Aktivitäten

Der Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) fördert gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen und in Partnerschaft mit der Politik bestmöglich den organisierten Sport im Land. Durch gewinnbringende und zukunftsweisende Kooperationen, Beschlüsse und Verträge ist es dem LSVBW in den vergangenen drei Jahren gelungen, die Rahmenbedingungen für den Freizeit-, Breiten- und Leistungssport sowie den Behindertensport maßgeblich weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Der folgende Bericht zeigt die bearbeiteten Themen, Projekte und Maßnahmen auf. Er ist weder chronologisch noch in der Reihenfolge der Bedeutung der Themen aufgebaut, sondern bündelt die unterschiedlichen Bereiche. 

Noch zur Mitgliederversammlung 2022 befanden wir uns mitten in der Corona-Pandemie. Doch, und das war das Positive, die Pandemie war am ausklingen, langsam hat sich das gesellschaftliche wie auch das sportliche Leben wieder normalisiert. An eine komplette Rückkehr zur Normalität war allerdings leider nicht zu denken. Denn der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine brachte nicht nur einen anschwellenden Strom an Geflüchteten zu uns, sondern im Zuge der Sanktionen gegen Russland auch steigende Energiekosten. Deshalb hat sich der Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) im Herbst an Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit der Bitte um politische Unterstützung in Gesprächen mit der Bundesregierung gewandt. Mit Erfolg. Wenige Wochen später wurde der Sport, wie auch Unternehmen und Haushalte, in die Energiepreisbremse für Gas und Strom einbezogen.
Auch in der Frage der Unterbringung der Geflüchteten aus der Ukraine hat der LSVBW direkt an Ministerpräsident Kretschmann eine eindringliche Bitte geschrieben, nachdem dieser auch Sporthallen als Unterkünfte nicht ausschließen wollte. Dabei war die Belegung von Sporthallen aus zwei Gründen nicht zielführend. Zum einen leisten Sportvereine einen enormen Beitrag bei der Integration von Geflüchteten, etwa im Bundesprogramm „Integration durch Sport“. Diese wichtige Arbeit können sie jedoch bei geschlossenen Sporthallen nicht mehr absolvieren. Dabei ist auch für die Geflüchteten sportliche Bewegung wichtig, dadurch können sie zum Beispiel Ablenkung finden. In eine Erklärung nach einem Flüchtlingsgipfel im Neuen Schloss in Stuttgart wurde auf Drängen des LSVBW der Zusatz aufgenommen, dass die Nutzung von Sportstätten nur als ultima ratio geprüft wird. Letztlich haben die meisten Kommunen im Land diese letzte Möglichkeit nicht gezogen.

Wie wichtig den Bürgerinnen und Bürgern ihre Sportvereine sind, zeigt die ständig anwachsende Zahl an Mitgliedschaften. Im Jahr 2024 wurde erstmals mit 4,18 Millionen Mitgliedschaften die Vier-Millionen-Hürde übersprungen, in diesem Jahr wurden 4.300.033 Mitgliedschaften von den 11 219 Sportvereinen im Land gemeldet. 

Olympische und Paralympische Spiele 2024

Schon vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris konnte der LSVBW positive Bilanz ziehen. 81 Sportlerinnen und Sportler aus dem „Ländle“ gehören dem deutschen Olympiateam an, das insgesamt 428 Athletinnen und Athleten umfasst. Zum Team BW gehören Sportlerinnen und Sportler, die ihren Trainings- und Lebensmittelpunkt in Baden-Württemberg haben und von den drei Olympiastützpunkten Freiburg-Schwarzwald, Metropolregion Rhein-Neckar und Stuttgart betreut werden. Damit zeigt der Baden-Württemberg-Weg, den der LSVBW eingeschlagen hat, dass er der Richtige ist.

Als nach 16 stimmungsvollen Tagen nach der Abschlussfeier Bilanz gezogen wurde, fiel diese auch positiv aus. 18 Sportlerinnen und Sportler brachten olympische Medaillen mit nach Hause, 24 weitere konnten stolz über Platzierungen zwischen Platz vier und acht sein. Überragt wurde alles von den drei Goldmedaillen durch Yemisi Ogunleye (Leichtathletik, Kugelstoßen), Darja Varfolomeev (Rhythmische Sportgymnastik) und Michael Jung (Reiten, Vielseitigkeit).

