der strategischen Ziele:
Wichtig war es dem Ausschuss, das Interesse an Leitungs- und Führungsaufgaben von ehrenamtlich engagierten Frauen zu wecken. In 2023 führte der Ausschuss deshalb den Fachtag „Frauen in der 1. Reihe! Wie halten sie sich da?“ durch. Egal ob in der Wirtschaft, Wissenschaft oder im Sport: Frauen tun den Teams gut. Sie bringen alle Fähigkeiten mit, die man als Funktionärin, Trainerin oder Schiedsrichterin braucht. Aber sie brauchen auch eine Chance. Die bekommen sie nur, wenn sie gefördert werden. Doch auch die Frauen selbst müssen ihre Einstellung ändern, indem sie selbstbewusster auftreten, mehr Verantwortung einfordern und übernehmen.

Besonders erwähnenswert sind die Regionalforen und digitalen Frauengespräche der Sportbünde, die spezifische Themen aufgegriffen haben. Diese Formate stellen neben den inhaltlichen Themen sehr gelungene Möglichkeiten zur Netzwerkbildung auf Bundes- und Landesebene von engagierten Frauen dar.
Der LSVBW ist Mitglied im Landesfrauenrat Baden-Württemberg. Die Delegiertenversammlungen und Fachtage des Landesfrauenrats werden regelmäßig von den Mitgliedern des LSVBW-Ausschusses besucht. Gleiches gilt für die DOSB-Frauenvollversammlungen. Jutta Hannig ist in der DOSB-Delegation im Deutschen Frauenrat auf Bundesebene aktiv.

Auch nahmen die Mitglieder des Ausschusses an den sogenannten Südschienetreffen teil. Hier treffen sich die Verantwortlichen für Frauen und Gleichstellung der Landessportbünde Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen zum Austausch.

Der LSVBW hat für die hauptberuflich Angestellten der Geschäftsstelle, den Landestrainerinnen und  Landestrainer sowie Mitarbeitenden der OSPe BW ein Schutzkonzept, das aktiv gelebt wird.
Zusammen mit LSVBW-Vizepräsident Gundolf Fleischer vertrete ich zudem im Rundfunkrat des Südwestrundfunks die Interessen des Sports und somit auch des Ehrenamtes.

Statistische Einordnung
Zieht man die Bestandserhebungen der Mitglieder in baden-württembergischen Sportvereinen der letzten drei Jahre heran, so war ein deutlicher Aufwuchs von ca. 7,5% zu verzeichnen. Stand 2024 verteilen sich die Geschlechter wir folgt auf die Mitgliedschaften: In den 11.219 Sportvereinen sind 2.561.919 männlich und 1.737.490 weiblich (4.300.033 gesamt ). „Divers“ und „keine Angabe“ bei den Geschlechtern wird zukünftig bei der Bestandserhebung gelistet.

Mitglieder in LSVBW-Gremien (ohne hauptberufliche Begleitung)*

Mitglieder

%
Präsidium 17 2 15 12
Präsidialausschuss Leistungssport 21 1 20 0,05
Vorstand Baden-Württembergische Sportjugend 9 4 5 44
Ausschuss Frauen und Gleichstellung im Sport 4 4 0 100
Fachkommssion Sport und Bildung 8 3 5 38
Expertenrat Umwelt, Nachhaltigkeit & EU  7 2 5 29

*Stand April 2025:

Der LSVBW hat laut dem DOSB-Gleichstellungsbericht eine durchschnittliche Quote von ehrenamtlich engagierten Frauen im Präsidium im bundesweiten Vergleich aller DOSB-Mitgliedsorganisationen. Auf der Geschäftsstelle des LSVBW ist der Anteil deutlich höher, derzeit rund 58 Prozent.

Alter und neuer Ausschuss "Frauen und Gleichstellung" bei der Frauenvollversammlung 2025 samt Gratulanten: Andreas Felchle, Elke Rutschmann, Manuela Gemsa, Margarete Lehmann, Julia Heckmann, Dr. Ulrike Korsten-Reck, Jürgen Scholz und Jutta Hannig (v.l.n.r.)

Nach zwölf Jahren im Vorsitz des Ausschusses kandidiere ich nicht mehr für die anstehende Wahlperiode. Mein besonderer Dank gilt daher den ehrenamtlichen Mitgliedern des Ausschusses Dr. Ulrike Korsten-Reck, Jutta Hannig und Elke Rutschmann für ihre Arbeit und Unterstützung sowie Bernd Röber für die Geschäftsführung. Zudem gilt mein Dank der LSVBW-Verbandsleitung und allen weiteren Unterstützern unserer Arbeit.

