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Bundesweiter "Tag der Integration" am 26.09.2010

Am Sonntag, den 26. September 2010 werden die Stützpunktvereine und Netzwerke des Programms „Integration durch Sport“ beim Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) den „Tag der Integration“ nutzen, um ihre Arbeit und ihren Beitrag zu einer erfolgreichen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und sozial benachteiligten Einheimischen vorzustellen.
In einem symbolischen Staffellauf werden sie – wie bereits in den vergangenen Jahren – die Vielfalt und den Erfolg der Integrationsarbeit der Öffentlichkeit vorstellen und die gemeinsame Botschaft „WIR TUN´S! – Integration“ durch Baden-Württemberg tragen. Die Staffel wird per Handy von einem Standort zum anderen weitergereicht. Somit werden lokale Veranstaltungen der Vereine und Netzwerke nicht nur die Schwerpunkte und Besonderheiten ihrer Integrationsmaßnahmen präsentieren, sondern auch eine Zugehörigkeit zum landesweiten Netzwerk des Programms „Integration durch Sport“ verdeutlichen.

Fußball und Ubuntu

Straßenfußball und Ubuntu standen bei der Straßenfußball für Toleranz WM 2010 in Baden-Württemberg im Mitteltelpunkt (© LSV)
Straßenfußball und Ubuntu standen bei der Straßenfußball für Toleranz WM 2010 in Baden-Württemberg im Mitteltelpunkt (© LSV)
„Fußball und was? Ubuntu? Nie gehört.“ So oder ähnlich ging es den meisten der insgesamt über 2.500 Kindern und Jugendlichen, die von 11.06. – 18.07. bei der „Straßenfußball für Toleranz WM 2010“ mitgespielt haben.
An 14 Turniertagen wurden in 14 Spielorten, soviel wie noch nie, die lokalen Gewinner ermittelt, die sich dann zum großen Landesfinale in Stuttgart trafen. Bei der WM-Turnierserie, die das Programm „Integration durch Sport“ (IdS) beim Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) seit 2002 parallel zu den großen Fußballereignissen EM und WM durchführt, stand nicht nur das fußballerische Können sondern auch Fairplay, Toleranz und ein friedliches Miteinander im Vordergrund. „In Anlehnung an die erste Fußballweltmeisterschaft auf afrikanischem Boden haben wir ein zentrales Thema des Gastgeberlandes Südafrika in unsere Straßenfußball-WM aufgenommen“, erklärt der Turnierkoordinator Simon Gräser und lüftet das Ubuntu-Geheimnis: „Ubuntu ist ein Begriff aus den Bantusprachen der Zulu und der Xhosa und bedeutet in etwa ‚Menschlichkeit’, ‚Nächstenliebe’ und ‚Gemeinsinn’. Ubuntu stellt auch die Frage, wie wir miteinander umgehen und zusammen leben wollen“. Mit Unterstützung des IdS-Kooperationspartners KICK FAIR e.V., der gemeinsam mit dem Institut für Friedenspädagogik Tübingen (IfT) einen Lernzirkel für Schulen speziell für die Fußball-WM in Südafrika entwickelt hatte, erhielten die Kinder und Jugendlichen an jedem Spieltag eine Einführung in das Thema „Ubuntu“. Anschließend durften sie alleine oder in der Mannschaft ihr eigenes Ubuntu formulieren.

„UBUNTU ist das Wort, das meiner Meinung nach die Welt regieren sollte. Dieses Wort ist der Überbegriff für die gute Seite in uns Menschen. Es bezeichnet die Kraft der Menschen in positiver Hinsicht. UBUNTU bedeutet für mich: Das WIR! (Ella 15, aus Weingarten)

Die individuellen Definitionen wurden gesammelt und während des großen Finales mit 24 Teams in Stuttgart auf Metalltafeln ausgestellt. Alle Ausstellungstafeln ergaben ein begehbares „Ubuntu“-Stadion mit vielfältigen Gesichtern und „Ubuntu“-Zitaten.

Ubuntu geht weiter
Das Thema Ubuntu wird innerhalb des Programms ‚Integration durch Sport’ weiterbearbeitet und bei der Stützpunktvereinstagung am 16.10.2010 in Stuttgart wieder aufgegriffen und diskutiert werden. „Wir wünschen uns, dass die Themen ‚Integration’ und ‚Gemeinsinn’ noch stärker in den Fokus des öffentlichen Interesses rücken“, sagt Julia Sandmann, IdS-Programmleiterin. Und ihr Kollege Torsten Schnittker ergänzt: „Das Bestreben nach einer friedlichen und harmonischen Gesellschaft wollen wir über unsere WM-Turnierserie hinaus in den Köpfen der Menschen verankern und in unsere Stützpunktvereine und Netzwerke tragen“. „Ubuntu“ soll Anstöße geben, sich Gedanken über das gesellschaftliche und soziale Miteinander zu machen sowie wechselseitigen Respekt und Anerkennung zu stützen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse sollen genutzt werden, das Zusammenleben in den Städten und Gemeinden in den Stützpunktvereinen nachhaltig zu bereichern.

Spezielle Regeln
Nicht nur über das Thema Ubuntu sollten die Turnierteilnehmer für einen toleranten und respektvollen Umgang miteinander sensibilisiert werden, auch die speziellen Regeln des Straßenfußballs für Toleranz trugen dazu bei. So müssen in den Vierermannschaften mindestens immer ein Mädchen und ein Junge auf dem Feld stehen. Nur wenn ein Mädchen ein Tor schießt, zählen auch die Tore der Jungen. Schiedsrichter gibt es nicht. Die sogenannte Teamer treffen sich vor und nach jedem Spiel mit den beiden Mannschaften in der „Dialogzone“. Vor dem Spiel einigen sich die Teams auf 3 „Agreements“ (Fairplay Regeln), die in diesem Spiel besonders beachtet werden sollen. Nach dem Spiel wird die Einhaltung der „Agreements“ nach besprochen und die Mannschaften verteilen sich gegenseitig die Fairplay Punkte. So kann es sein, dass ein Team nach Toren gewonnen hat, aber das andere mehr Fairplay-Punkte bekommt und deshalb der Sieger ist.

Nach über 500 Partien, nach Siegen und Niederlagen, nach gewaltigen Anstrengungen bei großer Hitze und strömendem Regen, nach ungezählten Doppelpässen, Torschüssen und fast immer fairen Zweikämpfen standen die neuen Straßenfußball für Toleranzweltmeister 2010 fest: Bei den 10 - 12-Jährigen siegte das Team Neuseeland aus Bad Saulgau und bei den 13 – 16-Jährigen holte das Team Deutschland aus Öhringen den Pokal.

Turnierorte:
Bad Saulgau, Friedrichshafen, Heidelberg, Heidenheim, Hügelsheim, Lahr, Laupheim, Metzingen, Öhringen, Rottenburg am Neckar, Schwäbisch Gmünd, Stuttgart, Villingen-Schwenningen, Weingarten und Zell am Harmersbach.

Im Portrait: Schachklub Freiburg-West 1967 e.V.


Klein aber fein!

Der Freiburger Stadtteil Weingarten gilt als sozialer Brennpunkt mit einem hohen Anteil an Migranten und Menschen mit erschwertem Zugang zu Bildung. Im westlichen Stadtviertel Freiburgs leben vorwiegend Spätaussiedler, deren Integration sich teilweise schwierig gestaltet. Mitten drin liegt die „Erwachsenen Begegnungsstätte Weingarten“ (EBW), ein Mehrgenerationenhaus, in dem unterschiedlichste Initiativen und Gruppen, darunter auch der Stützpunktverein Schachklub Freiburg – West 1967 e.V. beheimatet ist.