Zum deutschen Paralympicsteam, das einen Monat später zu den Wettbewerben in Paris antrat, gehörten 17 Sportlerinnen und Sportler und ein Guide aus dem „Ländle“. Angeführt von Maurice Schmidt, dem Goldmedaillengewinner im Rollstuhlfechten, brachten vier weitere Athletinnen und Athleten eine Medaille mit nach Hause, neun weitere können stolz über Platzierungen zwischen Platz vier und acht sein.

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Als nach 16 stimmungsvollen Tagen nach der Abschlussfeier Bilanz gezogen wurde, fiel diese auch positiv aus. 18 Sportlerinnen und Sportler brachten olympische Medaillen mit nach Hause, 24 weitere konnten stolz über Platzierungen zwischen Platz vier und acht sein. Überragt wurde alles von den drei Goldmedaillen durch Yemisi Ogunleye (Leichtathletik, Kugelstoßen), Darja Varfolomeev (Rhythmische Sportgymnastik) und Michael Jung (Reiten, Vielseitigkeit).  

Zum deutschen Paralympicsteam, das einen Monat später zu den Wettbewerben in Paris antrat, gehörten 17 Sportlerinnen und Sportler und ein Guide aus dem „Ländle“. Angeführt von Maurice Schmidt, dem Goldmedaillengewinner im Rollstuhlfechten, brachten vier weitere Athletinnen und Athleten eine Medaille mit nach Hause, neun weitere können stolz über Platzierungen zwischen Platz vier und acht sein.

Mögliche Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele

Die stimmungsvollen Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris waren ein Beleg, welch enorme Ausstrahlung immer noch von einer Ausrichtung ausgehen kann. Die Stimmung schwappte nicht nur wegen der Nachbarschaft Baden-Württembergs zu Frankreich über den Rhein herüber. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bemüht sich schon seit Jahren, eine Bewerbung auf den Weg zu bringen. Aktuell steht noch nicht fest, in welcher Stadt und für welches Jahr sich Deutschland bewerben möchte. Der DOSB hat vier verschiedene Städte und Länder (Berlin mit Leipzig, Hamburg, München und die Region Rhein-Ruhr) in einen gemeinsamen Prozess eingeladen, die in 2025 an der Verfeinerung und Evaluierung der bereits ausgearbeiteten Grobkonzepte arbeiten. Klar ist: Bis Ende 2026 soll eine Entscheidung gefallen sein, mit welchem Konzept sich Deutschland bewerben wird.

 

Spitzensportreform auf Bundesebene

In den Medaillenspiegeln von Olympischen Spielen fällt Deutschland seit vielen Jahren Position um Position zurück. In Paris war es Platz zehn. Eindeutiges Ziel des damals für den Sport zuständigen Bundesinnenministeriums: Deutschland soll eine der führenden Sportnationen der Welt bleiben und auf internationaler Bühne wieder erfolgreicher werden. Deshalb wurde bereits 2012 eine Spitzensportreform initiiert, die zwölf Jahre später in einem Gesetzentwurf zur Reform des Leistungssports und der Spitzensportförderung mündete. Die Landsportbünde (LSB) hatten 2022 auf einer Konferenz in München bezüglich einer Neugestaltung des Leistungssports ein Positionspapier mit der Überschrift „Die Zukunft des Leistungssports gestalten!“ verabschiedet. Darin hieß es: Es gibt einen breiten Konsens im deutschen Sport darüber, dass keine Erfolge um jeden Preis gewollt sind. Gemeinsames Ziel ist ein humaner und manipulationsfreier Leistungssport.

Heraus kam ein Gesetzentwurf mit einem Modell einer unabhängigen Spitzensportagentur. Die angestrebten Verbesserungen bei Entbürokratisierung, Flexibilität und Effizienz konnten jedoch für den LSVBW nicht erkannt werden. Letztlich kam die Umsetzung des Gesetzentwurfs wegen des vorzeitigen Endes der Bundesregierung nicht zustande. Der LSVBW hatte sich davor immer wieder gegen den vorgelegten Gesetzentwurf ausgesprochen.  