 

Redaktionelle Anmerkung:
Die LSVBW-Frauenvollversammlung hat am 29.03.2025 mit den Delegierten der Mitgliedsorganisationen getagt. Als Vertreterin für das LSVBW-Präsidium für Frauen und Gleichstellung im Sport und Vorsitzende des Ausschusses wurde Julia Heckmann gewählt. Bei der LSVBW-Mitgliederversammlung am 19. Juli 2025 wird sie zur Bestätigung vorgeschlagen. Die weiteren Mitglieder des Ausschusses Dr. Ulrike Korsten-Reck, Jutta Hannig und Elke Rutschmann wurden gewählt.

Vorsitzende:
Margarete Lehmann
Geschäftsführung und Koordination:
Bernd Röber

Mitglieder:
Dr. Ulrike Korsten Reck (BSB Freiburg)
Jutta Hannig (BSB Nord)
Elke Rutschmann (WLSB)

Stand 30.06.2025

 

Fach-Kommission Sport und Bildung

Das LSVBW-Präsidium hat mir für diese Wahlperiode den Vorsitz für die Kommission Sport und Bildung übertragen und damit auch die Zuständigkeit für die Themen rund um „Bildung im und durch Sport“ und „Sport und Schule“. Gemeinsam mit der kompetent besetzten Kommission konnten wir viele Maßnahmen, Projekte, Kooperationen umsetzen und Gespräche zu unterschiedlichsten Themen führen. In meinem Bericht möchte ich darauf näher eingehen.


Ganztagsförderungsgesetz 
Mit der Verabschiedung des Ganztagsförderungsgesetzes (GaFöG) im Jahr 2021 kam Dynamik in das Thema Ganztagsschule und Ganztagsbetreuung. Das Gesetz garantiert bundesweit einheitlich ab 2026 den Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung von Grundschulkindern. Beginnend mit den ersten Klassen. Dies bedeutet, dass die Kinder abhängig von der Bedarfsmeldung der Eltern bis zu acht Stunden pro Tag betreut werden müssen, einschließlich Unterrichtszeit. Der LSVBW hat schnell reagiert und bereits im Jahr 2023 eine „ad-hoc-Kommission Ganztagsschule“ unter Leitung von Jürgen Scholz eingerichtet und ein Positionspapier zum Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung entwickelt und über das Präsidium verabschiedet. Mitglieder der Fach-Kommission Sport und Bildung haben daran mitgearbeitet.

Die für den Sport entscheidende Frage war und ist, welche Auswirkungen der Betreuungsanspruch auf die Arbeit der Sportvereine und -verbände haben wird. Die Kommission hat sich mit dieser und weiteren Frage dazu intensiv in Sitzungen und einer Klausurtagung beschäftigt. Im Detail stand auf der Agenda:

/ Wie kann sich der Sport in die Betreuung einbringen und welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?
/ Welche Szenarien und welche Zahlen an zu betreuenden Grundschülerinnen und Grundschüler kommen auf uns zu?
/ Welche Konsequenzen ergeben sich aus den verschiedenen Blickwinkeln der Sportvereine, Fachverbänden oder Sportbünden?
/ Mit welchen Partnern arbeiten wir zukünftig zusammen?
/ Wie finden wir das Personal und wie qualifizieren wir es?

Und natürlich steht die Frage nach der Finanzierung der Angebote ganz oben auf der Agenda. Hier haben wir mit dem Modell der „Verlässlichen Kooperation“ ein differenziertes Finanzierungsmodell entwickelt, dessen Anwendung inzwischen breit diskutiert wird. Wir haben uns in Arbeitsprozesse und Tagungen des Kultusministeriums, der kommunalen Verbände der außerschulischen Partner und natürlich auf allen Ebenen des Sports eingebracht. Hier waren wichtige Etappen der „Runde Tisch“ im Kultusministerium, der Ganztagskongress des Städtetags auf der Didacta und die Tagung des Württembergischen Landessportbund „Ganztag bewegt“. Einige Punkte konnten geklärt werden, aber es sind auch noch wichtige Punkte offen. Daran arbeiten wir im Schulterschluss mit den Sportverbänden in Baden-Württemberg.


Kooperation Schule und Verein
Die Kommission hat für den Sport die Federführung im Zuschussprogramm „Kooperation Schule und Verein“, das sich nach wie vor mit jährlich über 5000 Maßnahmen als eine Schlüsselstelle in der Zusammenarbeit zwischen Sportvereinen und Schulen darstellt. In den letzten beiden Jahren lag ein besonderes Augenmerk auf Kooperationsmaßnahmen im Schwimmen.