Der Schachklub Freiburg-West hat 60 aktive Mitglieder und wendet sich schachinteressierten Anfängern und Fortgeschritten, Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen und Älteren mit und ohne Migrationshintergrund - vor allem Spätaussiedlern - zu.
Mit großem persönlichem Engagement werden die integrativen und offenen Schachangebote für junge und alte Menschen mit und ohne Migrationshintergrund angeboten und ihnen dadurch der Zugang zum Sportverein und zur gesellschaftlichen Teilhabe ermöglicht.
Ein weiteres Erfolgsrezept der Integrationsarbeit im Schachklub Freiburg West 1967 e.V. ist die Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund in Verantwortungspositionen des Vereins. Übungsleiter aus der Zielgruppe nehmen eine Brückenfunktion ein und bieten die Grundlage für eine aktive Mitgestaltung der Migranten im Verein. So werden beispielsweise Schach-AG‘s und Schnupperangebote an umliegenden Grundschulen sowie an einer kaufmännischen Schule durchgeführt. Über diese Angebote konnten in den letzten Jahren regelmäßig Jugendliche für das Schachspielen begeistert und in den Verein integriert werden. Zudem konnten darüber einige Eltern direkt angesprochen und ebenfalls für das Schachspielen im Verein gewonnen werden.
Darüber hinaus gibt es eine alljährlich stattfindende Veranstaltung zusammen mit der „Spieloffensive Freiburg“, in deren Rahmen der Schachsport und die Integrationsarbeit im Stadtteil Weingarten einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Die stetig steigende Anzahl an aktiven Mitgliedern ist auch ein Erfolg der intensiven persönlichen Gespräche der Verantwortlichen mit den Vereinsmitgliedern. Informationsveranstaltungen über die Vereinsstruktur des Schachklubs sowie über die Spielregeln haben zu einem harmonischeren und reibungsloseren Trainings- und Spielbetrieb sowie Vereinsleben beigetragen. Zudem ist die Bereitschaft und Partizipation der Eltern an Jugendaktionen und am Vereinsleben gestiegen.
Die Übungsleiter Thomas Menger und Norbert Matlachowski wünschen sich jedoch für die Zukunft, dass noch mehr Mitglieder an feste Funktionen im Verein wie z.B. für das Amt des „Jugendleiters/ oder -trainers“ gewonnen werden können.
Der Schachklub Freiburg West 1967 e.V. ist als Stützpunktverein des Programms „Integration durch Sport“ Teil des Integrationsnetzwerkes Freiburg, an dem weitere Schachklubs, die Erwachsenen Begegnungsstätte Weingarten und mehrere Schulen beteiligt sind.

LSV-Präsident spielt Gorodki

LSV-Präsident: Dieter Schmidt-Volkmar
LSV-Präsident: Dieter Schmidt-Volkmar
Im Rahmen der 16. Ordentlichen Mitgliederversammlung des Landessportverbandes Baden-Württemberg (LSV) präsentierte am 02.07.2010 das Programm „Integration durch Sport“ die Sportart „Gorodki“. Gäste und Präsidiumsmitglieder versuchten sich in dem aus Russland stammenden Sport und traten bei einem Turnier gegeneinander an.
Für die Turnierteilnehmer war das die erste Begegnung mit Gorodki, das auf Russisch „kleines Städtchen“ bedeutet. Nach ersten zaghaften Wurfversuchen und vorsichtigem Herantasten trafen die Wurfstöcke der Gorodkinovizen immer häufiger ins Ziel und beförderten die aus fünf Holzklötzen bestehenden Figuren aus dem Feld. Auch der LSV-Präsident Dieter Schmidt-Volkmar war mit großem Einsatz dabei und belegte nach zweistündigem Spiel den ersten Platz.

Neben der sportlichen Betätigung kam auch die kommunikative Komponente nicht zu kurz, was mit ein Grund für die Popularität des Spiels in der ehemaligen Sowjetunion war. In den 1960er Jahren gab es in fast jeder Stadt einen öffentlichen Gorodki-Platz, auf dem die Menschen in ihrer Freizeit zusammen kamen. Gorodki ist ein gemeinschaftsorientiertes Spiel, das leicht erlernt werden kann und zu dem man schnell einen motivierenden Zugang findet. Es bietet daher optimale Voraussetzungen, um einen sozialen Treffpunkt im öffentlichen Raum einzurichten, in dem sich Menschen verschiedener Kulturen begegnen können. Mit entsprechend angepasstem Spielgerät können auch ältere Menschen sowie Mädchen und Frauen im Sinne eines generations- und genderübergreifenden Ansatzes problemlos in die Aktivitäten eingebunden werden. Dieser Ansatz ermöglicht den Vereinen außerdem, sich hinsichtlich des demographischen Wandels in Deutschland neuen Zielgruppen zu öffnen.

Starthelferfortbildung vom 04.-06.06.2010 in der Sportschule Ruit


„Man kann nicht nicht kommunizieren“
Sobald zwei Personen sich gegenseitig wahrnehmen können, kommunizieren sie miteinander, da jedes Verhalten kommunikativen Charakter hat. Mit diesem 1. Axiom des österreichischen Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick eröffnete Dr. Heinz Giebenhain das Starthelferseminar vom 04. – 06.06.2010. Integration, so Giebenhain weiter, hängt entscheidend von Kommunikation, Sozialem und Interkulturellem Lernen ab. Dabei unterschied er zwischen Kommunikation und Interaktion: „Kommunikation bezieht sich auf den technischen Vorgang beim Austausch von Informationen. Es geht um lesen, hören und sprechen, also um chiffrieren und dechiffrieren. Interaktion bezieht sich auf das Verständnis der dechiffrierten Botschaft und bezeichnet wechselseitig aufeinander bezogenes Handeln“.
Der ehemalige Dozent am Sportinstitut der Uni Tübingen entwarf vor den 15 Teilnehmern eine Konzeption für gelingende Integration, in der der Sport eine wichtige Rolle spielt. „Wir haben festgestellt, dass sich interaktionspädagogische Konzepte verbunden mit sportspezifischen Inhalten als geeignete methodisch – praktische Maßnahmen für die Umsetzung anbieten“, so Giebenhain. Zahlreiche interaktive Spiele in der Turnhalle rundeten am folgenden Tag dieses Thema ab. Die Teilnehmer erhielten die Aufgabe, interaktive Trainings- und Spielformen zu entwickeln und mit der Gruppe auszuprobieren.
Als eine weitere Ergänzung zu diesen Seminarthemen wurde ein Gorodki-Workshop in den Seminarplan aufgenommen. Eine theoretische und sportpraktische Einführung in die Sportart Gorodki vermittelte Edwin Feser mit seinem Team aus Karlsruhe. Der Gorodkiexperte erläuterte zu Beginn seiner Ausführungen die technischen und spieltaktischen Grundlagen dieser, in Deutschland noch neuen, Sportart aus der ehemaligen Sowjetunion. Auf zwei mobilen Gorodkianlagen versuchten die Seminarteilnehmer unter fachkundiger Anleitung das Gehörte in die Tat umzusetzen und so viele Holzklötze wie möglich mit einem Stab aus dem Spielfeld zu befördern. Neben der Sportart Gorodki hatten die Karlsruher Experten vom SZ Südwest Hardeck auch die schwedische Sportart „Kubb“ zum Ausprobieren mitgebracht.
Zum Abschluss des Seminars arbeiteten die Seminarteilnehmer gemeinsam am Thema Öffentlichkeitsarbeit. Was ist Öffentlichkeitsarbeit? Wie gehe ich auf Journalisten zu? Wie schreibe ich einen Text für die Medien? Diese und weitere Fragen behandelte Seminarleiter Torsten Schnittker zum Abschluss des Seminars am Sonntagvormittag. Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema Öffentlichkeitsarbeit gab er Tipps, wie die Pressearbeit bei lokalen Tageszeitungen erfolgreich gestaltet werden kann. Auch hier setzten die Teilnehmer das theoretisch Gehörte anhand kleiner Übungen in die Tat um.

Seminar „Sport interkulturell“ in Baden-Baden


Am letzten Aprilwochenende trafen sich 14 Teilnehmer zum Seminar „Sport interkulturell“ in der Südbadischen Sportschule Steinbach bei Baden-Baden. Vom Übungsleiter bis zum hauptamtlichen Sportlehrer, von jung bis alt, ohne und mit Migrationshintergrund, aus ganz unterschiedlichen Sportarten, Frauen und Männer - die Seminargruppe war sehr heterogen zusammengesetzt, was einer guten Stimmung und der angenehmen Arbeitsatmosphäre im Seminar in keiner Weise im Wege stand. Die unterschiedlichen Biografien der Teilnehmer war eine gute Grundlage für die Auseinandersetzung mit den Themen Kultur und Interkulturalität. Im Laufe des Seminars wurden gemeinsam Antworten auf Fragen erarbeitet, was Kultur eigentlich ist, wie interkulturell bedingte Konflikte und Kommunikationsschwierigkeiten entstehen können und welche Lösungsstrategien es gibt.
Ein Grundsatz wurde schnell deutlich: Handeln im interkulturellen Kontext bedarf einer guten (Selbst-) Reflexion und kommunikativer Fähigkeiten. Und gerade diese Kommunikations- und Reflexionsfähigkeit lässt sich im Sport besonders gut trainieren. Aus diesem Grund wurde mit verschiedenen Spielen in der Sporthalle die Möglichkeiten der Interaktionspädagogik vermittelt, sowohl theoretisch als auch praktisch. Am Ende der dreitägigen Veranstaltung stand die Erkenntnis, dass es keine fertigen Rezepte gibt, um interkulturelle Probleme im Verein zu lösen. Deutlich wurde aber, dass Fragen der Integration und interkulturelle Probleme mit der entsprechenden Sensibilität und bewusst gesuchten und geführten Dialogen gelöst werden können.