Bund

Auf Bundesebene hat der Sport eine neue Anlaufstelle. Nach der Bundestagswahl in diesem Jahr werden die diversen Belange des Sports erstmals direkt im Kanzleramt gebündelt. Als Staatsministerin für Ehrenamt und Sport ist Dr. Christiane Schenderlein die neue Verantwortliche. Für den Sport kann dies eine Chance bieten, ein Selbstläufer allerdings ist das nicht.
Neben der Staatsministerin wurden im Koalitionsvertrag noch zwei zentrale Themen hinterlegt:

/ Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland sowie eine
/ Bundesmilliarde für Sportinfrastruktur

Sondervermögen und Bundesmilliarde für den Sport

Die neue Bundesregierung hat noch durch den alten Bundestag ein Sondervermögen für Infrastruktur von 500 Milliarden Euro beschließen lassen, um Länder und Kommunen zu unterstützen. Nach Intervention u.a. seitens der Sportministerkonferenz (SMK) und des LSB-Konferenzvorsitzes ist es gelungen, dass diese Mittel über die Kommunen auch für freiwillige Leistungen wie den Sport eingesetzt werden können. Genaue Regelungen sind allerdings noch nicht bekannt.

Aus der Bundesmilliarde sind bislang 560 Millionen Euro übrig geblieben. Die „fehlenden“ 440 Millionen gilt es anzumahnen. Diesbezüglich ist der DOSB gefragt. Inwiefern der Sportstättenbau über die Länder oder auch der Spitzensport über den Bund profitiert, ist noch nicht geklärt

Vorsitz Baden-Württemberg SMK- und LSB-Konferenzen

Baden-Württemberg hat bis Ende 2026 eine herausgehobene Stellung auf Bundesebene: Der LSVBW hat den Vorsitz in der Konferenz der Landessportbünde, das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg den Vorsitz in der Sportministerkonferenz. Aufgaben gibt es genügend auf der bundespolitischen Ebene. Es geht um den Erhalt des Föderalismus im Sport, Flexibilisierungen und bürokratische Verschlankung. Der Kinder- und Jugendsport soll generell mehr Aufmerksamkeit erhalten. Zudem sind Sportvereine Lernorte für gesellschaftliche Teilhabe, Bildung und Persönlichkeitsentwicklung. Angeregt werden soll eine noch bessere Verknüpfung zwischen Schulen und Vereinen, insbesondere im Kontext des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung vom Schuljahr 2026/27 an. Dafür müssen die Schulministerien der Länder vor allem an den Grundschulen Sport als Unterrichtsfach und Kooperationsinhalt deutlich aufwerten. Weiter gilt unser Augenmerk den Finanzen. Zum einen geht es um eine auskömmliche Finanzierung der Olympiastützpunkte sowie die Frage, welche Mittel aus der Bundesmilliarde und dem Sondervermögen in den Sport fließen. 

Trainerpreis

Ein Highlight ist die jährliche Verleihung des Trainerpreises im Porsche-Museum in Zuffenhausen. Damit werden die Macher ausgezeichnet, die hinter den sportlichen Erfolgen von Athletinnen und Athleten stehen, aber dabei eher im Schatten wirken. „Ohne Trainer würden es viele Sportler nicht ins Rampenlicht schaffen“, sagt Theresa Schopper, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg. An diesem Abend stehen die Trainer im Mittelpunkt. Verdient.