Rahmenrichtlinien für Aus- und Fortbildung
In einer zweiten Klausurtagung hat sich die Kommission mit den seit 2008 gültigen Rahmenrichtlinien für die Aus- und Fortbildung im LSVBW beschäftigt. Sie geben Orientierung im erfolgreich aufgestellten Bildungssystem im Sport in Baden-Württemberg. Gleichzeitig ist das Bildungssystem einer großen Dynamik unterworfen und es gilt aktuelle Themen und Entwicklungen zu integrieren und eine Fortschreibung der Richtlinien vorzubereiten. Wir melden uns auch auf Bundesebene im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zu Wort, bringen unsere Blickwinkel und systemischen Besonderheit ein und verzahnen unsere Arbeit. Die Überarbeitung der Bildungsleitlinien auf Bundesebene ist angekündigt – spätestens nach deren Fertigstellung werden wir auch in Baden-Württemberg an deren Umsetzung arbeiten.

Eine wichtige Säule im Bildungssystem in Baden-Württemberg stellen die Sportschulen dar. Es sind die zentralen Bildungsstätten für Aus- und Fortbildung und für die Talentförderung unserer Verbände. Für die Kommission waren die Zusammenarbeit der vier Sportschulen, die Auslastung und deren Verzahnung mit den Bildungsformaten der Verbände wichtige Tagesordnungspunkte. Und natürlich waren regelmäßig operative Themen des DOSB-Lizenzwesen wie Gültigkeitsdauer oder Honorare auf der Tagesordnung. Baden-Württemberg hat ein leistungsstarkes und einzigartiges Bildungssystem im Sport.

Abschließend möchte ich meinen Dank an die Kommissionsmitglieder sowie den Geschäftsführer der Kommission, Jürgen Heimbach, für die konstruktive und sachorientierte Zusammenarbeit aussprechen. Das LSVBW-Präsidium hat bei der Berufung der Kommissionsmitglieder eine gute Wahl getroffen und damit die Grundlagen für die Kommissionsarbeit gelegt. Für mich geht mit diesem Bericht eine spannende und auch schöne Ära von zwölf Jahren als Vorsitzender der Fach-Kommission Sport und Bildung zu Ende, da ich bei der Mitgliederversammlung nicht mehr zur Wahl zur Verfügung stehen werde. Ich bedanke mich bei allen für die gute Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen.

 

Vorsitzender:
Rolf Schmid
Geschäftsführung und Koordination:
Jürgen Heimbach

Wolf-Dieter Karle, Christian Reinschmidt (Badischer Sportbund Freiburg)
Dr. Florian Dürr, Diana Giesen (Badischer Sportbund Nord)

Stand 30.06.2025
Astrid Moser, Phillip Perus (Württembergischer Landessportbund)
Thomas Schad (Baden-Württembergische Sportjugend)
Umwelt und Nachhaltigkeit

Überschattet wurde diese Legislatur durch die Erkrankung und den Tod im September 2024 von Prof. Dr. Franz Brümmer, der seit 1998 den Bereich Sport und Umwelt im Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) maßgeblich geprägt und mit seiner Expertise bereichert hat. Viele Projekte wie z.B. RewitAl und die N!-Charta Sport tragen seine Handschrift.

Der Expertenrat
Seit der Konstituierung im Sommer 2023 hat der Expertentat Umwelt, Nachhaltigkeit und EU vier Mal getagt. Folgende gesellschaftspolitischen Themen im Sport wurden von den Mitgliedern in einer Denkfabrik identifiziert:  

/ Sport im Freien: Hitzeperioden, Verschattung, Wassermangel, Starkregen
/ Wassermanagement
/ Photovoltaik, Energiegewinnung, Energiemanagement
/ Kommunale Wärmeplanung
/ Abfallvermeidung und Abfallmanagement
/ CO₂-Reduzierung im Sportverkehr

Das SUN-Gremium (Sport, Umwelt, Natur) hat die Themenfelder des Expertenrat aufgegriffen, bearbeitet und in Handlungsempfehlungen münden lassen. Eine enge Verzahnung der beiden Gremien ist gewünscht. 

Durch die Krankheit und den Tod von Prof. Dr. Franz Brümmer konnte das SUN-Gremium nur zwei Mal unter seiner Leitung tagen. Dabei spielten die Themen Sport und Naturschutz, Gesetzgebung im Wald, Biodiversität, Mikroplastik und Nachhaltigkeit eine Rolle.

Nachhaltigkeit
In den Jahren 2023 und 2024 fand der Wettbewerb Sport und Nachhaltigkeit bereits zum fünften und sechsten Mal statt. Dabei erhielten 16 Sportfachverbände und ein Sportbund Mittel zur Umsetzung ihrer eingereichten Projekte. Die Gesamtsumme betrug 180.0000 €. 

Einen großen Schub erhielt die N!-Charta-Sport, weil weitere Sportvereine und -verbände aus Baden-Württemberg dieses Instrument des Nachhaltigkeitsmanagements unterzeichnet haben. Fast 70 Mitglieder umfasst der Kreis der N!-Charta-Sport-Unterzeichner. Auch außerhalb des baden-württembergischen Sports verzeichnet die N!-Charta Sport große Aufmerksamkeit. Ausgedrückt hat sich das u.a. durch die Auszeichnung mit dem Spobis-Award im Januar 2024.