Das Programm „Integration durch Sport“ beim Landessportverband Baden-Württemberg e.V. nutzt dieses Fortbildungsangebot, um engagierte Akteure im Sport für Fragen und Probleme der Interkulturalität zu schulen. Die Bildungskonzeption für „Sport interkulturell“ hat der Deutsche Olympische Sportbund in Zusammenarbeit mit der Agentur „context – interkulturelle Kommunikation und Bildung“ entwickelt. Sie wird bundesweit durch das Programm „Integration durch Sport“ organisiert und gemeinsam mit „context“ umgesetzt.

„Straßenfußball für Toleranz Weltmeisterschaft 2010“ in Baden-Württemberg

Parallel zu der in Südafrika stattfindenden FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010 veranstaltet das Programm „Integration durch Sport“ beim Landessportverband Baden-Württemberg auch in diesem Jahr eine „Straßenfußball für Toleranz Weltmeisterschaft“ in Baden-Württemberg. Deutschland gegen Serbien, Südafrika gegen Frankreich, Brasilien gegen Portugal und Kamerun gegen die Niederlande, in den 15 Austragungsorten verwandeln sich die Straßen für einen Tag in „südafrikanische Fußball-Arenen“.
Während der landesweiten Tour spielen ab dem 11. Juni rund 2.000 Mädchen und Jungen zwischen 10 und 16 Jahren um den Einzug ins „WM-Finale“, das am 18. Juli im Rahmen des Kinder- und Jugendfestivals in Stuttgart stattfindet. Die teilnehmenden Teams kicken in ausgelosten Ländertrikots und werden damit zu Botschaftern für jeweils eine der Nationen, die an der Weltmeisterschaft in Südafrika teilnehmen.
Doch nicht nur über die Ländertrikots richtet sich der Blick nach Südafrika. In allen Spielorten setzen sich die Jugendlichen mit „Ubuntu“ auseinander – ein Wort, das im Afrikanischen für „Menschlichkeit“ steht. Entwickelt wurde diese Idee von KICKFAIR e.V., Partner des Programms „Integration durch Sport“. Als Experte für die Verknüpfung von Bildungsinhalten mit Fußballthemen begleitet KICKFAIR die „Straßenfußball für Toleranz Weltmeisterschaft 2010“. In den jeweiligen Spielorten unterstützt KICKFAIR die Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Auseinandersetzung mit „Ubuntu“. Die Ergebnisse werden auf einer Ausstellungstafel sichtbar gemacht. Alle Ausstellungstafeln zusammen genommen ergeben eine gemeinsame, landesweite Botschaft und die Form des Soccer City Stadiums in Soweto, in dem die Eröffnung wie auch das Finale der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010 ausgetragen werden.
Wie bisher stehen auch bei der diesjährigen „Straßenfußball für Toleranz Weltmeisterschaft“ nicht das fußballerische Können sondern Fairplay, Toleranz und ein friedliches Miteinander im Vordergrund. Dabei hat sich das besondere Regelwerk von „Straßenfußball für Toleranz“ inzwischen vielfach bewährt, bei dem in gemischten Mannschaften gespielt wird, die Spielerinnen und Spieler ihre eigenen Fair-Play-Regeln festlegen und für deren Einhaltung gemeinsam Punkte vergeben, die in das Spielergebnis einfließen.
Landesweit werden in 14 Standorten Siegerteams ermittelt, die beim Landesfinale in Stuttgart um den Titel des „Straßenfußball für Toleranz Weltmeisters 2010“ spielen.

Die Spielorte:
7. Mai Bad Saulgau, Gelände Brechenmacher-Schule
11. Juni Villingen-Schwenningen, Landesgartenschau Spielwiese Möglingshöhe
13. Juni Metzingen, Kelternplatz
16. Juni Heidenheim, Rathausplatz
20. Juni Hügelsheim, Sportplatz im Altrhein-Stadion
23. Juni Zell am Harmersbach, Kanzleiplatz
29. Juni Schwäbisch Gmünd, Johannisplatz
01. Juli Heidelberg, Universitätsplatz
04. Juli Laupheim, Rathausplatz
05. Juli Weingarten, Gelände Wilhelm-Hofmann-Schule und Talschule
08. Juli Rottenburg am Neckar, Sportpark 18-61
09. Juli Öhringen, Parkplatz Herrenwiese
10. Juli Friedrichshafen, Gelände Sportfreunde Friedrichshafen
17. Juli Lahr, Rathausplatz
18. Juli Stuttgart, Oberer Schloßgarten vor dem Staatstheater
Offizieller Flyer zur Straßenfußball für Toleranz WM 2010
Offizieller Flyer zur Straßenfußball für Toleranz WM 2010

Im Portrait: Sportfreunde Friedrichshafen e.V. 1962

Der Verein Sportfreunde Friedrichshafen e.V. wird seit 2008 als Stützpunktverein im Programm „Integration durch Sport“ beraten und unterstützt. Er ist ein gutes Beispiel wie ein Sportverein gemeinsam mit Kooperationspartnern gelingende Integrationsarbeit durchführen kann.
Die Integrationsbemühungen der Sportfreunde Friedrichshafen und des CJD Bodensee-Oberschwaben (Christliches Jugenddorfwerk Deutschland) starteten 2007. Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) in Friedrichshafen hatte damals Kontakt zum Programm „Integration durch Sport“ aufgenommen, um Unterstützung für die Integrationsarbeit in einer seiner offenen Sportgruppen zu bekommen. Die Fußballgruppe bestand aus insgesamt 17 jugendlichen Spätaussiedlern und weiteren Jugendlichen mit anderem Migrationshintergrund im Alter von 15 bis 18 Jahren. Die meisten hatten über die Integrationskurse des CJD Kontakt zur Sportgruppe bekommen. Für die Betreuung dieser Gruppe konnte Ewgenij Nikitevic, ein qualifizierter Trainer aus Russland, gewonnen werden. Er hatte selbst einen Integrationskurs besucht und darüber Kontakt zu den Sozialbetreuern der CJD bekommen.
Das Ziel des CJD und des Programms „Integration durch Sport“ war es, die offene Sportgruppen an einen lokalen Sportverein anzubinden. Dafür konnte der Sportverein Sportfreunde Friedrichshafen, zu dem bereits Kontakte bestanden, gewonnen werden. Mit seinen etwa 420 Mitgliedern und den vier Abteilungen Fußball, Tischtennis, Kegeln und Damengymnastik konnte, zusammen mit dem Vereinsvorsitzenden Hans-Ulrich Haustein, eine Kooperation aufgebaut werden.
2008 und 2009 wurde die offene Sportgruppe des CJD an die Fußballabteilung des Vereins Sportfreunde Friedrichshafen herangeführt. Nach einer ersten Probephase wurden in den vergangenen Jahren bereits mehr als zehn Jugendliche der Fußballgruppe fest in den Verein integriert. Sie spielen inzwischen als reguläre Mitglieder in den verschiedenen Mannschaften der Fußballabteilung des Vereins mit. Ewgenij Nikitevic, der Trainer der Gruppe wurde ebenfalls erfolgreich in den Verein integriert und übernimmt neben der Betreuung dieser offenen Gruppe auch das Training einer Jugendvereinsmannschaft. Der Verein konnte ihm im Gegenzug Hilfestellung bei der Anerkennung seiner ausländischen Trainerlizenzen geben und unterstützt ihn beim Erlernen der deutschen Sprache. Für das Jahr 2010 ist angestrebt, die nachrückenden neuen Mitglieder, die über den Jugendmigrationsdienst des CJD den Weg in die offene Sportgruppe finden, fest in die Vereinsstruktur und die verschiedenen Mannschaften der Fußballabteilung des Vereins Sportfreunde Friedrichshafen zu integrieren.
Neben der offenen Fußballgruppe leitet die Tanzpädagogin Thelma Roggenbuck, die aus Paraquay nach Deutschland eingewandert ist, eine Tanzgruppe, die in Zusammenarbeit mit dem CJD Friedrichshafen und dem Programm „Integration durch Sport“ organisiert und finanziell unterstützt wird. Mit Auftritten der jungen Frauen mit Migrationshintergrund bei Vereinsfesten der Sportfreunde Friedrichhafen e.V. wurde im letzten Jahr auch hier ein erster Grundstein für eine Annäherung der Tanzgruppe an den Sportverein gelegt. Aufgrund der großen Nachfrage beim Tanzen, streben der Verein und die CJD gemeinsam mit der qualifizierten Tanzlehrerin die Einrichtung eines neuen offenen Tanzangebotes im Sportverein für jüngere Mädchen aus sozialbenachteiligten und Migrantenfamilien an.
Um auch den Frauen der Tanzgruppe des CJD und weiteren - insbesondere auch älteren - Frauen mit Migrationshintergrund den Zugang in den Sportverein zu erleichtern, leitet Thelma Roggenbuck seit 2010 eine bereits bestehende Frauengymnastikgruppe der Sportfreunde. Die Übungsleiterin kann dabei, nicht zuletzt aufgrund der eigenen Migrationserfahrung, eine wichtige Brückenfunktion zwischen Sportverein und Migranten einnehmen.
Das CJD Friedrichshafen unterstützt den Integrationsprozess der Jugendlichen, indem es die sozialpädagogische Betreuung der Sportgruppen übernimmt und Interessenten aus den Integrationskursen in den Verein vermittelt. Zudem bieten die Sozialarbeiter des CJD den Migranten-Jugendlichen und deren Eltern in Kooperation mit dem Verein Aufklärung über die Möglichkeiten der sozialen Integration über den Sportverein an. Damit trägt das Integrationsnetzwerk, bestehend aus den Sportfreunde Friedrichshafen, dem CJD Friedrichshafen, der Stadt Friedrichshafen und mehreren Schulen erfolgreich zur gemeinschaftlichen Teilhabe bei.