Es sind immer wieder herausragende Persönlichkeiten, die anlässlich der Preisverleihung auf der Bühne im Porsche-Museum stehen und packende Geschichten erzählen können. Mitunter erleben wir auch sehr emotionale Momente. Wie 2024, als die Kombiniererin Nathalie Armbruster ihren Heimtrainer Tino Uhlig mit einer (Not-)Schwindelei nach Stuttgart gelockt hat. Erst als Armbruster anfing eine Laudatio auf ihn zu halten, erfasste ihr Coach die Situation. Oder 2023, als der Sindelfinger Leichtathletikcoach Werner Späth all seine „Mädels“, wie er seine Athletinnen liebevoll nennt, mit auf die Bühne brachte. Sieben an der Zahl waren es, die er zu einer Teilnahme an Olympischen Spielen geführt hat. Oder in diesem Jahr, als wir erstmal den Trainerpreis posthum an Tore Aleksandersen vergeben haben. In ihrer Würdigung des Meistertrainers der MTV-Allianz-Stuttgart-Volleyballerinnen sprach die ehemalige Sportdirektorin Kim Renkema so, als wäre der Norweger noch im Publikum gesessen. Das war sehr ergreifend.

Dass der LSVBW mit der Würdigung der Trainer, die bereits seit 28 Jahren durchführt wird, die Richtung vorgibt, beweisen die Reaktionen der Ausgezeichneten. „Die Wertschätzung für die Sache, die wir tagtäglich machen und für die wir brennen, fühlt sich sehr gut an“, sagte Artur Hoppe, der gemeinsam mit der ebenfalls ausgezeichneten Iris Manke-Reimers die Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye zum Olympiasieg geführt hat.

Unser Dank geht an alle Partner, insbesondere an die Porsche AG, die die Veranstaltung möglich machen.

Landesstudienpreis

Tagtäglich zu trainieren, teilweise zweimal, ist schon eine beeindruckende Leistung. Dies noch erfolgreich mit einem Studium zu koordinieren, das verdient  Respekt. Und einen Preis. Den Landesstudienpreis. Dreimal wurde er mittlerweile vergeben, zweimal in Präsenz. 2023 zeichnete der LSVBW mit seinen Partnern Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und Lotto Baden-Württemberg die zweimalige Judo-Europameisterin Alina Böhm, die an der Universität Tübingen Sportpublizistik studiert hat. Die weiteren Preisträger waren Johnathan Sedlmayer (Gehörlosen-Fußball) und BMX-Radler Pascal Brenzel. In diesem Jahr konnten  drei Athleten mit Stipendien ausgezeichnet werden, die bei den Olympischen Spielen bzw. Paralympischen Spielen in Paris reüssierten: Rollstuhlfechter Maurice Schmidt, Schütze Robin Walter und Freistilschwimmer Josha Salchow. Sämtliche Bewerbungen haben eindrucksvoll gezeigt, dass hinter ehrgeizigen Athletinnen und Athleten starke Persönlichkeiten stehen, die sich in verschiedenen Lebensbereichen ambitionierte Ziele stecken. 

 

Landessportpreis

Der Zwillingsbruder des Landesstudienpreises ist der Landessportpreis. Mit dem Preis, vergeben durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, sollen herausragende Leistungen von Abiturientinnen und Abiturienten gewürdigt und weiter für den Sport begeistert werden. Diesen Preis können nur diejenigen Schülerinnen und Schüler erhalten, die in der Oberstufe das vierstündige Leistungsfach Sport belegen und im Abschlusszeugnis 15 Punkte erzielen. Das Interesse am Landessportpreis steigt von Jahr zu Jahr.

Sportseelsorge

Aus dem Arbeitskreis "Kirche und Sport Württemberg" ging das Projekt „Familienbegleitung im Spitzensport“ hervor. Dabei handelt es sich um ein Angebot an junge Sportler, ihre Eltern, aber auch Trainer und Sportvereine und -verbände. Projektleiter ist Diakon Andreas Forro, der auch eine Ausbildung als Systemischer Therapeut absolviert hat. Er kann als neutrale Person bei auftauchenden Fragen angesprochen werden, die man zunächst nicht mit den Trainern oder sonstigen Mitarbeitern aus dem System besprechen will.
Die Kontaktdaten von Andreas Forro: 0151 23262170; seelsorge@osp-stuttgart.org

 

