Überschattet wurde diese Legislatur durch die Erkrankung und den Tod im September 2024 von Prof. Dr. Franz Brümmer, der seit 1998 den Bereich Sport und Umwelt im Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) maßgeblich geprägt und mit seiner Expertise bereichert hat. Viele Projekte wie z.B. RewitAl und die N!-Charta Sport tragen seine Handschrift.
Der Expertenrat
Seit der Konstituierung im Sommer 2023 hat der Expertentat Umwelt, Nachhaltigkeit und EU vier Mal getagt. Folgende gesellschaftspolitischen Themen im Sport wurden von den Mitgliedern in einer Denkfabrik identifiziert:
/ Sport im Freien: Hitzeperioden, Verschattung, Wassermangel, Starkregen
/ Wassermanagement
/ Photovoltaik, Energiegewinnung, Energiemanagement
/ Kommunale Wärmeplanung
/ Abfallvermeidung und Abfallmanagement
/ CO₂-Reduzierung im Sportverkehr
Das SUN-Gremium (Sport, Umwelt, Natur) hat die Themenfelder des Expertenrat aufgegriffen, bearbeitet und in Handlungsempfehlungen münden lassen. Eine enge Verzahnung der beiden Gremien ist gewünscht.
Durch die Krankheit und den Tod von Prof. Dr. Franz Brümmer konnte das SUN-Gremium nur zwei Mal unter seiner Leitung tagen. Dabei spielten die Themen Sport und Naturschutz, Gesetzgebung im Wald, Biodiversität, Mikroplastik und Nachhaltigkeit eine Rolle.
Nachhaltigkeit
In den Jahren 2023 und 2024 fand der Wettbewerb Sport und Nachhaltigkeit bereits zum fünften und sechsten Mal statt. Dabei erhielten 16 Sportfachverbände und ein Sportbund Mittel zur Umsetzung ihrer eingereichten Projekte. Die Gesamtsumme betrug 180.0000 €.

Einen großen Schub erhielt die N!-Charta-Sport, weil weitere Sportvereine und -verbände aus Baden-Württemberg dieses Instrument des Nachhaltigkeitsmanagements unterzeichnet haben. Fast 70 Mitglieder umfasst der Kreis der N!-Charta-Sport-Unterzeichner. Auch außerhalb des baden-württembergischen Sports verzeichnet die N!-Charta Sport große Aufmerksamkeit. Ausgedrückt hat sich das u.a. durch die Auszeichnung mit dem Spobis-Award im Januar 2024.
Am 19. Mai 2025 fand im SpOrt Stuttgart der dritte Kongress Sport und Nachhaltigkeit mit erneut hoher Beteiligung statt.
Ein besonderer Dank gilt der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg für die kontinuierliche Unterstützung des Sports.
Sport und Umwelt
Nach einem langen Abstimmungsprozess des LSVBW mit seinen natursporttreibenden Verbänden und dem Landesnaturschutzverband konnte „Natursport in Baden-Württemberg – eine Annäherung von LSVBW und LNV“ im Herbst 2024 unterzeichnet werden. Es wurde ein regelmäßiger Austausch und ein dauerhafter Dialog vereinbart, in dem das gegenseitige Verständnis für die jeweiligen Interessen des Gegenübers geschärft und mögliche Konfliktpotenziale vorab identifiziert werden sollen.

Sport im Wald
Unterschiedliche Faktoren haben den Wald zum Konfliktfeld gemacht - Klimaveränderungen, Nutzungskonflikte zwischen Waldwirtschaft, Naturschutz und Erholungsnutzung sowie Extremwetterlagen fordern daher eine gute Kommunikation und Aufklärung aller Beteiligten. Der LSVBW engagiert sich zusammen mit den natursporttreibenden Verbänden in verschiedenen Gremien rund um den Wald: im Beirat der Anstalt des öffentlichen Rechts Forst BW, Initiativkreis Respekt Wildtiere, in der Steuerungsgruppe „bewußtWild“ und im Forum Erholung und Sport im Wald von BW. Auch bei der Waldstrategie Baden-Württemberg bringt sich der Sport aktiv ein.
Mikroplastik
Mikroplastik auf Kunststoffrasen- und Reitplätze
In den Jahren 2022 und 2023 fanden jeweils Recyclingkongresse statt. Zusammen mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württember wurden Recycling und Zukunftsfähigkeit von Kunststoffrasen und Reitplätzen in verschiedensten Facetten beleuchtet. Eine EU-Verordnung sieht vor, dass vom 17. Oktober 2031 an keine Kunstrasenplätze mit synthetischen Kunststoffgranulaten verkauft werden dürfen, weil davon schädliches Mikroplastik in die Luft, in die Umwelt und in die Kanalisation gelangt. Im Mai 2025 fand eine Fachveranstaltung Reitplätze statt.

Projekt RewitAl
Der LSVBW ist seit Oktober 2023 Teil des Forschungsprojekts „Reintegration hochwitterungsbeanspruchter Altkunststoffe in die Kreislaufwirtschaft (RewitAl)“. Die drei Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Aalen, Furtwangen und Pforzheim suchen nach Lösungen, wie alte Kunststoffrasensportplätze möglichst umweltschonend recycelt werden können. Ziel ist es, Kunststoffkreisläufe zu schließen und Recycling in der Kunststoffbranche voranzutreiben. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf hoch beanspruchten Kunststoffen in Außensportanlagen. RewitAI erforscht sowohl den Rückbau der bisher verwendeten Kunststoffe als auch Alternativen aus Bio- und Recyclingkunststoffen. Das Projekt läuft bis September 2027 und wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.
Kooperationen und Partnerschaften
Ohne das vielfältige Netzwerk innerhalb des Sports mit Vertretern unserer Fachverbände, Vertretern des Deutschen Olympischen Sportbunds, dem Kuratorium Sport und Natur, aber auch das Ministerium für Klima, Umwelt und Energiewirtschaft, das Ministerium Kultus, Jugend und Sport sowie das Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz wäre eine Entwicklung nicht in diesem Maße möglich. Unser Dank gilt allen unseren Partner, mit denen eine sachorientierte Weiterentwicklung möglich ist.
Vertretungen
Auch im Landesbeirat für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg, im Stiftungsrat der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg, in drei Naturparken (Obere Donau, Schwarzwald und Südschwarzwald) sowie im Beirat des Nationalparks Schwarzwald ist der LSVBW benanntes Mitglied.