Große Resonanz auf 2. Gorodki-Forum in Karlsruhe vom 8. bis 11. April 2010


„Das war eine richtig tolle Veranstaltung“, so das Fazit von Mitveranstalter Edwin Feser am Ende des viertägigen internationalen Gorodki-Forums vom 08.04. bis 11.04.2010 in Karlsruhe. Bei guten äußeren Bedingungen hat sich die Teilnehmerzahl gegenüber der ersten Auflage im letzten Jahr von 30 auf 100 mehr als verdreifacht. Neben den hochklassig besetzten Turnieren mit Spielern aus Deutschland, Russland und Weissrussland wurde die Sportart Gorodki auch spieltaktisch und theoretisch vermittelt. Das Ziel des vom Landessportverband Baden-Württemberg e.V., dem Schul- und Sportamt Karlsruhe, dem Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe und dem Sportzentrum Südwest Hardeck-Oberreut auf der Wolfgang-Bürger-Gorodki-Anlage veranstalteten Forums war es, neue Impulse und innovative Ideen für die Entwicklung und die Integrationspotentiale der in Deutschland neuen Sportart voran zu treiben und eine Austauschplattform für alle Gorodki-Standorte des bundesweiten Programms „Integration durch Sport“ zu schaffen. „Wir haben bei der Etablierung der neuen Sportart in Deutschland gute Fortschritte gemacht und kommen unserem Ziel, ein bundesweites Netzwerk zu schaffen, allmählich näher“, so Sergej Gergert vom Programm „Integration durch Sport“. „Der Austausch mit den Spielern aus Osteuropa ist sehr hilfreich gewesen und wir haben wieder neue Aspekte von Gorodki kennengelernt“, ergänzt seine Kollegin Sonja Witopil.
An den drei Turniertagen nahmen knapp 100 Personen aus den bundesweiten Standorten des Programms „Integration durch Sport“ in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sowie Gorodki-Spieler aus Weißrussland und Russland aktiv teil.
Auf dem Turnierplan standen Einzel- und Mixed-Wettbewerbe in Gorodki. Aber auch das finnische Wurfspiel „Kyykka“ wurde vorgestellt und gespielt. Während des Forums fand ein reger informeller Austausch zwischen den Teilnehmern der verschiedenen Standorte des Programms „Integration durch Sport“ statt. Die Teilnehmer der baden-württembergischen Standorte Biberach, Schwäbisch Gmünd, Öhringen, Waldshut-Tiengen, Karlsruhe, Bad Krozingen und Friedrichshafen sammelten viele neue Erfahrungen. Zwei Lehreinheiten mit Praxisanteilen und Gespräche mit den weißrussischen Gorodki-Experten vermittelten weitere Einblicke in die Inhalte, die Methodik sowie die sportartspezifischen Techniken und Taktiken der Sportart Gorodki.
Abgerundet wurde das Forum durch einen Ausflug nach Baden-Baden, der Siegereherung mit dem Karlsruher Bürgermeister Martin Lenz und der Tanzgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sowie einem gemeinsamen Abend in Karlsruhe.
Die in Karlsruhe gesammelten Erfahrungen dienen der weiteren Entwicklung der Sportart Gorodki als Integrationsmedium in Deutschland. Ein Baustein dabei ist auch das kürzlich erschienene Gorodki-Handbuch, einer neuen Gorodki-Homepage, Gorodki-Bannern, -Flyern und -Aufklebern.
Das Gorodki-Handbuch ist in enger Zusammenarbeit mit dem Standort Karlsruhe und dem Programm „Integration durch Sport“ beim LSV entstanden. Darin wird die Entstehungsgeschichte der Sportart Gorodki, seine Spielidee sowie sportartspezifische Kenntnisse der Technik und Taktik dargestellt. Damit wird das Training und der Spielbetrieb methodisch unterstützt und eine Basis für die integrative und generationsübergreifende Sportart Gorodki in alle Bundesländer geschaffen. Dabei findet eine kulturelle Annäherung von beiden Seiten statt, die auf einem gleichberechtigten interkulturellen Dialog basiert. Zum einen fühlen sich die Zuwanderer in ihrer kulturellen Identität ernst genommen. Zum Anderen begegnen die einheimischen Mitbürger dem neuen Spiel meist mit Neugier und entdecken für sich ein neues Bewegungsangebot.
Auf die noch anstehenden Gorodki-Turniere und Veranstaltungen in den jeweiligen Standorten des Programms „Integration durch Sport“ und die Weiterentwicklung der Wurfsportart darf gespannt geschaut werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.gorodki.de

Gorodki-Forum 2010 in Karlsruhe

Vom 09. bis 11. April laden der SZ Südwest-Hardeck e.V., die Stadt Karlsruhe und das Programm „Integration durch Sport“ des Landessportverbands Baden-Württemberg e.V. (LSV) die besten Gorodki-Spieler aus ganz Deutschland und dem Ausland zum 2. Internationalen Gorodki-Forum nach Karlsruhe ein. An drei Wettkampftagen werden sowohl erfahrene Spieler als auch Anfänger auf ihre Kosten kommen. Die Veranstaltung ist so konzipiert, dass parallel zum offiziellen Gorodki-Turnier auf der „Wolfgang Bürger Gorodki-Anlage“ des SZ Südwest Hardeck ein vielfältiges Programm organisiert wird, bei dem der Erfahrungsaustausch unter allen Teilnehmern im Mittelpunkt steht.
Anfänger und Interessierte bekommen beim Gorodki-Forum von den besten Spielern der Welt nicht nur Basiswissen über das Wurfspiel Gorodki vermittelt, sondern erhalten auch persönliche Ratschläge zum Techniktraining und zu den taktischen Grundlagen dieser Sportart. In den Gorodki-Workshops am Freitag und Samstag wird den Teilnehmern eine interaktive Trainingsstunde angeboten. Hier können Personen, die Gorodki-Angebote in anderen Standorten organisieren, auch über ihre Probleme bei der Gestaltung der Angebote, bei der Ansprache der Zielgruppe sowie über die interkulturelle Arbeit vor Ort diskutieren.
Beim Gorodki-Forum 2010 wird neben der Sportart Gorodki auch das finnische Spiel „Kyykka“ gespielt. Bei diesem Wurfspiel aus Nordeuropa geht es ähnlich wie bei Gorodki um die Freude am Spielen, die Treffsicherheit und das Herausbefördern der Spielfiguren aus dem gegnerischen Feld.
Zum Abendprogramm des Forums gehören auch zwei Stadtführungen durch Karlsruhe und Baden-Baden. Hier können vor allem auswärtige Gäste Sehenswürdigkeiten entdecken und das kulturelle Leben beider Städte kennen lernen. „Mit dem Gorodki-Forum in Karlsruhe wollen wir ein Forum etablieren, bei dem sich in jährlichem Rhythmus die Besucher aus anderen Städten und Bundesländern aber auch internationale Gäste über die verschiedenen Facetten der Sportart Gorodki austauschen können. Dabei wird das Interesse an den Sportarten Gorodki und Kyykka als Identifikationsthema genutzt und mit vielen weiteren Inhalten ergänzt“, erläutert Edwin Feser, der mit der Gorodki-Abteilung des SZ Südwest Hardeck die Veranstaltung federführend organisiert.