Internationale Kooperationen

Nicht nur die Wirtschaft wird internationaler, sondern auch der Sport. Beim Blick über den Tellerrand lassen sich immer wieder neue Erkenntnisse gewinnen, die zu einer positiven Leistungsentwicklung der Sportlerinnen und Sportler beziehungsweise Trainerinnen und Trainer führen. Auch das regelmäßige Messen im Training mit Konkurrenten, auf die man sonst nur bei internationalen Meisterschaften oder Wettbewerben trifft, führt zu positiven Leistungseffekten. Deshalb hat der LSVBW in den vergangenen Jahren internationale Partnerschaften vorangetrieben. Mit der Jamaica Athletics Administrative Association (JAAA) wurde ein „memorandum of understanding“ für eine Kooperation unterzeichnet. Eine ähnliche Vereinbarung gibt es mit Kanada. Mit mehreren Bundesstaaten findet auch ein Austausch bei Trainern und auf wissenschaftlicher Ebene statt.

Partnerbetriebe des Spitzensports

Was machen Spitzensportler, wenn sie ihre Laufbahn beenden? Die wenigsten können von den Prämien, die sie als Sportler bekommen haben, ein Leben lang leben. Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig die Weichen für die Karriere danach zu stellen. Die „Partnerbetriebe des Spitzensports“ sind dabei eine wichtige Initiative. Sie stellen einer Spitzensportlerin oder einem Spitzensportler aus Baden-Württemberg einen Ausbildungsplatz in einem anerkannten Beruf oder in Verbindung mit einem Dualen Studium oder einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zur Verfügung. Voraussetzung dafür ist, dass die Sportlerinnen und Sportler einem Bundeskader oder deutschen Nationalteam einer vom LSVBW geförderten Sportart einschließlich des paralympischen Sports angehören. 2024 wurden zum sechsten Mal „Partnerbetriebe des Spitzensports“ durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus und den LSVBW ausgezeichnet. Insgesamt haben sich bisher mehr als 90 Unternehmen, kommunale Arbeitgeber sowie Verbände und Vereine beteiligt.

Ausgezeichnet wurden im Jahr 2024:
/ Arinko Stuttgart GmbH, Stuttgart
/ Die Knielinger Physiotherapie, Karlsruhe
/ Haufe Group SE, Freiburg
/ Heinrich Kipp Werke GmbH & Co. KG, Sulz am Neckar
/ Koch Freiburg GmbH, Freiburg
/ Mercedes Benz Group AG, Sindelfingen
/ Müller Lebensraum Garten/Baumschule Müller, Wiesloch
/ Pfizer Pharma GmbH, Freiburg
/ J. Schneider Elektrotechnik, Offenburg
/ Sportkreis Ludwigsburg, Ludwigsburg
/ Stadt Ludwigsburg, Ludwigsburg
/ Stadtwerke Karlsruhe, Karlsruhe

Einen vorbildlichen Part als Ausbilder nimmt zudem die Landespolizei ein. Im Zusammenhang mit Ausbildung sind dabei die Kooperationen mit den Universitäten und Hochschulen genauso wichtig.
Allen hierfür ein herzliches Dankeschön.

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Schau mal, was ich kann!

Im Projekt „Schau mal, was ich kann!“ werden Kindern an den Grundschulen Sportarten durch die Vereine präsentiert. Wovon auch die Sportlehrkräfte profitieren können. Denn auch sie bekommen neue Ideen, lernen neue Spiel- und Übungsformen kennen und erweitern somit bestenfalls ihr eigenes Repertoire. Dieses Programm gilt es mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg auszubauen und als festen Baustein des Talentsichtungsprogramms zu etablieren.

 

Integration im und durch den Sport

Der LSVBW versteht Integration weiterhin als eines der Zukunftsthemen für den Sport im Land. Gemeinsam mit den drei Sportbünden und den Sportvereinen setzt er das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ seit Langem um. Die gemeinnützigen und gemeinwohlorientierten Sportvereine beweisen dabei ihre besondere Rolle als Integrationsmotor. 3,55 Millionen Personen der 11,2 Millionen Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger (Statistik 2024) haben eine Migrationsgeschichte. Dies entspricht knapp einem Drittel der Bevölkerung.