Am 19. Mai 2025 fand im SpOrt Stuttgart der dritte Kongress Sport und Nachhaltigkeit mit erneut hoher Beteiligung statt.

Ein besonderer Dank gilt der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg für die kontinuierliche Unterstützung des Sports.

Sport und Umwelt
Nach einem langen Abstimmungsprozess des LSVBW mit seinen natursporttreibenden Verbänden und dem Landesnaturschutzverband konnte „Natursport in Baden-Württemberg – eine Annäherung von LSVBW und LNV“ im Herbst 2024 unterzeichnet werden. Es wurde ein regelmäßiger Austausch und ein dauerhafter Dialog vereinbart, in dem das gegenseitige Verständnis für die jeweiligen Interessen des Gegenübers geschärft und mögliche Konfliktpotenziale vorab identifiziert werden sollen.  

Sport im Wald
Unterschiedliche Faktoren haben den Wald zum Konfliktfeld gemacht - Klimaveränderungen, Nutzungskonflikte zwischen Waldwirtschaft, Naturschutz und Erholungsnutzung sowie Extremwetterlagen fordern daher eine gute Kommunikation und Aufklärung aller Beteiligten. Der LSVBW engagiert sich zusammen mit den natursporttreibenden Verbänden in verschiedenen Gremien rund um den Wald: im Beirat der Anstalt des öffentlichen Rechts Forst BW, Initiativkreis Respekt Wildtiere, in der Steuerungsgruppe „bewußtWild“ und im Forum Erholung und Sport im Wald von BW. Auch bei der Waldstrategie Baden-Württemberg bringt sich der Sport aktiv ein.

Mikroplastik
Mikroplastik auf Kunststoffrasen- und Reitplätze
In den Jahren 2022 und 2023 fanden jeweils Recyclingkongresse statt. Zusammen mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württember wurden Recycling und Zukunftsfähigkeit von Kunststoffrasen und Reitplätzen in verschiedensten Facetten beleuchtet. Eine EU-Verordnung sieht vor, dass vom 17. Oktober 2031 an keine Kunstrasenplätze mit synthetischen Kunststoffgranulaten verkauft werden dürfen, weil davon schädliches Mikroplastik in die Luft, in die Umwelt und in die Kanalisation gelangt. Im Mai 2025 fand eine Fachveranstaltung Reitplätze statt.

Projekt RewitAl
Der LSVBW ist seit Oktober 2023 Teil des Forschungsprojekts „Reintegration hochwitterungsbeanspruchter Altkunststoffe in die Kreislaufwirtschaft (RewitAl)“. Die drei Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Aalen, Furtwangen und Pforzheim suchen nach Lösungen, wie alte Kunststoffrasensportplätze möglichst umweltschonend recycelt werden können. Ziel ist es, Kunststoffkreisläufe zu schließen und Recycling in der Kunststoffbranche voranzutreiben. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf hoch beanspruchten Kunststoffen in Außensportanlagen. RewitAI erforscht sowohl den Rückbau der bisher verwendeten Kunststoffe als auch Alternativen aus Bio- und Recyclingkunststoffen. Das Projekt läuft bis September 2027 und wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.

Kooperationen und Partnerschaften
Ohne das vielfältige Netzwerk innerhalb des Sports mit Vertretern unserer Fachverbände,  Vertretern des Deutschen Olympischen Sportbunds, dem Kuratorium Sport und Natur, aber auch das Ministerium für Klima, Umwelt und Energiewirtschaft, das Ministerium Kultus, Jugend und Sport sowie das Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz wäre eine Entwicklung nicht in diesem Maße möglich. Unser Dank gilt allen unseren Partner, mit denen eine sachorientierte Weiterentwicklung möglich ist.

Vertretungen
Auch im Landesbeirat für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg, im Stiftungsrat der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg, in drei Naturparken (Obere Donau, Schwarzwald und Südschwarzwald) sowie im Beirat des Nationalparks Schwarzwald ist der LSVBW benanntes Mitglied.

 

Expertenrat

SUN-Gremium

Mitglieder:
Prof. Dr. Franz Brümmer † (verstorben am 10. September 2024)
Dr. Susanne Eisenmann
Claus-Peter Hutter
Jürgen Scholz
Dr. Bernd Welz

Geschäftsführung:
Ulrike Hoffmann

 
Stand 30.06.2025

Mitglieder:
Prof. Dr. Franz Brümmer † (Vorsitzender)
Dietmar Gretter
Dr. Michael Nill
Achim Haid
Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß
Berthold Reichle
Torsten Schnittker
Melanie Stephan

Geschäftsführung:
Ulrike Hoffmann

 

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