Thema des Monats Januar 2010 beim DOSB

Auf der Homepage des DOSB ist zum Thema des Monats im Januar 2010 ein Bericht über die beiden ehemaligen Offenburger IdS-Stützpunktvereine, ETSV Offenburg und BAC Fortuna Offenburg, und deren Weiterentwicklung erschienen. Julia Sandmann, Leiterin des Programms „Integration durch Sport“ in Baden-Württemberg, gibt einen Einblick über die Nachhaltigkeit der Anschubfinanzierung des IdS-Programms in Offenburg. Den gesamten Bericht finden Sie hier

Termine - Qualifizierungsmaßnahmen 2010

Das Programm "Integration durch Sport" beim Landessportverband Baden-Württemberg e.V. bietet dieses Jahr für seine Trainer und Übungsleiter der Stützpunktvereine und Netzwerke zwei Qualifizierungsmaßnahmen an.

„Sport interkulturell“ in Steinbach:
Das Seminar „Sport interkulturell“ vom 23. bis 25.April 2010 in der Südbadischen Sportschule Steinbach bietet allen Trainern und Übungsleitern der Stützpunktvereine die Möglichkeit, ihre interkulturellen Kompetenzen zu erweitern. Das Fortbildungskonzept „Sport interkulturell“ ist speziell auf die Anforderungen der Stützpunktvereinsarbeit zugeschnitten und setzt sich aus einem theoretischen und einem praktischen Teil zusammen. Die Anmeldung ist ab sofort bis 26.03.2010 bei Michael Zeile (m.zeile@lsvbw.de; 0711-280 77-872) möglich.

Starthelferfortbildung in Ruit:
Die diesjährige Starthelferfortbildung wird vom 04. bis 06. Juni 2010 in der Sportschule Nellingen-Ruit stattfinden. Die IdS-Starthelfer werden sich gemeinsam unter der Leitung von Sergej Gergert und Dr. Heinz Giebenhain mit verschiedenen Themen der Integrationsarbeit beschäftigen und darüber hinaus Zeit für einen Erfahrungsaustausch haben.

Im Portrait: Netzwerk Bad Krozingen

Seit Frühjahr 2009 findet in Bad Krozingen monatlich ein Mitternachtssportangebot statt, das regelmäßig von etwa 80 Jugendlichen besucht wird.
Zu den regelmäßigen Veranstaltungen, die vom städtischen Jugendreferat Bad Krozingen und zwei offenen Sportgruppen des Programms „Integration durch Sport“ beim Landessportverband Baden-Württemberg e.V. (LSV) organisiert werden, sind sportbegeisterte Jugendliche ab 14 Jahren eingeladen. Zwischen 20 und 24 Uhr können sie in der großen dreiteiligen Sporthalle des Max-Planck Gymnasiums vor allem Sportarten wie Fußball, Basketball, Volleyball aber auch Trampolinspringen und Aerobic ausprobieren.
Organisiert werden die Sportabende meist von den Jugendlichen der offenen Sportgruppen, die von den beiden Starthelfern des Programms „Integration durch Sport“, Viktor Rapp und Irina Goldschteyn, geleitet werden. Dabei richtet sich das Sportangebot nach den Wünschen der beteiligten Jugendlichen.
Dank des ehrenamtlichen Einsatzes der Heranwachsenden gelingt es, den Kindern und Jugendlichen in Bad Krozingen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu geben und somit einen Teil zur Gewaltprävention beizutragen. Viktor Rapp hebt hervor, dass der „Mitternachtssport vom Engagement der Jugendlichen lebt und sie hier die Möglichkeit haben ihre Wünsche in die Tat umzusetzen.“ So können sich die Jugendlichen z. B. in Tanz-Workshops die neuesten Schrittkombinationen gegenseitig beibringen, zusammen eine Choreographie einüben oder bei einem Basketballturnier zeigen was in ihnen steckt. Nebenbei ist für Essen und Getränke gesorgt, das von den Jugendlichen der offenen Sportgruppe verkauft werden.
Darüber hinaus, treffen sich die Jugendlichen der offenen Sportgruppe unter der Leitung von Viktor Rapp und Irina Goldschteyn unter der Woche regelmäßig zum Sporttreiben. Mit Unterstützung des Programms „Integration durch Sport“ wird den jeweils 15 Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gegeben an ein bis zwei Nachmittagen in der Woche verschiedene Sportarten wie Schwimmen, Krafttraining, Radfahren und Tanzen zu betreiben.
Die Begeisterung der Teilnehmer der offenen Sportgruppen zeigt sich in der regelmäßigen Teilnahme und der großer Freude, mit der die Kinder und Jugendlichen zum Sport kommen. Anreiz und Motivation erhalten sie zudem von den beiden Vorbildern und Spitzenathleten des Radrennsports Andreas Hönig und Elke Gebhardt. Im Winterhalbjahr können die Jugendlichen mit den Deutschen Meistern im gleichem Kraftraum (Vita-Classica) trainieren und den ein oder anderen Tipp einzuholen.
Die Integrationsarbeit ist in Bad Krozingen dank des Einsatzes der beiden Starthelfer sowie den engagierten Jugendlichen der offenen Sportgruppe sehr erfolgreich. Sie schaffen es direkt an die Zielgruppe heranzukommen und den Heranwachsenden eine sinnvolle Möglichkeit der Freizeitbeschäftigung zu geben. Eine Weiterführung des Projekts „Mitternachtssport“, eine Stabilisierung und finanzielle Unterstützung der „offenen Sportgruppen“ auch von Seiten der Stadt Bad Krozingen ist für die Zukunft wünschenswert.

Gewerbeschüler übergeben erste 100 Gorodki-Klötze an das Jugendhaus

Am 13. Januar 2010 haben zehn Jugendliche der Gewerbeschule Waldshut die ersten Gorodki-Spielgeräte dem JugendCafé im Kornhaus (JuCa) in Waldshut-Tiengen offiziell übergeben. Im Rahmen ihrer Berufsausbildung an der Gewerbeschule haben sich die Schüler der Klasse „Vorbereitung Arbeit und Beruf (VAB)“ mit dem Thema Gorodki beschäftigt. Angeleitet von zwei Schulpädagogen und einem Werkstattlehrer haben sie dabei nicht nur fleißig gesägt und gehobelt, sondern sich auch über das neue Spiel informiert.
„Wir versuchen, so weit es geht, unsere Schüler bei der Ausbildung in verschiedene Arbeitsprozesse mit einzubeziehen. Angefangen von der Projektplanung bis hin zur Gorodki-Fertigung. Neben den Bildungsaspekten wird dabei auch die Lernmotivation stark gefördert, was für uns als Pädagogen und für unsere Schüler, die meist aus sozial schwachen Familien kommen, sehr wichtig ist“, so Holzfachlehrer Edwin Ebi, der zusammen mit Jugendberufshelferin Angelika Winter Jugendliche auch beim Übergabetermin begleitete.

„Auf diesen Auftrag haben sich die Jugendlichen besonders gefreut“, erzählte Angelika Winter. „Die Meisten von ihnen haben von diesem Spiel noch nichts gehört, haben aber große Interesse es auszuprobieren.

Im Jugendhaus JuCa in Waldshut-Tiengen wird das Spiel Gorodki seit Herbst 2009 gespielt. In einem geräumigen Gewölbekeller des Kornhauses haben Jugendliche unter Anleitung des Sozialpädagogen Andrej Donec zwei Gorodki-Spielplätze angelegt und schon erste Erfahrungen mit dem Spiel gesammelt. „Wir können hier unabhängig vom Wetter immer bei gleichen Bedingungen Gorodki spielen. Es ist für alle ein ganz neues Erlebnis, das viel Spaß macht. Erste kleine Turniere haben auch schon statt gefunden“, erzählt Andrej Donec, der als Sportpädagoge die sport- und bewegungsorientierte Jugendarbeit betreut. In einem Kooperationsprojekt zwischen der Berufsschule und dem Jugendhaus sollen Jugendliche nicht nur Gorodki-Klötze produzieren und erproben, sondern haben auch die Möglichkeit das Gorodki-Spiel beim JuCa regelmäßig zu spielen.