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Beim Programm „Gemeinsam mehr bewegen“, das durch Spendengelder der Porsche AG aufgelegt werden konnte, lag der Schwerpunkt auf dem Erlernen der deutschen Sprache. Im Jahr 2024 konnten 25 Sportvereine mit ihren individuellen Projekten gefördert werden, in 2025 waren es sechs Vereine.
In den Jahren 2023 und 2024 fand das Bundesprojekt „Willkommen im Sport“ (WiS) statt, was leider ausgelaufen ist. In Baden-Württemberg erfolgte die Umsetzung durch den LSVBW. Über die Sportverbände und -vereine wurden Sport- und Bewegungsangebote zur leichteren Integration von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen umgesetzt. In Rahmen des Projekts konnten außerdem die Kosten für eine Lizenz für Trainerinnen und Trainer oder Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter übernommen bzw. ehrenamtliches Engagement dieser Personen in Vereinen gefördert werden. Somit konnten zum einen Vereine neue Trainerinnen oder Trainer gewinnen und zum anderen erhalten die Geflüchteten die Möglichkeit, sich neue Kompetenzen anzueignen und ihre soziale Situation zu verbessern.

Nach dem Beginn des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine verließen viele Ukrainer ihr Land. Viele davon suchten in Deutschland Schutz. Auch aus Syrien und Afghanistan kamen Geflüchtete nach Deutschland bzw. Baden-Württemberg. Bei einem Flüchtlingsgipfel verständigten sich das Land, die kommunalen Landesverbände sowie Vertreter der Zivilgesellschaft, u.a. der LSVBW als größte Personenvereinigung Baden-Württembergs für den organisierten Sport, darauf, sich weiterhin als Verantwortungsgemeinschaft den Herausforderungen zu stellen. Auch wenn die Unterbringung, Versorgung und Integration so vieler Menschen eine enorme Kraftanstrengung für die gesamte Gesellschaft und alle staatlichen Ebenen bedeutet, wurde nach einer politischen Intervention des LSVBW in die Erklärung aufgenommen, dass die Nutzung von Sportstätten nur als ultima ratio geprüft wird. Das Argument des organisierten Sports: Sein Integrations- wie auch sein Gesundheitspräventionspotenzial kann er nur ausschöpfen, wenn die Sportstätten weiterhin geöffnet bleiben, um dort die sportfachlichen Angebote und Gemeinschaftserlebnisse unterbreiten zu können.

Bündnis Demokratie und Menschenrechte

Als Vertreter der größten Personenorganisation in Baden-Württemberg ist der LSVBW dem Bündnis „Demokratie und Menschenrechte“ beigetreten, denn in den 11 219 Sportvereinen in Baden-Württemberg engagieren sich zehntausende Menschen ehrenamtlich. Neben der fachlichen Anleitung sind sie insbesondere auch pädagogisch wirksam. Die Trainer, Übungsleiter, Betreuer und Funktionäre sowie Eltern sehen ihren Auftrag auch in der Vermittlung der Werte des Sports wie z.B. Weltoffenheit, Internationalität, Fairness, Respekt, Zusammenhalt und menschenwürdigem Umgang. Damit tragen alle im Sport eine große Verantwortung für Zusammenhalt und Toleranz in unserer Gesellschaft.

Zusammenhalt im Sport (ZiS)

Bis Ende 2024 wurde das Projekt „Zusammenhalt im Sport“ (ZiS) als Teil von „Zusammenhalt durch Teilhabe“ vom Bundesministerium des Innern und für Heimat gefördert. In den drei Sportbünden wurden damit demokratische Prozesse gestärkt und diskriminierende und demokratiefeindliche Vorfälle bearbeitet. Dazu wurden offizielle Kontaktstellen Antidiskriminierung eingerichtet, um Verbände und Vereine bei der Bewältigung von diskriminierenden Vorfällen im Sport zu unterstützen und an entsprechende Fachberatungsstellen zu verweisen. Neben der Entwicklung von drei standardisierten Bildungsangeboten (TeamUp!- Wertebildung im Sportalltag, Zivilcourage im Sportverein, Rote Karte gegen Rassismus), wurde ein Schulungsprogramm konzipiert, mit dem ein Netzwerk an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aufgebaut werden konnte. Es hat sich gezeigt, dass die Anfragen an das Projekt zu Beratungen, Workshops und andere Formate kontinuierlich stiegen. Eine zentrale Empfehlung des Projekts besteht deshalb darin, mehr präventive Auseinandersetzung mit den Themen im organisierten Sport in BW beispielsweise durch verstetigte Bildungsangebote  zu etablieren.