Weitere 100 Gorodki-Klötze haben Berufsschüler zeitgleich dem Programm „Integration durch Sport“ beim Landessportverband Baden-Württemberg e. V. übergeben. Mit diesem Vorrat können weitere Gorodki-Standorte in Baden-Württemberg spielen und trainieren. Seit 2009 nutzt das Programm „Integration durch Sport“ das Integrationspotential dieser Sportart für Integrationsprojekte und setzt es als Begegnungsplattform für einen interkulturellen Austausch ein.

20 Jahre Migration in Zell am Harmersbach


„20 Jahre Migration in Zell am Harmersbach“ war Anlass für eine Feier mit Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble. 1989 wurde in der Stadt Zell am Harmersbach ein Übergangswohnheim des Ortenaukreises eingerichtet. Viele der Bewohner sind inzwischen in der Stadt und in umliegenden Gemeinden in das soziale Leben integriert. Dazu beigetragen hat auch der Stützpunktverein des Programms „Integration durch Sport“ beim Landessportverband Baden-Württemberg (LSV), der TV Unterharmersbach, der sich seit einigen Jahren um eine nachhaltige Integration von Migranten in die deutsche Gesellschaft kümmert. Während der Feier präsentierte die Tanzgruppe des TV Unterharmersbach zwei einstudierte Choreografien (siehe Foto).
Bundesfinanzminister Schäuble, der vor 20 Jahren als damaliger Bundesinnenminister das Programm „Integration durch Sport“ ins Leben rief, würdigte in diesem Zusammenhang die Aktivitäten des Programms. Schäuble berichtete von seiner Kindheit in einem Nachbarort. Auch damals gab es die Aufgabe der Integration. Viele Vertriebene kamen nach Ende des zweiten Weltkriegs nach Deutschland. Dies führte, so Schäuble, nicht zu Nachteilen oder Gefährdungen der einheimischen Bevölkerung, sondern zu einer kulturellen Bereicherung. Gemeinsam, so Schäuble weiter, könne auch heute die Integration geschafft werden und das gemeinsame Leben bereichern. Er sieht die aktuellen Integrationsmaßnahmen der Bundesregierung auf einem guten Weg.

Starthelferseminar im Leistungszentrum Herzogenhorn

Teilnehmer des Starthelferseminars
Teilnehmer des Starthelferseminars
Das diesjährige Fortbildungsseminar für die Starthelfer des Programms „Integration durch Sport“ beim Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) fand vom 13. bis 15.11.2009 im Leistungszentrum Herzogenhorn im Schwarzwald statt. Auf der Tagesordnung standen die Themen „Kommunikation und Interaktion“ „Interkulturelle Spiele“, „Metaplan“ und „Integration“. Vorbereitet und durchgeführt wurde das Seminar in Zusammenarbeit mit dem Experten aus dem Bereich interkulturelle Sportpädagogik, Dr. Heinz Giebenhain.

In seinen Ausführungen stellte Dr. Giebenhain die Grundsätze der Kommunikation und Interaktion vor. Im Anschluss hielten einige Teilnehmer Kurzreferate über ihre Integrationsarbeit in den offenen Sportgruppen. Gewinnbringend waren dabei sowohl die Feedbackrunde zu den jeweiligen Stärken und Schwächen der Präsentation, als auch die Informationen und die lebendigen Diskussionen über die praktische Integrationsarbeit der Starthelfer.

Anschließend wurden verschiedene Interaktionsspiele durchgeführt und ihre Nutzbarkeit für die jeweilige Integrationsarbeit vor Ort diskutiert. Zusammen mit den Experten konnten hier die Seminarteilnehmer ihre Erfahrungen mit den Interaktionsspielen und deren Einsatzmöglichkeit in der Sportpraxis diskutieren und systematisieren.

Am letzten Seminartag stand das Thema „Integration“ im Fokus der gemeinsamen Arbeit. Mit Hilfe der Metaplan-Methode wurde der Integrationsbergriff der Seminarteilnehmer näher beleuchtet und in der Gruppe lebhaft diskutiert.

Die regelmäßig stattfindende Fortbildung hat sich zum Ziel gesetzt, den Starhelfern einen Einblick in das deutsche Sport- und Vereinssystem zu geben, die sich meist von den Sportsystemen in den jeweiligen Herkunftsländern unterscheiden. Zudem werden praktische Inhalte vermittelt, die den Starthelfern in ihrem sportpraktischen Alltag und ihren Bemühungen in der Integrationsarbeit unterstützen sollen. Dabei nimmt die Interaktionspädagogik und deren Anwendung in der Sportpraxis einen zentralen Stellenwert ein. Es soll vermittelt werden, welche Handlungsfelder, Interaktions- Kommunikations- und Präsentationsformen sich für die Integrationsarbeit im Sport besonders anbieten.

Für die Starthelfer ist das Seminar eine gute Möglichkeit um Erfahrungen in der Integrationsarbeit untereinander auszutauschen. Ein Zusammentreffen dieser Art ermöglicht es ihnen, Probleme zu diskutieren und im Anschluss neue Anregungen für die Integrationsarbeit in die verschiedenen Standorte mitzunehmen.

Starthelfer sind ehrenamtliche Mitarbeiter, die für das Programm „Integration durch Sport“ tätig sind und in ihrem Verein oder lokalen Netzwerk einen wichtigen Beitrag zur Integrationsarbeit leisten. Die Starthelfer tragen als Übungsleiter von offenen Sportangeboten und –gruppen dazu bei, dass Kindern, Jugendlichen aber auch Erwachsenen mit Migrationshintergrund ein niederschwelliger Zugang zum Sport ermöglicht wird. In Baden-Württemberg werden gezielt Menschen mit Migrationshintergrund als Starthelfer eingesetzt, die eine Brückenfunktion zu anderen Migranten einnehmen.

Stützpunktvereinstagung des Programms "Integration durch Sport"

Zur diesjährigen Stützpunktvereinstagung des Programms „Integration durch Sport“ (IdS) trafen sich die Vertreter der Vereine zum Erfahrungs- und Gedankenaustausch am 17. Oktober in Villingen. Die Gastgeberin Hildegard Kortmann, vom Stützpunktverein TV Villingen, hatte in die Golden-Bühl Werkrealschule eingeladen. Dort standen sowohl ausreichende Räumlichkeiten für die Workshops, als auch für die sportpraktischen Aktivitäten zur Verfügung. Eine Schülergruppe der Schule zeichnete sich für die gesamte Verpflegung an diesem Tag verantwortlich.

Zu Beginn präsentierte Konstanze Messner, Integrationsbeauftragte der Stadt Villingen-Schwenningen, das Integrationskonzept der Kommune. Fast ein Drittel aller Einwohner in Villingen-Schwenningen haben einen Migrationshintergrund und stammen aus insgesamt etwa 130 Staaten. Zu den stärksten Gruppen gehören Menschen mit türkischem, italienischem und jugoslawischem/(serbo-)kroatischem Migrationshintergrund. Im Februar 2007 beauftragte der Jugendhilfeausschuss der Stadt Professor Dr. Gögercin, ein Integrationskonzept für Villingen-Schwenningen zu entwickeln. Im September desselben Jahres wurde ein verbindlicher Leitfaden vorgestellt, der im April 2008 im Gemeinderat verabschiedet wurde. Im März 2009 wurde eine halbe Stelle eingerichtet und die Arbeit mit einem Zeithorizont von fünf Jahren aufgenommen. Ein Integrationsbeirat unter Federführung der Integrationsbeauftragten begleitet die Umsetzung. Das Integrationskonzept der Stadt Villingen-Schwenningen ist nicht als ein statisches, sondern als ein dynamisches Konzept angelegt, das der kontinuierlichen Fortschreibung bedarf. Dazu wurden mehrere Steuerungskreise eingerichtet, die die verschiedenen Themenfelder bearbeiten und dem Integrationsbeirat zuarbeiten. Einmal im Jahr berichtet der Integrationsbeirat über seine Tätigkeit im Gemeinderat. Ein Monitoringsystem soll den Stand des Integrationsprozesses und seine Entwicklung regelmäßig aufzeigen und interpretieren.