Ein Nachfolgeprojekt zu ZiS wird ab Juli 2025 für zwei Jahre aus Landesmitteln des „Masterplan Jugend“ finanziert.

Nachhaltigkeit

Mit der N!-Charta Sport haben das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und der LSVBW seit 2019 ein attraktives, niederschwelliges Instrument, um in ein freiwilliges und einfaches Nachhaltigkeitsmanagement einzusteigen. Die N!-Charta Sport besteht aus zwölf Leitsätzen, die die Bereiche Soziales, Ökologie und Ökonomie/Vereinserfolg abdecken. Pro Zyklus (ein Jahr) soll aus jedem der drei Bereiche ein Leitsatz vertieft werden. Mehr als 70 Sportvereine und -verbände haben die N!-Charta Sport mittlerweile unterschrieben. Im Januar 2024 erhielt die N!-Charta Sport eine herausragende Würdigung: Bei der SPOBIS-Conference in Hamburg wurde sie mit dem SPOBIS-Award Nachhaltigkeit im Sport in der Kategorie „Verein & Verband“ ausgezeichnet.  

Untrennbar ist die N!-Charta Sport mit dem Namen von Professor Franz Brümmer verbunden. Als Biologe und leidenschaftlicher Sporttaucher hat er die Naturerfordernisse und Sportinteressen mit viel Geschick, Mut und Besonnenheit moderiert und zusammengebracht. Als LSVBW-Umweltexperte hat er gekämpft – für Nachhaltigkeit, Biodiversität, Natur- und Umweltschutz, für die Vermeidung des Austrags von Mikroplastik im Sport. Sein Ziel war, dass der Sport seiner Verantwortung nachkommt. Für den LSVBW hat er in vielen Gremien mitgewirkt. Stellvertretend seien der Landesbeirat für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg, der Stiftungsrat Stiftung Naturschutzfonds, der Beirat der Anstalt öffentlichen Rechts Forst BW und der Nationalparkbeirat genannt. Im September 2024 ist Franz Brümmer 67-jährig verstorben.  Der Sport in Baden-Württemberg bedankt sich für seine Weitsicht und seine Hartnäckigkeit beim Thema Nachhaltigkeit.   

 

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Vom Schuljahr 2026/2027 an gilt das „Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter“ (Ganztagsförderungsgesetz - GaFöG). Erstklässler erhalten damit ab 2026 ein Recht auf ganztägliche Betreuung, die weiteren Klassen folgen stufenweise. Für die Sportvereine bedeutet dies Veränderungen, Herausforderungen und Chancen zugleich. Der organisierte Sport in Baden-Württemberg kann jedoch seine Potenziale im Ganztag als außerschulischer Bildungspartner nur dann entfalten, wenn frühzeitig politische Weichenstellungen im Dialog mit dem LSVBW vorgenommen und einschlägige Förderprogramme aufgelegt werden, damit sich Sportvereine und -verbände auf die veränderte Situation ausreichend vorbereiten können. Aktuell sind die politischen Entscheidungen noch nicht alle gefallen.
Bereits im Dezember 2023 hat der LSVBW sein Positionspapier veröffentlicht.

Wechsel auf G9

Die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium hat eine Neuaufteilung der Schulstunden nötig gemacht. Im ursprünglichen Plan war trotz einem zusätzlichem Schuljahr keine Anpassung des Sportunterrichts vorgesehen. Nach einer Intervention durch den LSVBW wurde die entsprechende Vorschrift noch einmal geändert. In der 7. Klasse werden künftig drei statt wie geplant zwei Sportstunden erteilt. Im Sinne der gesunden Entwicklung der Schüler und deren Persönlichkeitsbildung ist dies dringend notwendig und auszubauen! 