Im zweiten Programmpunkt informierte das Programm „Integration durch Sport“ die Teilnehmer über Personalveränderungen im Programm, die Festveranstaltung 20 Jahre Programm „Integration durch Sport“ am 10. Juni in Berlin, die Evaluation des Programms durch die Uni Potsdam (2007 – 2009), die anstehende Weiterentwicklung des Programms, über eine Förderdatenbank, über Logo- und Wordingverwendungen und neue Formulare.

Vor dem Mittagessen demonstrierte die Zirkusgruppe Konfetti des TV Villingen ihr Können auf kleinstem Raum.

In drei Workshops am Nachmittag wurden Themen bearbeitet, mit denen die Stützpunktvereinsvertreter in ihrer alltäglichen Integrationsarbeit konfrontiert werden. So wurden jeweils gelingende und hemmende Faktoren der Netzwerk- und der Elternarbeit bestimmt. Parallel dazu vermittelte Edwin Feser in einem praxisorientierten Workshop die Sportart Gorodki. Dabei handelt es sich um eine alte Sportart aus der ehemaligen Sowjetunion, die in Deutschland noch weitgehend unbekannt ist. In diesem Jahr haben die ersten Stützpunktvereine mit der Sportart begonnen. Im kommenden Jahr werden weitere dazu kommen und allmählich für eine flächendeckende Verbreitung dieser Sportart sorgen. Abschließend wurden die Schwerpunkte der Integrationsarbeit im kommenden Jahr vorgestellt. Ein großes Event wird parallel zur Fußballweltmeisterschaft ein Straßenfußballturnier sein, an dem sich interessierte Stützpunktvereine aus ganz Baden-Württemberg beteiligen können.

Große Resonanz am 6. bundesweiten „Tag der Integration“

Eine erfreuliche große Resonanz gab es in diesem Jahr auf den bundesweiten „Tag der Integration“. Nahmen letztes Jahr noch 15 Stützpunktvereine des Programms „Integration durch Sport“ an dem Tag teil, waren es dieses Jahr 18 Vereine mit ihren Netzwerkpartnern. Das bedeutete über 1.000 Teilnehmer, die an den verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen in Baden-Württemberg aktiv dabei waren. Verbunden waren die 18 Veranstaltungsorte im ganzen Land über eine Integrationsstaffel, die per Handy weitergereicht wurde.

Im Rahmen der Initiative „WIR TUN`S! – Integration“ nutzten Vereine des Programms „Integration durch Sport“ des Landessportverbandes Baden-Württemberg (LSV) die symbolische Handystaffel, um sowohl ihre jeweiligen Herangehensweisen an die Integrationsarbeit im Sport als auch die positiven Auswirkungen eines gelungenen Engagements für die Integration darzustellen.
Die Staffel wurde um 11.00 Uhr auf dem Sportplatz des SZ Südwest-Hardeck in Karlsruhe gestartet und führte über Schwäbisch-Gmünd, Offenburg, Laupheim, Stockach, Bad Saulgau, Besigheim, Zell am Harmersbach, Nufringen, Heidelberg, Friedrichshafen, Lahr, Heidenheim, Mannheim-Sandhofen, Hügelsheim gegen 15.30 Uhr wieder zurück nach Karlsruhe.
Beim Telefonaustausch informierten die teilnehmenden Vereine sich gegenseitig über ihre Aktionen vor Ort und über den jeweiligen Handlungsansatz ihrer Maßnahmen für eine Integration in und durch den Sport. Mit dem „Tag der Integration“ und der Initiative -„WIR TUN´S! – Integration“ möchten die Stützpunktvereine und Netzwerke auf ihre Arbeit aufmerksam machen und ein Zeichen für ein interkulturelles Zusammenleben setzen.
Unter dem Motto „WIR TUN’S! –Integration“ verfolgen die Vereinen unterschiedliche Ansätze und Themen. So stellte beispielsweise der TV Lahr und der TV Dinglingen als Stützpunktvereine in Baden-Württemberg die Teilhabe und aktive Mitarbeit der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in den Mittelpunkt. Beim offenen Streetball Turnier wurden die Teilnehmer bei der Organisation miteinbezogen und wirkten bei der Turniergestaltung mit.
In anderen Städten wie z. B. in Bad Saulgau und in Besigheim wird die Netzwerkarbeit groß geschrieben. Das Kinder-Fußballturnier vom TSV Bad Saulgau fand in Kooperation mit anderen Vereinen und Schulen statt. Um Fußball ging es auch bei der SpVgg 07 Ludwigsburg in Besigheim. Dort wurde ein offenes Fußballturnier für Jugendliche in Zusammenarbeit mit der Stadt Besigheim, dem SV Besigheim, und der Caritas Ludwigsburg durchgeführt.
Neben der Teilhabe und der Netzwerkarbeit wird mit der Initiative „WIR TUN’S!“ auch die Integration von fremden Sportarten in die Vereine verfolgt. Der Sportverein SZ Südwest Hardeck organisierte in Karlsruhe ein Seminar in der aus Russland stammenden Wurfsportart „Gorodki“ für interessierte Vereine und Gruppen aus anderen Standorten und gab seine bisher gemachten Erfahrungen weiter.
In Heidenheim zeigten Kinder und Jugendliche des hsb Heidenheim vor der Zentralen Omnibushaltestelle auf der Ringermatte die Wurf- und Hebeltechniken der Kampfsportart „Sambo“ und luden die Zuschauer zu offenen Trainingsangeboten im Verein ein.
Eine solche Öffnung der Vereine gegenüber bisher unbekannten Sportarten wie „Gorodki“ oder „Sambo“ ermöglicht eine kulturelle Annäherung, die so gleichermaßen von beiden Seiten stattfindet.
Die große Bandbreite der verschiedenen sportlichen Aktivitäten in den Sportvereinen und Integrationsnetzwerken am bundesweiten „Tag der Integration“ hat wieder einmal gezeigt, welche vielseitigen Möglichkeiten Sport als Integrationsmedium haben kann.

„Bewegung und Gesundheit - Mehr Migrantinnen in den Sport“


Am 28. Juli fand im SpOrt Stuttgart eine Pressekonferenz im Rahmen des Projekts „Bewegung und Gesundheit - Mehr Migrantinnen in den Sport“ statt. Das Kooperationsprojekt des LSV mit dem Sportkreis Stuttgart und dem Programm „Gemeinschaftserlebnis Sport“ soll speziell Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund erreichen.
Dazu äußerten sich in dem Pressegespräch LSV-Präsident Dieter Schmidt-Volkmar (4. v. l.), Dr. Barbara Oettinger, Frauenvertreterin im LSV-Präsidium (5. v. l.), Ilse Ridder-Melchers, Vize-Präsidentin des DOSB (3. v. l.), der Vorsitzende des Sportkreises Stuttgart, Fred-Jürgen Stradinger (2. v. l.), sowie Dominik Hermet, Geschäftsführer des Sportkreises Stuttgart (1. v. l.).
Diese angesprochene Gruppe ist in den Sportvereinen deutlich unterrepräsentiert. Über offene, niederschwellige Angebote werden die Teilnehmerinnen an die bestehenden Strukturen der Vereine und beteiligten Institutionen herangeführt. Dabei wird der Sport mit weiteren Projektbausteinen aus dem Bildungsbereich verknüpft, beispielsweise mit Angeboten aus dem Gesundheitsbereich oder der Sprachförderung. Initiatoren des Netzwerkprojekts sind der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG).
29.07.2009