Sportjugend

Die Freiwilligendienste im Sport sind nach wie vor beliebt. Jedes Jahr engagieren sich etwa 600 junge Menschen im Bereich des organisierten Sports in Baden-Württemberg. Seit der Einführung im Jahr 2001 sind dies mittlerweile annähernd 7000 Freiwillige, die an den Formaten Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Bundesfreiwilligendienst (BFD) und FSJ: Sport und Schule teilgenommen haben. Diesem großen Zuspruch der jungen Menschen stand der Plan der Bundesregierung im vergangenen Jahr entgegen, die den einschlägigen Etat des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) um etwa ein Viertel kürzen wollte. Damit wäre jede dritte Stelle weggefallen. Gegen diese Kürzung haben bundesweit die LSB Einwände erhoben. Schließlich bringen die Freiwilligendienste einen doppelte Mehrwert, denn sowohl die Sportvereine wie auch die Freiwilligen profitieren von diesem Jahr. Etwa 80 Prozent der Freiwilligen bleiben den Sportvereinen erhalten, übernehmen ehrenamtliche Tätigkeiten als Trainer oder in der Organisation. Für viele der Freiwilligen dient dieses eine Jahr auch der Berufsorientierung.

Bewegung bewegt was!

Im Rahmen des Bundesprogramms „Aufholen nach Corona“ haben die Baden-Württembergische Sportjugend (BWSJ) und die Sportjugenden der drei Sportbünde in Baden-Württemberg mit ihrem gemeinsamen Projekt „Bewegung bewegt was!“ in vielfältigen Aktionen, Bewegungstagen und Workshops viele Kinder und Jugendliche erreicht, sie sportlich bewegt, beteiligt und sie zurück in die Sportvereine gebracht. Knapp 6.500 Kinder und Jugendliche wurden im Rahmen des Projekts im Jahr 2022 bei zahlreichen Aktionstagen, Sportfesten, Workshops in Bildungseinrichtungen und Besuchen in Einrichtungen der freien Kinder- und Jugendhilfe in ganz Baden-Württemberg in Bewegung gebracht und beteiligt. 

 

Sportstättenbau

Über viele Jahre haben sich beim Sportstättenbau die Förderanträge aufgestaut. Im Solidarpakt IV Sport wurde ein einmaliges Sonderprogramm für den Abbau des Antragsstaus im Vereinssportstättenbau in Höhe von 40 Millionen Euro festgeschrieben. Durch die Auszahlung von jeweils 20 Millionen Euro in den Jahren 2022 und 2023 ist es gelungen, den Antragstau aufzulösen. 
Den Sportbünden gilt unser Dank für die Umsetzung dieser Maßnahmen. 

Neuaufnahmen

In den vergangenen drei Jahren wurde ein Fachverband neu in den LSVBW aufgenommen:

/ Cheerleading und Cheerperformance Verband Baden-Württemberg

Veränderung gab es beim Handball. Die Delegierten der drei Verbände (Badischer Handball-Verband, Handballverband Württemberg sowie Südbadischer Handballverband) haben bei regionalen Versammlungen die Auflösung ihrer Organisationen zum 30. Juni 2025 beschlossen, um vom 1. Juli 2025 an gemeinsam unter einem Dach als Baden-Württembergischer Handball-Verband zu firmieren.

Die Arbeitsgemeinschaft NaturFreunde Baden-Württemberg gehört als „Verband mit besonderen Aufgaben und Verbände für Wissenschaft und Bildung“ dem LSVBW an. 

Dankeschön

Unser besonderer Dank geht an die Landesregierung und die Abgeordneten für die konstruktive Zusammenarbeit und intensiven Diskussionen. Die positiven Ergebnisse in den unterschiedlichen Bereichen und Projekten sprechen für sich und sie zeigen uns, dass dies genau der richtige Weg ist, wie man die Zukunft des Sports in Baden-Württemberg und darüber hinaus gestaltet und weiterentwickelt.

Viele Projekte ließen sich ohne Unterstützung von Partnern aus der Wirtschaft nicht realisieren. Auch bei ihnen bedanken wir uns für die Unterstützung.

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