Festakt 20 Jahre „Integration durch Sport“

Wenn etwas 20 Jahre bestand hat, dann ist es kein Projekt mehr und es darf durchaus mit einer kleinen Feier bedacht werden. 1989 wurde das damalige Projekt „Sport für alle – Sport mit Aussiedlern“ mit einer großen Auftaktveranstaltung gestartet. Mit dabei der damalige Präsident des Deutschen Sportbundes, Hans Hansen und der damalige Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble. Zum 20-jährigen Jubiläum lud der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Politik und Sport zum Festakt in die Landesvertretung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz nach Berlin. Von 150 geladenen Gästen kamen fast 300 (!), also auch für Berlin ein echtes Event, begleitet von einem großen Aufgebot an Medienvertretern aus Fernseh- und Rundfunksendern und der schreibenden Presse. Einer, der auch schon vor 20 Jahren dabei war, war der aktuelle Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble. Er hatte das Projekt damals mitinitiiert: „Als Geburtshelfer habe ich die weitere Entwicklung des Programms, auch als ich nicht mehr Innenminister war, mit Interesse verfolgt.“ Mittlerweile kann er konstatieren: „Der Ansatz des Programms hat sich bewährt, und es ist folgerichtig, dass es im Nationalen Integrationsplan ein eigenes Themenfeld ‚Integration durch Sport’ gibt. Für die Politik hat der Sport eine besondere Bedeutung, weil er wichtige Funktionen für unsere freiheitliche Ordnung erfüllt“, so Schäuble weiter. (Interviev mit Dr. Wolfgang Schäuble)
Die Bundesregierung werde auch weiterhin ein verlässlicher Partner der Sportorganisationen sein, so werde zur Verstetigung der Arbeit, die Fehlbedarfs- auf eine Festbetragsfinanzierung umgestellt. Eine schöne Geste an den organisierten Sport, signalisierte der Bundesinnenminister damit die große Wertschätzung der Politik gegenüber den vielfältigen Integrationsmöglichkeiten und –potentialen des Sports, die aber eine langfristige Ausrichtung der Arbeit erfordert.
Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Dr. Thomas Bach, bezeichnete den Sport in seinem Vortrag als „Eisbrecher“: „Der Sport ist der beste Eisbrecher, den es gibt. Sie können viele Angebote in Bildung, Sprache, Beruf machen. Und doch wird es Ihnen immer schwer fallen, die Menschen anzusprechen und sie an sich zu ziehen“. „Sport bietet Verständigung über Sprach- und Kulturbarrieren hinweg, eröffnet Möglichkeiten der Selbstverwirklichung, lehrt Selbstbehauptung in einem vorgegebenen Regelwerk und vermittelt soziale Kompetenz“, so der DOSB-Präsident weiter.
In der nachfolgenden Podiumsdiskussion, moderiert von der ZDF-Fernsehjournalistin Dunja Hayali, erläuterten Migrantinnen und Migranten ihre Erfahrungen, die sie im Laufe ihres Integrationsprozesses mit dem Sport gemacht haben. Aus Baden-Württemberg nahm Edwin Feser vom Gorodki-Netzwerk Karlsruhe an der Diskussion teil. Abgerundet wurde die gelungene Feierstunde mit mehreren sportlichen Einlagen von jugendlichen Migrantinnen und Migranten.
Das Programm „Integration durch Sport“ in Baden-Württemberg ist noch nicht ganz so alt wie das Bundesprogramm. Als fünftes Bundesland kam Baden-Württemberg im Januar 1990 dazu. Die inhaltliche Arbeit hat sich seitdem ständig gewandelt. Standen damals noch ausschließlich Spätaussiedler im Fokus, sind es inzwischen alle Personen mit Migrationshintergrund und zusätzlich sozial benachteiligte einheimische Jugendliche. Die damaligen Maßnahmen wurden isoliert im sportlichen Bereich durchgeführt. Ob damit eine nachhaltige integrative Wirkung erzielt werden konnte, ist fraglich. Folgerichtig wurde das Projekt überprüft und neu ausgerichtet. Die Ergebnisse spiegeln sich in der aktuellen Arbeit wieder, die vor allem durch die Installation von Netzwerken mit anderen Einrichtungen und Partnern geprägt ist. Aber auch hier wird es in Zukunft weitere Anpassungen oder Änderungen geben. Die Untersuchungen von Prof. Baur werden eine Neuorientierung und Neuausrichtung des Programms zur Folge haben. Auf Bundesebene wird sich das Programm in Baden-Württemberg, wie immer in den letzten neun Jahren, aktiv einbringen und mitgestaltend tätig werden. Auf Landesebene wollen wir den 20. Geburtstag mit einer Fachtagung im Februar begehen, mit der wir uns bei den Stützpunktvereinen und Netzwerkpartnern bedanken möchten. Weitere Infos dazu folgen.

„Brücken für eine gemeinsame Zukunft“

Das Programm „Integration durch Sport“ des Landessportverbands Baden-Württemberg lud gemeinsam mit dem Innenministerium Baden-Württemberg am 24. Januar 2009 junge Muslime und Musliminnen zu einer gemeinsamen Dialogveranstaltung nach Böblingen ein.
Da unter den Migranten in Baden-Württemberg derzeit circa 600.000 Muslime leben, ist ein gemeinsamer Dialog mit Blick in die Zukunft von besonderer Bedeutung für eine gelingende Integration. Viele junge Muslime suchen ihren Platz in der Gesellschaft und streben nach Akzeptanz und Anerkennung, ohne ihre eigene Identität dabei verlieren zu wollen.
Unter dem Motto „Brücken für eine gemeinsame Zukunft“ begrüßten der Präsident des Landessportverbandes Baden-Württemberg, Dieter Schmidt-Volkmar, und der Landespolizeipräsident Erwin Hetger ca. 300 junge Muslime aus allen Teilen des Landes. „Integrationsmaßnahmen haben nur dann Erfolg, wenn beide Seiten aufeinander zugehen und sie nicht als Einbahnstraße verstanden werden“ sagte Dieter Schmidt-Volkmar im Beisein von Mehmet Erkan Öner, Vize-Konsuls des Türkischen Generalkonsulats Stuttgart, Cevdet Celen, dem Attaché für religiöse Angelegenheiten und Bekir Alboga, dem Dialogbeauftragen der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V (DITIB).
„Die Angebote der Sportvereine erfüllen bei der Integration von Migranten und Migrantinnen in unsere Gesellschaft eine wichtige Funktion“, so Dieter Schmidt-Volkmar weiter. „Menschen mit Migrationshintergrund sind im Sport nach wie vor unterrepräsentiert. Wir brauchen noch mehr Dialogbeauftragte aus dem eigenen Kulturkreis, die den Betroffenen als Vertrauenspersonen den Zugang zum Sport erleichtern, Hemmschwellen abbauen und Informationen zum deutschen Sportsystem geben. Dabei ist es sehr wichtig, dass die Muslime gewisse Traditionen und Normen nicht aufgeben müssen, um aktiv Sport treiben zu können.“
Um den Teilnehmern einen Einblick in bereits bestehende Kooperationen zu geben, wurden gemeinsame Projekte der Polizei, des Landessportverbandes und der Moscheevereine präsentiert und am Nachmittag verschiedene Workshops durchgeführt, in denen die jungen Muslime und Musliminnen methodische Hinweise und Anregungen erhielten, Präventionsprojekte und -veranstaltungen zu initiieren und an Sportveranstaltungen und dem Sportvereinsleben aktiv teilzuhaben.
Am Ende der Veranstaltung konnten sich alle Beteiligten in einem gemeinsamen Kontaktcafé in lockerer Atmosphäre kennenlernen und offene Fragen besprechen.
Da dieser Tag ein sehr positives Feedback bei den Teilnehmern hervorgerufen hat und bereits Pläne für weitere gemeinsame Projekte geschmiedet werden, wird es sicherlich nicht bei einer einmaligen Veranstaltung bleiben.

„WIR TUN´S“ - Landesweite Initiative des Programms „Integration durch Sport“ beim Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) für verstärkte Integration

Mit der Initiative „WIR TUN´S“ möchte das Programm „Integration durch Sport“ über das Jahr hinweg die Vielfalt der Integrationsarbeit in den Vereinen und Netzwerken darstellen, die sich schon seit Jahren in ganz Baden-Württemberg für eine umfassende Integration von zugewanderten und sozial benachteiligten Menschen einsetzen.
Mit einem gemeinsamen „WIR TUN´S“ -Plakat bewerben die Vereine ihre jeweiligen Integrationsmaßnahmen und -veranstaltungen und machen in ihrer Kommune und in ihrem Verein auf das Thema Integration aufmerksam. „WIR TUN´S“ rückt so die verschiedenen lokalen Schwerpunkte und Inhalte der Integrationsarbeit in den Fokus: Neue Wege bei der Integration von Migranten und Migrantinnen, die Verbindung von Sport und Sprachförderung, die Aufnahme „fremder“ Sportarten in den Verein oder die aktive Einbindung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in das Vereinsleben.
Am Ende des Jahres werden die vielfältigen Integrationsmodelle in einer „WIR TUN´S“ – Jahresdokumentation aufbereitet. Mit der Dokumentation soll der inhaltliche Austausch zwischen den Vereinen weiter vertieft und die Übernahme erfolgreicher Integrationsmodelle angeregt werden. Die Initiative „WIR TUN´S“ möchte auch das Netzwerk rund um die Integration noch stärker ausbauen, neue Partner zusammenbringen und um mehr Unterstützung für die lokale Integrationsnetzwerke werben.

Kontakt: Julia Sandmann und Torsten Schnittker, Tel. 0711/28077-869 oder 0711/28077-870, E-Mail: ids@lsvbw.de.

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